Nashville 2x21

Die Episode All or Nothing with Me steht ganz im Zeichen des Patriotismus und der Truppenunterstützung. In dieser Hinsicht verstehen die Nashville-Autoren keinen Spaß, alle sind mit dem Herzen bei der Sache, für die Truppen wirft selbst Rayna (Connie Britton) ihre Prinzipien über Bord. Lediglich der Serienbösewicht Jeff darf das ganze Konzert als leere Geste abtun. Das muss wohl so sein, wenn man einen Gastauftritt der First Lady haben möchte.
Truppenkonzert
Die Episode All or Nothing with Me startet schon dramatisch, Luke (Will Chase) wird bei einem Konzertaufenthalt in Afghanistan verletzt. Die Lage ist ernst. Nicht so wirklich für Luke, der mit ein paar Kratzern davonkommt, sich dafür aber ordentlich schämt angesichts der vielen Soldaten, die für Amerika kämpfen. Doch trotz Verletzung und ernstem Anliegen bleibt Luke auch in dieser Nashville-Episode wieder mehr eine leere Hülle als ein Charakter.
Die ganze Sache ist ihm so ernst, dass er Juliette (Hayden Panettiere) nicht abnimmt, sie ebenfalls ernst zu nehmen bis er ein Gespräch belauscht indem Juliette offenbart, dass ihr Vater Soldat war. Hier wird weniger eine Story als vielmehr eine Klarstellung vorgestellt, die Nashville-Autoren bedanken sich bei den Truppen, oder suchen sich neue Fans, je nachdem wie man es sehen will.
Doch zwischen all den Verbeugungen vor dem Militär ist auch noch Platz für andere Geschichten. Die drängendste, das ist von vornherein klar, ist Juliettes Fehltritt mit Jeff (Oliver Hudson) in der letzten Episode. Sie schämt sich, erkennt, was für einen wunderbaren Typen sie mit Avery (Jonathan Jackson) hat und möchte am liebsten alles ungeschehen machen. Doch dafür hat sie schlecht gewählt, denn Jeff nutzt die kleine Affäre um seine eigenen Ziele durchzusetzen. Und eines davon ist es, Juliette zurück zu Edgehill Records zu holen. Man kann eine gute Figur halt auch mit solch einer Storyline verschenken, schade um Juliette. Hoffentlich bekommt sie demnächst wieder etwas anderes zu tun.
Auch für zwei andere Figuren ist der Fehltritt eine große Sache, Zoey (Chaley Rose) und Gunnar (Sam Palladio) entscheiden sich angesichts ihrer beruflichen Lage, auf die Ehrlichkeit in der Freundschaft mit Avery zu pfeifen und behalten ihr Geheimnis für sich. Moralisch verwerflicher ist das für die Figur Zoey, die erst einen Rückzieher macht als sich ihr eine Chance als Juliettes Backupsängerin bietet. Gunnar wusste die ganze Zeit, dass er die Gelegenheit als Juliettes Songwriter haben könnte und wollte es Avery trotzdem sagen. Allerdings hat Gunnar auch ein besseres Polster als Zoey. Der Gig für Juliette ist ihre erste echte Chance, Gunnar wird im Moment von vielen umgarnt.
Raynas Familie
Die Beziehung zu Luke scheint für Rayna in die Sackgasse zu führen. Wieso müssen sie sich in der Episode All or Nothing with Me auch noch bestätigen, dass sie es ernst meinen? Ganz klar haben die Nashville-Autoren keine echte Absicht uns Luke als Charakter nahezubringen. Er wird immer nur als Mittel zum Zweck herausgekramt. Vielleicht ist sein einziger Zweck aber auch, Rayna außer Gefahr zu bringen, wieder mit Deacon (Charles Esten) oder Teddy (Eric Close) anzubändeln. In dem Fall ist das Vorhaben gelungen, aber es wäre auch schade, wenn nur ein weiterer Mann Rayna glaubhaft von Deacon fernhalten kann.
Das interessantere Thema in Raynas Familie ist im Moment Deacons neue Vaterrolle. Mit jedem Malmacht er sich besser.
Er entscheidet sich, dass die ganze Wahrheit nichts ist, was man mit seiner Teenagertochter teilen muss, wenn man absehen kann, dass es ihr wehtun wird. Stattdessen geht er einen mutigen Weg, er wendet sich an seinen Konkurrenten Teddy und stößt dabei auf Verständnis. Das Gespräch zwischen den beiden über Maddies Geburt ist eine schöne, überraschende Szene. Vielleicht wird es ab jetzt besser für alle Beteiligten, wenn sie wirklich Maddie (Lennon Stella) in den Mittelpunkt stellen. Doch der Familienauftritt, aus dem nur Teddy ausgeschlossen ist, muss schon schwer zu ertragen sein für den Außenseiter.
Das Geheimnis
Während die anderen Figuren in der Episode All or Nothing with Me eine kleine Atempause bekommen (Juliette bekommt die Unterstützung des gefeierten Stars Luke und Raynas Familie nähert sich an), läuft Will (Chris Carmack) weiter unbeirrbar auf den Abgrund zu. Er kann einfach nicht einsehen, dass seine wahren Gefühle sich Bann brechen werden, auf die eine oder die andere Art. Seine heile Welt aus Ehe und Karriere könnte zusammenbrechen wenn alle Beteiligten erfahren, dass er nicht ehrlich war. Angesichts des unheilvollen Anrufs bei dem attraktiven Fitnesstrainers könnte dieser Zusammenbruch sogar unmittelbar bevorstehen. Will hat sich als sympathischer Typ in viele Herzen gespielt und niemand würde ihm wohl wünschen, dass er seine Karriere verliert, aber die Ehe mit Layla kann man wohl kaum ernst nehmen. Vielleicht findet er einen Ausweg, der nicht alles in Trümmern hinterlässt.
Fazit
Die Episode All or Nothing with Me reiht sich ein in die mittelmäßigen, aber nicht wirklich schlechten Nashville-Episoden der letzten Zeit. Die großen Momente aus Musik, Gefühl und Charakter der ersten Staffel fehlen leider viel zu oft, aber immerhin finden die Autoren mittlerweile auch Themen, die uns von den ewigen Liebesdreiecken wegführen.
Verfasser: Serienjunkies.de am Sonntag, 18. Mai 2014(Nashville 2x21)
Schauspieler in der Episode Nashville 2x21
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