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Keine Gnade nach der Fusion: Paramount+ verliert seine Spitze

Keine Gnade nach der Fusion: Paramount+ verliert seine Spitze

Casey Bloys übernimmt jetzt auch Paramount+.
Casey Bloys übernimmt jetzt auch Paramount+. © IMAGO/Image Press Agency

Casey Bloys besetzt die Streaming-Sparte von Skydance mit seinem HBO-Team. Paramount+-Originals-Chefin Jane Wiseman muss dafür ihren Platz räumen.

Gut zweieinhalb Wochen nach dem Abschluss der Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery steht fest, wer bei den Streamingdiensten des neuen Konzerns künftig über Serien entscheidet. Die Antwort fällt ziemlich eindeutig aus. Casey Bloys, Co-Chef und Chief Content Officer von Skydance DTC und seit Anfang Oktober auch für Paramount+ zuständig, hat am Freitag per Memo seine Führungsriege vorgestellt. Es ist exakt das Team, mit dem er zuvor HBO und HBO Max geleitet hat. Die bisherige Paramount+-Originals-Chefin Jane Wiseman gehört also nicht dazu und verlässt das Unternehmen. Ihre Aufgaben übernimmt HBO-Max-Programmchefin Sarah Aubrey, die nun zusätzlich das komplette Programm von Paramount+ verantwortet. Was bleibt von der Handschrift des alten Paramount-Teams am Ende also überhaupt übrig?

Wer künftig was entscheidet

Francesca Orsi steigt zur Präsidentin für HBO-Dramaserien und -Filme auf und entscheidet gemeinsam mit Bloys, welche Projekte zur Marke HBO passen. Glenn Whitehead verantwortet als Präsident und COO den bürokratischen Teil wie Vertragswesen, aber auch Produktion und Betrieb beider Plattformen und betreut zudem die KI-Projekte der Sparte. Amy Gravitt bleibt Comedy-Chefin, Nina Rosenstein kümmert sich weiter um Late Night und Specials. Die Dokumentarsparte führen wie bisher Nancy Abraham und Lisa Heller. Jeff Cusson wird Kommunikationschef der gesamten Streaming-Sparte.

Zwei Plattformen, ein Ziel

HBO Max und Paramount+ laufen vorerst getrennt weiter, sollen aber langfristig zu einem einzigen VoD-Angebot verschmelzen. Skydance-Chef David Ellison sprach zuletzt von einer kurzen Übergangsphase mit gebündelten, aber eigenständigen Diensten. In Branchenkreisen rechnet man mit ein bis zwei Jahren. Bis dahin soll Aubrey die Ausrichtung von Paramount+ an HBO Max anpassen. Als Beispiele für das gemeinsame Angebot nennt Bloys Serien wie „Harry Potter“, „The White Lotus“, „Landman“ und „Dutton Ranch“.

Wisemans kurze Amtszeit

Jane Wiseman kam erst im August 2025 zu Paramount+ und folgt nun ihrer früheren Chefin Cindy Holland, die bereits nach der Übernahme gehen musste. Laut Variety wäre Wiseman wohl gerne geblieben. Gemeinsam bestellten die beiden fast 30 neue Serien und verlängerten 16 weitere, darunter das Drama „Discretion“. Zum Abschied verweist Wiseman auf den Rekordlauf der Serie „Lioness“ und den starken Start der zweiten Staffel von „MobLand“.

Zehn Jahre Netflix im Lebenslauf

Vor Paramount+ war Wiseman gut ein Jahr bei der Produktionsfirma Sister und davor als Beraterin für Amazon Prime Video tätig. Ihre prägendste Station war allerdings Netflix. Dort arbeitete sie zehn Jahre lang als Vice President für Originalserien und leitete die Comedy-Sparte. Sie begleitete Erfolge wie „Ozark“ und „Russian Doll“ und gehörte damit zu der Mannschaft, die ab 2014 das Serienangebot des Streamers aufbaute. Wohin es sie als Nächstes zieht, ist bislang noch offen.

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Mariano Glas

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