NCIS 13x07

NCIS 13x07

In 16 Years befasst sich das NCIS-Team mit einem Fall, der vor langer Zeit fälschlicherweise zu den Akten gelegt wurde und aufgrund eines aktuellen Totschlags wieder aufgerollt wird. Unterstützung bekommen die Ermittler in dieser soliden und kurzweiligen Episode dabei von ganz besonderer Seite.

Das NCIS-Team in der Episode „16 Years“. / (c) CBS
Das NCIS-Team in der Episode „16 Years“. / (c) CBS

16 Years, die siebte Episode der 13. Staffel von NCIS, stellt ein sehr solides und erfrischend unkompliziertes Kapitel des Crime Procedurals dar. Die Serienmacher verzichten auf einen allzu verzwickten Aufbau der Handlung und lassen den Fall der Woche sehr geradlinig ablaufen. Die Auflösung der Ermittlung wirkt vielleicht etwas zu zufällig, doch im Großen und Ganzen präsentiert man uns eine ordentliche Folge.

Um doch etwas Abwechslung zu schaffen, wird ein geheimer Zirkel an Hobbydetektiven um Leichenbeschauer Donald „Ducky“ Mallard (David McCallum) eingeführt, der parallel zu den Ermittlungen des NCIS-Teams arbeitet und ihm ein wenig in die Quere kommt. Das Ergebnis sind einige amüsante Momentaufnahmen, vor allem dank einer ganz bestimmten Gastdarstellerin. Auf der anderen Seite greift man auf ein paar sehr klamaukige Elemente zurück, die man wahrscheinlich gar nicht gebraucht hätte. Gleichzeitig gelingt es, die Episode auf einer emotionalen und bewegenden Note enden zu lassen.

Mental stimulation

Im Zentrum der Folge steht der Mord an einem pensionierten Navy-Offizier, dessen Leiche inmitten eines Waldes gefunden wird. Er war jahrelang damit beschäftigt, die Unschuld seines zu Unrecht verurteilten Sohnes nachzuweisen, der seit dem mutmaßlichen Mord an einem seiner Vorgesetzten eine lebenslange Haftstrafe absitzen muss. Allem Anschein nach ist der ermordete Navy-Offizier dem eigentlichen Täter dicht auf den Fersen gewesen und musste nun mit seinem Leben dafür bezahlen. Doch nicht nur das NCIS widmet sich diesem Fall. Ein geheimer Detektivclub, zu dem auch Ducky gehört, hat ein Auge auf den Tod des ehemaligen Navy-Angehörigen sowie auf die womöglich fehlerhafte Verurteilung des Sohnes geworfen. Gibbs (Mark Harmon) und Co. arbeiten schließlich mit den eigenwilligen Amateur-Ermittlern zusammen, was jedoch einige Nerven kostet.

Jimmy Palmer (Brian Dietzen) versucht sich als Rechtsmediziner vor Ort in %26bdquo;16 Years%26ldquo;. © CBS
Jimmy Palmer (Brian Dietzen) versucht sich als Rechtsmediziner vor Ort in %26bdquo;16 Years%26ldquo;. © CBS

Not a contest

16 Years“ zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass hier das Verhältnis zwischen Kriminalermittlung der Woche und seichten Charakterinteraktionen gut ausbalanciert ist und man sehr solide von den Geschehnissen unterhalten wird. Man wagt hier keine große Experimente, was wiederum zur Folge hat, dass die wirklich spannenden und erinnerungswürdigen Momente ausbleiben. Nachdem man sich in den letzten Wochen aber an einigen Fällen probiert hat, von denen ein paar etwas zu verkopft gewesen sind, hat „16 Years“ auf mich schon eine fast entspannende Wirkung.

Natürlich, die Enthüllung des besten Freundes des zu Unrecht Verurteilten als eigentlicher Mörder, der gleichzeitig auch noch der neue Ziehvater der Tochter des Inhaftierten ist, kommt alles andere als überraschend. Und die Überführung (Baumharz auf dem Schuhwerk sowie der Nachweis von Holzspänen auf dessen Autoschlüssel) könnte zufälliger und simpler nicht sein. Hier macht man es sich sehr einfach. Aber darüber kann man hinwegsehen, lebt „16 Years“ doch vielmehr vom Weg als vom Ziel. Die Arbeit der Ermittler sorgt für einige Schmunzler, während ein paar der Darsteller und Darstellerinnen ihr komödiantisches Timing unter Beweis stellen dürfen.

