Orange Is the New Black Staffel 6
Orange Is the New Black Staffel 6 Episodenguide
Review zu Orange Is the New Black Staffel 6
Es ist still geworden um Orange Is the New Black. Die Netflix-Serie von Jenji Kohan zählt neben House of Cards zu den dienstältesten Eigenproduktionen des Streaminganbieters und startet an diesem Freitag, den 27. Juli in seine nunmehr sechste Staffel. Das ist, ob man jetzt ein Fan des Gefängnisdramas ist oder nicht, eine ordentliche Hausmarke. Doch irgendwie hat man den Eindruck, dass „OITNB“ nicht mehr ganz das ist, was es mal gewesen ist. Ich möchte nicht behaupten, dass es seine Relevanz verloren hat. Doch die ganz großen Wellen schlägt man eben nicht mehr, so, wie es den ersten vier Staffeln noch gelungen ist.
Als jemand, der sich in einer „Blase“ für aktuelle Serien und TV-Produktionen bewegt, ist es schon auffällig, wie wenig im Vorfeld der sechsten Staffel von „Orange Is the New Black“ über das Format berichtet wird. Dabei werden aktuell intensiv Themen diskutiert, die längst hätten intensiv diskutiert werden müssen und von Beginn an auf der Agenda der Serie gestanden haben: Misshandlung und Missbrauch von Frauen, Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe und des sozialen Standes und das fehlerhafte Justizsystem in den USA. Das sind alles Dinge, denen man sich in „Orange Is the New Black“ bereits gewissenhaft (mehr oder minder) gewidmet hat und die die Netflix-Produktion fast schon zeitlos gemacht haben. Sie könnte quasi gar nicht zu einer besseren Zeit existieren als genau jetzt, um mit einzustimmen in die kritische Auseinandersetzung mit den momentanen gesellschaftlichen Streitthemen.
Doch man hört nichts. Oder eben nicht viel. Zumindest nicht genug, um sich auf den Radar der Kritik und der Zuschauerschaft zurückzukatapultieren, nachdem die fünfte Staffel zuletzt stellenweise für riesengroße Enttäuschung gesorgt hatte, wenngleich nicht bei jedem. Auch das ist womöglich ein Faktor, warum „OItNB“ sich schwertut, neuerliche Aufmerksamkeit zu generieren. Die Altlasten wiegen zu schwer. Daran allein liegt es aber nicht. Ein weiterer Grund dafür, warum „Orange Is the New Black“ mittlerweile einfach eher nur noch existiert und so bei vielen eben nur noch nebenbei läuft, ist, dass sich über die letzten Staffeln der Serie ein Trott eingeschlichen hat, mit dem man nach außen hin nur zu gerne brechen wollte (siehe Staffel fünf), der die Erzählung jedoch stets fest im Griff hat - so sehr man auch versucht, diesen Umstand zu ändern.
Was folgt, sind Geschichten, die mittlerweile mehr als bekannt und mitunter ganz nett anzusehen, aber letzten Endes viel zu selten in der Lage dazu sind, das Publikum mitzureißen. Das zeigt sich nach vielen Jahren „OItNB“ besonders eklatant in der neuen sechsten Staffel, die mit einem kleinen „Facelift“, so die Verantwortlichen um Serienschöpferin Jenji Kohan, zurück zu den Wurzeln und gleichzeitig doch etwas Neues probieren will. Etwas „Neues“ ist mit dem veränderten Setting - nach dem Aufstand im Litchfield-Gefängnis geht es für die Charaktere nun in den Hochsicherheitstrakt des Komplexes - durchaus geboten. Darüber hinaus stellen sich etliche neue Charaktere vor, die die übriggebliebenen, etablierten Figuren (man hat kräftig ausgesiebt) vor neue alte Herausforderungen stellen. Das klingt als Ausgangslage nicht verkehrt. Aus dem vermeintlich frischen Wind wird jedoch relativ schnell ein laues Lüftchen.
