Nashville 2x22

Nashville 2x22

Das Staffelfinale der US-Serie Nashville On The Other Hand testet mal wieder die Nerven der Fans. Eine große Geste von Luke ist weniger Cliffhanger als vielmehr ärgerlich vorhersehbar. Lediglich Wills Situation hinterlässt ein bisschen Spannung hinsichtlich der neuen Staffel.

Siegerteam: Juliette (Hayden Panettiere) und Rayna (Connie Britton) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Siegerteam: Juliette (Hayden Panettiere) und Rayna (Connie Britton) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
© iegerteam: Juliette (Hayden Panettiere) und Rayna (Connie Britton) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC

Mit der Episode On The Other Hand sind wir am Ende der zweiten Nashville-Staffel angekommen. Doch es fühlt sich an, als wenn wir uns mit den Figuren im Kreis drehen. Das wäre nicht mal weiter schlimm, wenn nur das Staffelfinale nicht so viele vorhersehbare Plots aufgeworfen hätte.

Der Heiratsantrag

Die Beziehung zwischen Rayna (Connie Britton) und Luke (Will Chase) ist - wie schon häufig erwähnt - nicht ernst zu nehmen. Die Nashville-Autoren geben sich kaum Mühe, das zu ändern. Und der überraschende Heiratsantrag auf der Bühne macht ihn nicht unbedingt sympathischer. Es ist nicht einmal so, dass man Luke bösartige Absichten unterstellen kann. Er scheint Rayna aufrichtig zu lieben und sich eine Zukunft mit ihr zu wünschen. Doch es ist mehr als deutlich, dass die beiden nicht füreinander gemacht sind. Mit ein bisschen Mühe wäre da eine Rückkehr zu Teddy noch erträglicher als diese in die Länge gezogene, zum Scheitern verurteilte Beziehung zwischen zwei Superstars.

Rayna ihrerseits hat in der jüngeren Vergangenheit des Öfteren bekräftigt, wie ernst sie die Sache mit Luke nimmt. Doch ihre Reaktion auf den Heiratsantrag wirkt, als wenn sie ihr Bühnengesicht einfach nicht abgesetzt hat. Rayna ist eine verständige Person, eine Frau, die irgendwie immer die richtigen Worte findet, die aber zwei Gesichter hat - ein privates und ein öffentliches. Beide Gesichter sind mehr als sympathisch, sie setzt zwar hin und wieder ein gefälschtes Lächeln auf, aber sie tut es mit ihrer typischen Freundlichkeit. Wenn sie von der Bühne winkt, hat man das Gefühl, sie nimmt ihre Fans ernst und ist sich bewusst, was sie ihnen geben möchte. Auch wenn sie privat gerade mit einer schmutzigen Scheidung oder einer Teenagertochter gequält wird.

Luke macht den Antrag vor aller Augen, und das hat zur Folge, dass Rayna ihn irgendwie einzig als öffentliche Figur annimmt. Es gibt keinen Grund dagegen, er ist ein guter Mann. Rayna tut das, was alle von außen für richtig halten würden. Doch wir wissen, dass ihr Herz etwas anderes sagt. Team Deacon (Charles Esten) bleibt in diesem Moment nur, fassungslos aus dem Publikum zu starren. Auch Teddy (Eric Close) wirkt nicht begeistert.

Doch sehr viel länger müssen wir Luke wohl auch hoffentlich nicht ertragen, denn Deacon rafft sich endlich zu einem Schritt auf. Im Grunde ist das die richtige Richtung, doch trotzdem fühlt es sich an, als wenn wir uns im Kreis drehen. Haben wir das nicht alles fast identisch schon vor dem ersten Staffelfinale gesehen? Jetzt steht Rayna also wieder einmal vor der Wahl, Vernunft oder alte Liebe. Fesseln kann das nicht mehr. Immerhin kommt die Geschichte mit einigen schönen Auftritten und Liedern.

Exfreunde mit besonderem Band

Während Rayna und Deacon seit der ersten Episode nicht voneinander loskommen, scheinen Scarlett (Clare Bowen) und Gunnar (Sam Palladio) sich nun auf einen ähnlichen Weg zu begeben. Scarletts Entscheidung, Nashville den Rücken zu kehren, schien folgerichtig. Sie hat die Gelegenheit gehabt, den großen Traum zu leben, doch es war nicht ihr Weg, es hat sie nicht glücklich gemacht. Was sollte sie also jetzt noch dort halten? Sie ist einst für Avery (Jonathan Jackson) in die Stadt gekommen, der mittlerweile in ein anderes Liebesdrama verstrickt ist.

