Nikita 2x10

Nikita (Maggie Q) besucht Owen (Devon Sawa) in Frankreich, um mit seiner Hilfe eine weitere Black Box zu finden, nachdem sie ihre eigene in der vergangenen Folge für Birkhoffs Rettung opfern musste. In Europa angekommen entdeckt Nikita jedoch, dass Owen bei seiner Suche nach den übrigen Wächtern mit Gogol und dem zunehmend ungeduldiger werdenden Ari (Peter Outerbridge) zusammenarbeitet.
Gemeinsam waren sie bereits einem Wächter auf der Spur, welcher sich jedoch aus unerklärlichen Gründen aus dem Staub gemacht hat. Was sie nicht ahnen: Percy (Xander Berkeley) hat nach wie vor Helfer in Division, welche ihm bei der Steuerung der Wächter zur Hand gehen. Alex (Lyndsy Fonseca) kehrt unterdessen unter großen Mühen auf das ehemalige Anwesen ihrer Familie zurück, um ihren Rachefeldzug zu vollenden. Dabei macht sie jedoch eine überraschende Entdeckung...
Was einen - wahrscheinlich besonders als europäischen Zuschauer - an Guardians stören kann, sind vor allem diese kleinen Fehler. Man will sie eigentlich gar nicht bemerken, aber irgendwie fallen sie doch auf - und reißen einen immer wieder aus der Handlung.
Russische Waffenhändler werden also in Euro bezahlt. In Basel fahren die Polizisten zwar in deutsch beschrifteten Fahrzeugen herum, sprechen aber merkwürdigerweise nur Französisch. Während die Russen in der Folge untereinander abwechselnd in Russisch mit Untertiteln oder in mehr oder weniger gebrochenem Englisch ohne Untertitel parlieren. Da können sich die Macher von Nikita offenbar immer noch nicht so richtig entscheiden.
Einerseits würden sie es wohl gerne authentisch handhaben. Andererseits wollen sie dann wohl längere Russisch/Untertitel-Passagen weder den Schauspielern noch dem Publikum zumuten. Dabei irritiert das Hin und Her allerdings mehr, als wenn sie sich endlich auf eine Variante festlegen würden.
Inhaltlich ist Guardians eine solide Folge, die allerdings nicht an die Brillanz der letzten Wochen - insbesondere Fair Trade - heranreicht. Vor allem der Alex-Plot wirkt etwas bemüht in die Länge gezogen (der Sturz vom Baum, bitte!), um die Folge auf einem - das muss man ihr allerdings lassen - formidablen Cliffhanger enden zu lassen. Auftritt Sarah Clarke (24) „35482“ als Alex' tot geglaubte Mutter.
Katya (Clarke) ist also nicht in der Nacht des Anschlags gestorben. Steckt sie am Ende gar mit Semak (Peter J. Lucas) unter einer Decke? So oder so findet sich Alex jedenfalls auf einmal in einer Situation wieder, die der von „Hamlet“ gar nicht mal so unähnlich scheint. Bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht das gleiche Schicksal ereilt.
Nikita ist unterdessen von den vergangenen Erlebnissen - insbesondere dem Verlust von Michael und der Folterung Birkhoffs - deutlich gezeichnet. Die coole bad ass Nikita wird den meisten Zuschauern - der Rezensent eingeschlossen - zwar lieber sein als die depressiv-selbstzweifelnde. Trotzdem lässt sich natürlich nicht leugnen, dass gerade letztere Momente wichtig sind, um uns immer wieder daran zu erinnern, was unsere Heldin eigentlich als Heldin auszeichnet: ihr Gewissen.
Ihr ist es nicht egal, was mit den Menschen um ihr herum passiert. Sie sorgt sich um sie - und will sie vor Harm bewahren. Gleichzeitig kann sie nicht damit aufhören, das zu tun, was sie als das Richtige erkannt hat: nämlich der Kampf gegen Division. Der Kontrast zwischen ihr und dem Wächter (William deVry, InSecurity) könnte damit kaum größer sein: Er ist sich der Tatsache voll bewusst, dass er für eine kriminelle Organisation tätig ist, das stört ihn jedoch nicht weiter. Ihm ist nur wichtig, dass er am Ende auf der richtigen und zwar auf der Gewinnerseite steht.
Der Auftritt Michaels (Shane West) zum Schluss als Retter in der Not hat leider etwas von einem Deus ex machina (auch wenn schließlich klar wird, dass er es war, den Owen zuvor angerufen hat). Vor allem in ihrer Häufung gehen die Michael-muss-Nikita-retten-Szenen einem langsam aber sicher auf die Nerven. Das einzig Positive, was man dieser Sequenz abgewinnen kann, ist der Umstand, dass ausgerechnet Owen ihn zu Hilfe gerufen hat - und das, obwohl Owen selbst ziemlich offenkundig Gefühle für Nikita hegt und von daher nicht ganz unglücklich darüber ist, dass es mit „Mikita“ vorbei zu sein scheint.
Fazit
Einige ebenso spannende wie überraschende Enthüllungen - Roan (Rob Stewart) hält also immer noch seinem alten Chef die Treue - halten sich mit eher schwächeren Momenten die Waage. Der Cliffhanger lässt einen aber auf jeden Fall sehr gespannt auf die Fortsetzung der Serie im Januar warten.
Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 4. Dezember 2011(Nikita 2x10)
Schauspieler in der Episode Nikita 2x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?