Nikita 2x09

Nikita (Maggie Q) benutzt die Informationen auf der Black Box dazu, Oversight das stolze Sümmchen von 80 Millionen Dollar abzuluchsen. Das gefällt Senatorin Pierce (Alberta Watson) natürlich überhaupt nicht. Und so beruft sie ein Krisentreffen der Oversight-Mitglieder ein. Das ist jedoch genau das, was Nikita beabsichtigt hat. Gemeinsam mit Birkhoff (Aaron Stanford) startet sie eine Aufklärungsmision, um die restlichen Mitglieder zu identifizieren. Dabei fällt Birkhoff jedoch Amanda (Melinda Clarke) und Sean (Dillon Casey) in die Hände.
Unterdessen hat Alex (Lyndsy Fonseca) einen Plan geschmiedet, wie sie unerkannt nach Russland zurückkehren kann, um ihre Rache zu vollenden. Sie will den gleichen Weg Retour nehmen, auf dem sie auch gekommen ist: als Prostituierte. Der Plan, sich einfach abschieben zu lassen, birgt jedoch für sie und einige andere Mädchen ungeahnte Gefahren...
Es gibt eigentlich nur zwei Worte, mit denen sich Fair Trade beschreiben lässt: Voll krass! Welche Beruhigungspillen die Autoren zu Beginn der Season auch immer genommen haben, sie haben sie definitiv abgesetzt! Die Episode liefert genau das Maß an Spannung, Tempo und Überraschung, welches die besten Folgen der ersten Staffel von Nikita ausgezeichnet hat.
Sämtliche Ingredienzien stimmen: Die Figuren sind durch die Bank weg bestens motiviert. Und sie werden - allen voran Nikita und Birkhoff - maximal gefordert, da die Einsätze nicht höher sein könnten.

Nikita muss sich zwischen der Black Box - das heißt, ihrem wichtigsten Instrument im Kampf gegen Oversight und Division - und der Freundschaft zu Birkhoff entscheiden. Und sie wählt die Freundschaft. Sicher, ein wenig mag bei ihr, gerade nach der Trennung von Michael (Shane West), die Angst vor der Einsamkeit und vor dem Verlust der letzten unmittelbaren Bezugsperson eine Rolle spielen. Sowohl im Telefonat mit Amanda als auch später im Gespräch mit Michael hat man jedoch das deutliche Gefühl, dass sie sich Birkhoff aufrichtig verbunden fühlt.
Birkhoff selbst wiederum stellt während Amandas Folter seine Loyalität zu Nikita unter Beweis. Die Momente, in denen Amanda seine Finger mit einem Vorschlaghammer zertrümmert, und sein Gehirn durch die Nase zu punktieren versucht, haben definitiv WTF-Qualität. Ihr vielleicht effektivster Folteransatz ist jedoch psychologischer Natur: Die Feststellung, dass Birkhoff in Nikitas Leben immer nur die Nummer Zwei hinter Michael sein wird. Und auf einmal steht damit die Frage im Raum: Hat Birkhoff vielleicht tatsächlich Gefühle für „Nikky“? Gut, wer hätte die nicht?
Auf der gegnerischen Seite profiliert sich derweil Sean weiterhin als eine der interessantesten neuen Figuren, indem er den Beweis antritt, dass zwischen Navy Seal und „Muttersöhnchen“ (Amanda) kein Widerspruch bestehen muss. Um seine Mama zu beschützen, ist er bereit, bis zum Äußersten zu gehen. Da interessiert es ihn auch nicht, ob Mutti und die böse Tante die schwarze Box haben wollen. Oder er Alex (für die er vielleicht etwas empfindet, oder auch nicht) benutzt, um an Nikita heranzukommen.
Apropos Alex: Ihr wird bewusst, welche Kollateralschäden ihr Rache-Trip für ohnehin schon vom Leben nicht gerade verwöhnte Menschen haben kann. Immerhin - und das ist ein sehr schöner Augenblick für ihre Figur - bemüht sie sich am Ende um Wiedergutmachung.
Ihr kleiner Pole Dance (Lernt man so etwas bei Division???) gibt der Folge darüber hinaus, ebenso wie Nikitas Umkleideszene, einen sinnlich-erotischen Touch, der im angenehmen Kontrast zu den Folterszenen steht.
Fazit
Dramatisch, actiongeladen, wendungsreich und für die Polit-Junkies sogar noch mit einer wunderschönen „Occupy Wall Street“-Referenz - das ist Nikita, wie wir sie lieben!
Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 20. November 2011(Nikita 2x09)
Schauspieler in der Episode Nikita 2x09
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?