The spirits of criminal science

Am auffälligsten präsentiert sich dabei die erfahrene Fernsehgröße Jessica Walters, die einige Zuschauer aus etlichen Serien kennen dürften, zum Beispiel als herrlich skurrile Matriarchin Lucille Bluth in der Comedy Arrested Development. In 16 Years spielt sie die Krimibuchautorin Judith McKnight, wie Ducky eine findige Privatermittlerin, die ein Auge auf den stoischen Gibbs wirft. Die Szenen um Mark Harmon und wie er sich mit den Hobbydetektiven abmühen muss (darunter unter anderem das bekannte Film- und Fernsehgesicht Richard Riehle), gehören ohnehin zu den komödiantischen Höhepunkten der Folge. Was schlichtweg an der staubtrockenen Art liegt, mit der Gibbs die über-engagierten Möchtegern-Spürnasen behandelt. Die Sherlock Holmes-Verschnitte sind aber durchaus hilfreich, wenn es um einige wichtige Informationen geht.

Walters Charakter kommuniziert dabei sehr deutlich ihr Interesse an Gibbs, was ab und an ein klein wenig irritierend ist, alles in allem aber unterhält. Kleine Momentaufnahmen („Who are you?“ - „I'm Lyle.“ - „Shut up Lyle“) runden die unterhaltsamen Szenen um Duckys geheimen Kreis an rastlosen Freizeit-Kriminologen ab. Es ist angenehm, dass die Macher es nicht zu bunt treiben, diese komischen Sequenzen sich im Rahmen halten und eben nicht ins Lächerliche abdriften.

%26bdquo;What%26#039;s your safe word?%26ldquo; - Jessica Walters und Mark Harmon in %26bdquo;16 Years%26ldquo;. © CBS
%26bdquo;What%26#039;s your safe word?%26ldquo; - Jessica Walters und Mark Harmon in %26bdquo;16 Years%26ldquo;. © CBS

Reverse the curse

Dies kann man leider nicht immer von der Interaktion der restlichen NCIS-Teammitglieder behaupten, bei denen nicht jeder Witz sitzt. Dies liegt nicht an den sympathischen Darstellern, sondern schlichtweg an dem Inhalt und Aufbau ihrer Nebengeschichte - Besuche bei der Maniküre, Büroflüche, Holzsplitter und die Liebe zu Bäumen. Einige der Späße fühlen sich hier einfach ein bisschen zu quatschig an. Aber Geschmackssache. Positiv ist indes der kleine Abstecher zur Abby (Pauley Perette), deren fehlerhafte Tests vor vielen Jahren zur Folge hatten, dass der unschuldige Sohn des Mordopfers hinter Gittern landete. Die Laborantin macht sich aufgrund dieses Fauxpas schwerwiegende Vorwürfe, auch wenn solche Fehler aufgrund der „altertümlichen“ Haaranalysetests vor über 15 Jahren gang und gäbe waren.

Umso mehr freut man sich für die von Schuldgefühlen und Selbstzweifel geplagte Abby, dass der Gerechtigkeit letzten Endes Genüge getan wird. Die Unschuld des unrechtmäßig Verurteilen wird dank des Geständnis des eigentlichen Schuldigen nachgewiesen - und er kann nach 16 Jahren seine Tochter wieder in die Arme schließen. Eine emotional manipulative Szene, die bei mir aber funktioniert, da sich der Abschluss der Geschichte für alle Seiten verdient anfühlt. So gefühlsduselig dieses Ende auch ist, es stellt einen netten und zufriedenstellenden Schlusspunkt einer Episode dar, die vor allem durch Einfachheit besticht.

Fazit

Die Episode 16 Years weiß durch ihre klassische Machart, bei der man auf unnötig komplizierte Plotelemente und Wendungen weitestgehend verzichtet, zu überzeugen und hat auf Unterhaltungsebene einiges zu bieten. Allen voran Mark Harmon darf in vielen kleinen Szenen glänzen, doch auch die von Jessica Walters angeführte Gastdarstellerriege macht ihre Sache gut. Es mag vielleicht nicht jeder Witz ins Schwarze treffen, und die Auflösung des Falles der Woche mag äußerst unspektakulär sein. Insgesamt aber hat man seinen Spaß mit „16 Years“. Eine grundsolide Folge NCIS.

Verfasser: Felix Böhme am Donnerstag, 5. November 2015
Episode
Staffel 13, Episode 7
(NCIS 13x07)
Deutscher Titel der Episode
Das Sherlock-Konsortium
Titel der Episode im Original
16 Years
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 3. November 2015 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 21. Februar 2016
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 12. Februar 2016
Autor
Brendan Fehily
Regisseur
Mark Horowitz

Schauspieler in der Episode NCIS 13x07

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?