Dass Gunnar sich jetzt aufrafft, einen letzten Versuch zu starten, seine Exfreundin dort zu halten, wirkt wie eine ziemlich billige Erklärung dafür, warum wir Scarlett in der kommenden Staffel wiedersehen werden. Seine Gefühle für Zoey (Chaley Rose) scheinen aufrichtig zu sein. Das Einzige, was Scarlett und Gunnar zusammenzieht, ist die Ahnung von Vorherbestimmung, die auch Rayna und Deacon nicht los lässt. Doch am Ende der zweiten Staffel ist das etwas wenig. Ein bisschen mehr echter Charakter, ein bisschen weniger unerklärliche Bande wären an dieser Stelle schön gewesen.

Der millionste Fehltritt

Dass Juliette (Hayden Panettiere) sich mit Jeff (Oliver Hudson) eingelassen hat, der sie nun damit erpresst, ist ein Plot, der kaum jemand hinter dem Ofen hervorlockt. Doch immerhin im Staffelfinale On The Other Hand bringt diese Story einige schöne Szenen hervor, vor allem jedoch zwischen Juliette und Rayna.

Juliette hat sich schon so einige Fehltritte geleistet und zum ersten Mal stellt sie sich auf Raynas Rat hin ihrer Verantwortung. Auch wenn es technisch gesehen nicht sie ist, die Avery von ihrem Seitensprung berichtet. Doch sie zieht sich den Schuh an, bricht nicht zusammen, sondern erscheint auf dem Konzert. Die Szene, in der Rayna und Juliette ihrem Erzfeind Jeff die Meinung backstage sagen, ist schön, doch das ist vor allem den Schauspielern zu verdanken. Von der Story her ist die ganze Sache ziemlich flach aufgebaut. Jeff ist nicht mehr als die Schablone eines durch und durch bösen Geschäftsmanns, der gegen die kreativen Künstler antritt. Solange dabei schöne Konzertszenen für uns rausspringen, kann man damit leben, aber es zu genießen, ist schwierig.

Die Offenbarung

Wie die anderen war auch Will (Chris Carmack) in den letzten Episoden auf einem Weg unterwegs, der mehr als vorhersehbar war. Den Selbstmordversuch hat er bereits hinter sich, es blieb also nur noch die Offenbarung. Er vertraut sich seiner Frau an, doch die dummerweise hat ein eigenes, kleines Geheimnis, nämlich Kameras an nicht abgesprochenen Stellen. Dass Layla (Aubrey Peeples) nichts von den Kameras in der Uhr weiß, scheint eher unwahrscheinlich. Doch selbst wenn es für beide überraschend kommen sollte, ändert es nichts an der Situation.

Wills Geheimnis ist flächendeckend gelüftet. Angesichts übertrieben vorhersehbarer Plots an fast allen anderen Stellen der Geschichte, darf Wills Story durchaus als spannungsgeladen bezeichnet werden. Wie werden die anderen Figuren auf die Offenbarung reagieren? Was wird aus ihm werden? Wie wird es mit seiner Ehe weitergehen?

Fazit

Das Staffelfinale On The Other Hand schließt an die jüngste Entwicklung der Serie Nashville nahtlos an. Es passiert nur das, was man ohnehin kommen sehen konnte, Deacon macht einen Schritt auf Rayna zu, Scarlett findet einen Grund, weiterhin in der Stadt zu bleiben und Wills Geheimnis kommt an die Oberfläche. Immerhin kommt die Episode mit einem großen Konzert. Für die Musik lohnt sich die Verlängerung der Serie sehr, hoffentlich zeigen die Autoren bald, dass auch mehr dahinter steckt.

Verfasser: am Dienstag, 20. Mai 2014
Episode
Staffel 2, Episode 22
(Nashville 2x22)
Deutscher Titel der Episode
Dem Glück so nah
Titel der Episode im Original
On The Other Hand
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 14. Mai 2014 (CMT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 8. Juli 2014
Autor
Callie Khouri
Regisseur
Callie Khouri

Schauspieler in der Episode Nashville 2x22

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