Nashville 2x20

© carlett und Rayna in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Scarletts Zusammenbruch aus der letzten Nashville-Episode ruft in Your Good Girl's Gonna Go Bad auch bei den anderen Figuren verschüttete Gefühle hervor. Für einige Geschichten funktioniert das, für andere führt das nur weiter in die Lächerlichkeit.
Die Zusammengebrochene
Die Nashville-Figuren versammeln sich um Scarlett (Clare Bowen), während die noch mit den Ereignissen hadert. Anhand der Gespräche mit ihrer Mutter Beverly (Dana Wheeler-Nicholson) und mit Rayna (Connie Britton) zeigt sich, dass der Zusammenbruch für Scarlett der Beginn einer besseren Zeit sein könnte. Sie hat sich mit der Karriere auf der Bühne übernommen und sie nur durchgezogen, weil es wie das Richtige in den Augen anderer schien. In der Episode Your Good Girl's Gonna Go Bad sieht sie endlich ein, dass dieser Weg nicht ihr Traum ist.
Dabei hat sie Glück, dass ihr Onkel zufällig ein Kind und eine endlose Romanze mit ihrer unglaublich mitfühlenden Herausgeberin hat, denn Rayna denkt nicht im Traum daran, Scarlett zu etwas zu bringen, was diese nicht will. Scarletts Neustart steht in jeder Hinsicht nichts im Weg. Mit diesem Rückhalt schafft sie etwas, was vielleicht noch wichtiger ist: Sie behauptet sich gegen ihre Mutter und geht ihren eigenen Weg. Das ist vielleicht das erste Mal seit Beginn der Serie Nashville, dass man das Gefühl hat, Scarlett nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand.
Im Moment bietet ihr Zusammenbruch vor allem eine Grundlage für die anderen, sich zusammenzusetzen und einen Blick auf ihre Leben zu werfen. Deacons Gespräche mit Beverly lassen erahnen, woher seine Melancholie und sein Hang zur Selbstzerstörung kommen. Er hat Recht, seine Familie scheint ein besonderes Talent dafür zu haben, andere für die eigene Misere verantwortlich zu machen. Er ist gegangen als er die Gelegenheit hatte, doch er hat seine Schwester zurückgelassen, die nicht den Mut hatte, ihm zu folgen. Diese unterschwellige Schuld verfolgt ihn wohl immer noch.
Auch für ihn und Rayna bietet die Situation eine Gelegenheit, sich endlich einmal abseits der heillosen Romanze zusammenzusetzen. Rayna tut, was sie immer tut: Sie macht einfach alles richtig. Sie steht Scarlett bei, drängt sie nicht, auch wenn es ihrem eigenen Label schadet.
Weniger bedacht geht wieder einmal Juliette ans Werk. Sie reagiert mit Eifersucht auf Averys enges Verhältnis zu seiner Exfreundin und da kann man ihr wohl auch keinen Vorwurf machen. Doch das Ende der Episode schlägt mal wieder über alle Stränge: Sie lässt sich auf ihren ehemaligen Boss ein. Was soll denn das schon wieder bitte? Mittlerweile scheint immer deutlicher zu werden, dass die Autoren willkürlich Figuren zusammenwürfeln, die ein Verhältnis miteinander beginnen, nur damit etwas passiert. Sollte kein größerer Plan dahinterstecken, hätten die Nashville-Autoren sich einen Gefallen getan, wenn sie Juliette (Hayden Panettiere) einfach eine namenlose Eroberung gegeben hätten.
Zoey (Chaley Rose) kehrt in der Stunde der Not an das Bett ihrer ehemaligen besten Freundin zurück. Und selbst als sie ihren Freund dabei überrascht, ein Lied über Scarlett zu schreiben, behält sie das wirklich Wichtige im Auge. Zoey ist vielleicht neben Avery (Jonathan Jackson) die einzige, die Scarletts Zusammenbruch nicht umgehend zu ihrem eigenen Problem ummünzt. Doch interessanter ist in dieser Hinsicht Gunnar (Sam Palladio). Er hält sich von seiner Exfreundin fern, er glaubt, sie wolle ihn nicht in ihrem Leben.
Doch als Jeff (Oliver Hudson) sie beleidigt, wird das für ihn zum ausschlaggebenden Grund, nicht bei Edgehill Records anzufangen. Im Grunde haben er und Scarlett die falschen Wege genommen. Scarlett wäre sicher glücklicher als Songwriterin, während Gunnar nach allem, was wir gesehen haben, eine Karriere im Scheinwerferlicht handhaben könnte. Das ist dramatisch, wenn man bedenkt, dass die beiden zusammen angefangen haben und vor allem schlechtes Timing dazu geführt hat, dass Scarlett den Plattenvertrag bekommen hat während Gunnar es woanders versuchen musste.
Uneinsichtig
Während Scarlett endlich erkannt hat, was sie nicht mehr will, bleibt Will (Chris Carmack) dabei: Er will mit dem Kopf durch die Wand. Eigentlich weiß er, dass eine Realityshow keine gute Idee für ihn ist, doch als Jeff ihm das Gefühl gibt, anders zu sein als die anderen Künstler, dreht er durch. Will ist besessen von dem Gefühl, seinem Traumbild von Normalität zu entsprechen und dabei übersieht er etwas, was Scarlett bitter lernen musste: Für jeden gibt es einen anderen Weg.
Fazit
Die Episode Your Good Girl's Gonna Go Bad nutzt Scarletts Zusammenbruch um die verborgenen Gefühle der anderen Figuren freizulegen. Der Weg dahin ist unterhaltsam, auch wenn der ein oder andere Fehlgriff dabei ist.
Verfasser: am Samstag, 17. Mai 2014(Nashville 2x20)
Schauspieler in der Episode Nashville 2x20
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