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Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sitzen sie noch heute
Die neue Staffel profitiert anfangs noch von der Ungewissheit und Unsicherheit, von der die arrivierten Insassinnen geplagt werden, da sie in ihr neues „Zuhause“ verlegt wurden. Als Beobachter fühlt man sich augenblicklich ähnlich desorientiert. Der starke Kontrast, wie aus der größtenteils eingeschworenen Truppe - von ein paar Ausnahmen mal abgesehen - in der neuen Umgebung wieder Einzelpersonen gemacht werden, verteilt auf verschiedene Zellenblöcke und von den neuen Knastschwestern als Frischfleisch tituliert, fördert zu Beginn von Staffel sechs ein paar spannende Szenen und potentiell vielversprechende Entwicklungen zutage. Es gilt: Jede ist sich selbst am nächsten. Doch nicht alle folgen dieser Auffassung nach den traumatischen Dingen, die man zuletzt gemeinsam durchlebt hat. Manch eine zieht Kraft aus der ungewöhnlichen Gemeinschaft, die man gebildet hat. Andere überlegen, was für sie persönlich der beste, nächste Schritt wäre. Der innere Konflikt, der sich für viele Charaktere auftut, die nie wirklich richtig kommunizieren und sich gegenseitig auf den aktuellen Stand der Dinge bringen können, ist ein guter dramaturgischer Treibstoff für die ersten Meter der Staffel.
Doch dann passiert nach ein paar Episoden der sechsten Staffel von Orange Is the New Black etwas, was eigentlich gar nicht so sehr verwundert, weil es ein Stück weit zu erwarten gewesen ist und trotzdem ungemein ermüdend sein kann: Wir wiederholen uns. Wieder und wieder und wieder. An ihre neue Lebensrealität haben sich die zentralen Charaktere vergleichsweise schnell gewöhnt. Die Hierarchie - auch unter den Häftlingen - und Regeln im Hochsicherheitstrakt von Litchfield sind schnell etabliert. Fortan bekommen wir genau das, was bereits in allem Umfang durchexerziert wurde: Kleine bis mittelgroße Grabenkämpfe unter den Gefangenen, alte Feindschaften, die sich neu entfachen, fiese Intrigen noch und nöcher, unmenschliches Gefängnispersonal, das sich seine Zeit mit einem perversen Spiel vertreibt, bei dem es Punkte für gewisse Dinge gibt, die die verurteilten Frauen anstellen.
Besagtes „Fantasy Inmate“, angelehnt an klassischen „Fantasy League“-Tippspielen im Freundes- oder Kollegenkreis, zeigt eindringlich die unvorstellbaren Abgründe auf, die das Vollstreckungssystem des amerikanischen Justizwesens zu bieten hat. Die Frage, wer die eigentlichen „Animals“, die Tiere, sind, die Regina Spektor seit der ersten Staffel im Titellied zur Serie besingt und die hinter Gittern gefangen sind, wird mehrfach aufgeworfen. Sind es die Häftlinge, die Wachen oder beide Parteien? Wer sind hier wirklich die skrupellosen Bestien? Mit dieser Thematik hat sich „OItNB“ schon in der Vergangenheit befasst, nun erreicht man lediglich die nächste Stufe einer Problematik, auf die bereits sehr deutlich hingewiesen wurde. Dass es wichtig ist, den Zuschauern immer wieder vor Augen zuführen, wie es in den Vollzugsanstalten der USA bisweilen zugeht, versteht sich von selbst.
Und dennoch verkommt all dies nur zu einem von ganz vielen unterschiedlichen Aspekten, die in ihrer Summe nicht mehr so nachhallen, wie es noch am Anfang der Serie der Fall gewesen ist. Viel zu oft erwischt man sich bei der Sichtung der sechsten Staffel von „Orange Is the New Black“ dabei, wie man gedanklich komplett abdriftet und eigentlich nur wahrnimmt, wie etwas passiert, man sich aber nicht wirklich dazu herausgefordert sieht, sich mit dieser Sache konzentriert auseinanderzusetzen. Dass die Episoden im Schnitt über eine Laufzeit von gut 60 Minuten verfügen, hilft zusätzlich nicht unbedingt, da dadurch die Längen der einzelnen Folgen noch eklatanter ins Gewicht fallen. Die Verantwortlichen könnten diese Zeit dafür nutzen, sich intensiver mit all den Sorgen, Problemen und den seelischen Innenleben der verschiedenen Figuren - ob nun Häftling, Wärter, PR-Fuzzi oder gescheiterter Gefängnisaufseher - zu beschäftigen. Doch das dominierende Motto lautet nach wie vor viel zu oft „von allem ein bisschen, aber nichts davon so richtig.“ Und das ist ärgerlich.
