Orange Is the New Black 3x05

In der Episode Fake It Till You Fake It Some More zeigen sich die Probleme, wenn ein privates Unternehmen eine staatliche Pflicht wie die Gefangenenunterkunft übernimmt. Doch andere Storylines schreiten mit großen Schritten Richtung Katastrophe.
Große Träume
In Litchfield brechen mit der Privatisierung neue Zeiten an. Wir haben bereits die Drogen und die Korruption hinter uns, doch jetzt kommen die richtig großen Geldmacher an die Reihe. Dagegen sehen selbst Caputo (Nick Sandow) und Figueroa (Alysia Reiner) wie Dilettanten aus. Mit dem Segen der staatlichen Stellen nutzt das Unternehmen die Insassinnen als billige Arbeitskräfte aus, um auf dem freien Markt günstigere Preise erreichen zu können.
Verglichen mit Menschen, die ihren gesamten Lebensunterhalt damit bestreiten müssen, ist der Dollar, den die Insassinnen bekommen, mickrig. Verglichen mit den anderen Gefängnisjobs, ist es ein Vermögen. In jede Richtung ist dieses Geschäftsmodell also dazu angetan, Unruhe zu stiften.
Als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, spielen die neuen Investoren dann auch noch Psychospielchen mit den Frauen. Dabei stehen sich die Geschichten zweier Insassinnen gegenüber: Suzanne (Uzo Aduba) wird nicht angenommen und stürzt deswegen in Selbstzweifel, Flaca (Jackie Cruz) gerät nach anfänglicher Versagensangst in einen Strudel aus Überheblichkeit.
Letztere steht im Zentrum der Episode Fake It Till You Fake It Some More. Wie bei jeder Figur werfen die Rückblicke auf dem Weg in den Knast ein neues Licht auf den Charakter. Nun erfahren wir, dass ihr Vergehen eine Art Nichtvergehen war. Sie hat einfaches Papier als Drogen an ihre Mitschüler verkauft, bis zu dem Tag, an dem einer von ihnen sich auf seinem vermeintlichen Trip in den Tod gestürzt hatte.
Wir sehen, wie sie schon früh zum Lebensunterhalt der Familie beitragen musste, sich selbst aber zu Höherem berufen fühlte. Ihr Dilemma schien zu sein, dass sie das Selbstvertrauen, aber nicht die Nervenstärke hatte, ihre Ziele zu erreichen. Die Ironie, dass sie am Ende wieder an der Nähmaschine landet, geht in dieser Orange Is the New Black-Episode nicht verloren.
Flaca hat sich bisher im Hintergrund gehalten und war vor allem durch grenzwertig dümmliche, oft rassistische Sprüche und ihre Freundschaft zu Maritza (Diane Guerrero) aufgefallen. Die lässt sie jetzt zurück, ihre Art nimmt sie mit in die neue Arbeit.
Zukunftssorgen
Die zweite große Storyline, die heraussticht, ist Dayas Entscheidungsfindung. Sie hat eingesehen, dass Bennett (Matt McGorry) fort ist, glauben konnte sie es lange nicht. Und das ist durchaus verständlich, denn seine überstürzte Flucht wirkt immer noch seltsam und vor allem sehr enttäuschend.
Doch er ist fort und jetzt beginnt Daya (Dascha Polanco), sich um ihre eigene Zukunft Sorgen zu machen. Zunächst bekommt sie einen kleinen Anfall von fehlgeleiteter Reue, der von Cesar (Berto Colon) wortreich abgewendet wird. Vor kurzem hat sie bereits gesehen, wie Pennsatucky (Taryn Manning) trotz begrenzter Weltsicht die richtigen Worte für Big Boo (Lea DeLaria) findet. Dieses Mal ist es Cesar, der einer verunsicherten Daya den Kopf wieder geraderückt, sie aufbaut und dabei schaudererregende Argumente heranzieht.
Schließlich trifft Daya die Entscheidung, ihr Kind abzugeben. Sie fußt diese auf einer einfachen Rechnung - es sind zwei Menschen involviert, die das Kind nicht wollen und eine, die das Kind haben will. Also geht es an letztere. Der Traum von der glücklichen Kleinfamilie ist geplatzt und alleine kann Daya dem Kind nicht das Leben bieten, das sie sich wünscht, Mendez' Mutter (Mary Steenburgen) hingegen schon, zumindest finanziell. Dass diese scheinbar rationale Überlegung nicht das letzte Wort ist, merkt nicht nur die werdende Möchtegernoma. Daya reagiert über und wir werden sehen, wie die Sache sich entwickelt, denn so kann es nicht bleiben.
Fazit
Die Episode Fake It Till You Fake It Some More fällt ein bisschen gegen die ersten Episoden der dritten Staffel ab, die Rückblicke sind gut in die Gegenwart eingebunden, aber die Figur Flaca kann die Story alleine nicht tragen. Man merkt, dass Nicky fehlt, gerade in einer Situation wie dem Test.
Interessant ist jedoch, wie Caputo sich angesichts der Herzlosigkeit des Unternehmens immer mehr in die Herzen der Zuschauer spielt. Er ist kein Heiliger, aber angesichts der Umstände reagiert er immer wieder so, dass man sich freuen kann, ihn da zu haben. Vor allem im Gegenlicht zu Bennetts enttäuschender Entscheidung, seine schwangere Verlobte wortlos sitzen zu lassen, schneidet der zwielichtige Gefängnisdirektor gut ab. Die Lehre daraus ist, dass sich erst in Extremsituationen zeigt, wer aus welchem Holz geschnitzt ist.
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Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 16. Juni 2015(Orange Is the New Black 3x05)
Schauspieler in der Episode Orange Is the New Black 3x05
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