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Auf zu (wirklich) neuen Ufern
Recht zügig hat man sich seine Favoriten und die interessantesten Handlungsstränge rausgepickt, der Rest ist Makulatur, die einem eventuell nicht extrem aufregt, aber eben auch kein besonderes Interesse weckt, weil einem all die Geschichten inzwischen sehr vertraut vorkommen. Ganz zu schweigen von dem altbekannten Problem, dem sich Orange Is the New Black immer wieder ausgesetzt sieht: dass es den Machern oft schwerfällt, die richtige Balance zwischen den Charakteren zu finden, mit denen man als Zuschauer Zeit verbringen will, und denen, die man aus dramaturgischer Sicht wohl kaum vermissen würde, wenn sie nicht mehr mit von der Partie wären. Die Ensembleserie macht es sich in dieser Hinsicht mal wieder selbst sehr schwer, denn so schön und repräsentativ die Vielfalt an Charakteren auch ist, durch die nach wie vor sehr vignettenhafte Erzählstruktur gelingt es nur den wenigsten Figuren, nachhaltig Eindruck zu hinterlassen.
Dabei gibt es aber auch Lichtblicke in dieser Staffel. Themen, die resonieren und nachvollziehbar aufgearbeitet sowie vorgetragen werden. Die von Danielle Brooks gespielte Taystee, die in der letzten Staffel noch eine der Rädelsführerin des Litchfield-Aufstandes gewesen ist, findet sich in einem äußerst dramatischen Handlungsstrang wieder, bei dem es um den Mord an dem Tyrann Desi Piscatella geht, der Taystee in die Schuhe geschoben wird. Hier zeigt sich, dass „OItNB“ nach wie vor in der Lage dazu ist, eindringlich Bezug zu unserer unschönen Realität herzustellen und über Fiktion auf Missstände hinzuweisen. Auf der anderen Seite glaubt man, dass man über die langjährige Feindschaft zweier Schwestern im gleichen Gefängnis Spannung innerhalb des geschlossenen Settings generieren kann, schließen sich die bekannten Charaktere doch unterschiedlichen Seiten an. Dieses Machtgeschacher zieht sich für einen Großteil der Staffel hin, neben ein paar sonderbaren Persönlichkeiten ist der „Ertrag“ dieser Rahmenhandlung jedoch überschaubar.
Was gut beginnt, lässt schlagartig nach und bewegt sich bis kurz vor dem Ende der sechsten Staffel von „Orange Is the New Black“ auf einem sehr durchschnittlichen Niveau. In den letzten drei Episoden profitiert man noch einmal davon, dass es zwangsläufig zum Abschluss des zentralen Handlungsbogen kommen muss. Die eigentliche Stärke der Serie offenbart sich dann jedoch in einer Hand voll emotionaler Szenen zwischen den verschiedenen Charakteren, die sich gemeinsam durch unzählige schwierige Situationen geboxt haben. In diesem Moment merkt man erstmals in dieser Staffel des Gewicht und das Ausmaß der unterschiedlichen Einzelschicksale, was für einen Bund die Insassinnen geknüpft haben und wie sie sich mit aller Macht an jeden noch so kleinen Strohhalm klammern, der ihnen Aussicht auf nur ein bisschen Glück gibt. Auch das ist ein alter Hut, dennoch hätte ich davon gerne mehr gesehen, und nicht erst auf der Zielgeraden in Richtung Staffelfinale.
Mit Blick auf die Zukunft wäre es wünschenswert, wenn es erneut zu einer Art „Facelift“ kommen würde, jedoch weniger oberflächlich. Es muss ja nicht einmal derartig radikal wie in der fünften Staffel sein, in der man munter mit der Erzählstruktur herumexperimentiert hat. Aber irgendeine Maßnahme sollte man ergreifen (die unnötigen Flashbacks wurden bereits drastisch reduziert), damit die Serie nicht noch mehr von der Bildfläche verschwindet, als es gerade sowieso schon der Fall ist. Netflix hat Orange Is the New Black lange Zeit so angepriesen, dass man es auf gar keinen Fall verpassen sollte, dass es ein „Must-See“ aus dem üppigen Serienkatalog des Streaminganbieters ist. Diesen Eindruck hat man definitiv nicht mehr. Die sechste Staffel wirkt mitunter wie ein 13-teiliger Zwischenschritt zum nächsten Kapitel, die bereits bestellte siebte Staffel, in der man abermals so einige Elemente durchmischen und den Finger in aktuell klaffende Wunden der amerikanischen Gesellschaft (Stichwort immigration detention centers) legen will. Fragt sich nur, ob sich dann noch genug Zuschauer für das Gefängnisdrama interessieren...
Hat „Orange Is the New Black“ Eurer Meinung nach mit der 6. Staffel zu seinen alten Stärken zurückgefunden? Oder hat die Serie ihren Zenit überschritten? Was glaubt Ihr?
Deutscher Trailer zur 6. Staffel von „Orange Is the New Black“:
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