Nashville 2x19

Nashville 2x19

In der Episode Crazy bricht ein Mediensturm über Rayna und ihre Familie herein. Doch selbst im größten Trubel wissen wir: Ihnen geht es immer noch besser als Scarlett. Unterdessen bekommt Gunnar eine große Überraschung per Post.

Singt sich den Frust von der Seele: Scarlett (Clare Bowen) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Singt sich den Frust von der Seele: Scarlett (Clare Bowen) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
© ingt sich den Frust von der Seele: Scarlett (Clare Bowen) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC

Im Zentrum der Episode Crazy stehen zwei Geschichten, die sich darum drehen, wie man das Leben seiner Kinder erleichtern kann - oder zerstören. Es geht um Eltern und Kinder in außergewöhnlichen Situationen. Das Beste daran ist, dass es stellenweise den Fokus von den unvermeidlichen Liebesreigen nimmt. Nashville wendet sich immerhin für kurze Zeit einem anderen Thema zu.

Der Besuch

Scarletts Mutter Beverly (Dana Wheeler-Nicholson, Friday Night Lights) kommt zu Besuch während Deacon (Charles Esten) in gleich zwei anderen Dramen steckt. Seit Beginn der Serie Nashville musste man sich fragen: Was ist eigentlich mit Scarlett (Clare Bowen) los? Die meiste Zeit wirkt sie als wenn ein Windstoß sie umhauen könnte. In den letzten Episode hat die Antwort sich nach und nach entfaltet: Sie hat eine verrücke Mutter, die sie psychisch und physisch missbraucht, aber es schafft, vor anderen eine recht charmante und gesunde Fassade aufrecht zu erhalten.

Das erklärt so einiges. Sie hat versucht es Liam (Michiel Huisman) zu erklären als sie gemeinsam Lieder schrieben, doch erst als wir Scarlett im Zusammenspiel mit Beverly sehen, ergibt ihr Verhalten zum ersten Mal Sinn. Beverly hat zwei Gesichter und mit Sicherheit so einige klinische Probleme, die aus einer schwierigen, nicht näher beschriebenen Kindheit stammen. Das lässt sie an ihrer eigenen Tochter aus, die sie unter anderem für das Ende ihrer Karriere verantwortlich macht. Scarlett spricht oft wenig, bleibt im Hintergrund und drückt sich meist nur zögerlich-fragend aus. In der Episode Crazy erkennen wir, dass das wohl die Konsequenz ist, wenn man mit jemandem wie Beverly aufwächst. Der Rückblick in die Vergangenheit der beiden ist schon reichlich klischeehaft, aber er rundet das Bild ab. Langsam muss man sich fragen, wieso Deacon seine Nichte alleine mit einer Verrückten gelassen hat.

Am Ende führt der Besuch ihrer Mutter zu einem kompletten Zusammenbruch, den auch Avery nicht verhindern kann. Dass Scarlett dieser Zusammenbruch auf der Bühne widerfährt, ist passend. Ansonsten hätte es vielleicht nicht einmal jemand bemerkt. Seit einiger Zeit bittet sie alle um sie herum, Rayna (Connie Britton), Bucky (David Alford), Juliette (Hayden Panettiere), um mehr Zeit, um Ruhe, um eine Pause, doch niemand erkannte, wie es um sie stand. Immer wieder hat Scarlett das Scheinwerferlicht genutzt, um sich Gehör zu verschaffen. Sie hat gegen Juliettes Willen ihre Ballade gespielt, nur durch einen Song kann sie ihrer Mutter sagen, was sie fühlt. Nun wird die Aufmerksamkeit ihr zum Verhängnis.

Scarlett folgt in der Episode Crazy der Familientradition und wendet sich dem Alkohol zu um ihre Gefühle unter Kontrolle zu bekommen.

Interessant an der Konstellation der Tour ist, wie ähnliche die Geschichte der beiden Künstlerinnen ist. Sowohl Juliette als auch Scarlett können nicht auf eine glückliche Kindheit zurückblicken, beide hatten mit komplizierten, kranken Müttern zu kämpfen, doch sie haben sich verschiedene Richtungen entwickelt.

Scarlett haben die Erfahrungen der Kindheit zusammenbrechen lassen, sie hat nie gelernt, sich durchzusetzen, sie zieht sich zurück wann immer möglich.

Juliette ist hart geworden, oft einen Hauch zu kritisch, zu misstrauisch, zu ehrgeizig, doch immer wieder fällt sie auf die rein, die ihr etwas vorspielen. Immerhin in dieser Hinsicht, ist Juliette seit der ersten Staffel gewachsen, sie umgibt sich im Moment nur mit Menschen, denen sie wirklich etwas bedeutet.

Juliette zweifelt an Averys Gefühlen, weil er sich nicht so besitzergreifend verhält wie sie es gewohnt ist. Die Beziehung der beiden hat sich zu einer der starken Geschichten der letzten Zeit entwickelt, vielleicht liegt das auch daran, dass sie nicht in den Vordergrund rückt. Als Nebenstory zumindest funktioniert sie gut. Einerseits kann man verstehen, wieso Juliette eifersüchtig auf Scarlett reagiert, doch im Grunde braucht und will sie keinen Beschützer. Avery (Jonathan Jackson) gibt ihr das, was sie braucht, schade nur, dass sie nicht dabei war um zu hören wie Avery Charles (Charlie Bewley) sagt, dass er Juliette nicht kaufen könne.

Medienrummel

Endlich kommt Maddies Geheimnis ans Licht und rückt sie in den Fokus des Interesses - leider nicht. Um Maddie (Lennon Stella) geht es nur am Rande, wenn sie auch eine sehr schöne Szene mit ihrer Schwester bekommt. Egal welchen Handlungsstrang um Rayna die Nashville-Autoren aufgreifen, am Ende geht es doch immer nur um eines: Ihre unausweichliche Liebe zu Deacon. Die Unterhaltung am Ende der Episode Crazy wäscht die Luft rein und kann eigentlich nur eines bedeuten: Wir stehen kurz vor einem Comeback dieser Beziehung.

Immerhin ist der Weg dahin interessant. Luke (Will Chase) gibt uns einen Blick hinter seine Fassade, doch irgendwie schafft er es nicht, sympathisch zu wirken. Es ist ein schöner Zug, dass er Rayna nicht alleine zu dem möglicherweise rückfälligen Deacon fahren lassen will. Die Geschichte um eine alte Konzertreihe, bei der er Rayna bereits liebte, ist nett, aber auch ein bisschen seltsam. Wollen die Autoren uns wirklich verkaufen, dass Luke seit zwanzig Jahren in Rayna verliebt ist? Und nun dreht er durch angesichts ihres Familiendramas, obwohl sie ihm keinen Grund gegeben hat, ihr zu misstrauen? Vermutlich weiß er einfach das, was wir alle wissen: Aus dem Rayna-Deacon-Drama gibt es keinen Ausweg, für niemanden von uns.

Fazit

Die Episode Crazy bringt einen Blick auf die familiären Verhältnisse der Figuren. Der Besuch von Beverly bringt uns Scarletts Charakter endlich näher, auf der anderen Seite steht eine interessante Story um Rayna, Teddy (Eric Close) und Deacon, die sich zusammenraufen um Schadensbegrenzung zu betreiben. Schade, dass die Nashville-Autoren diese Gelegenheit für ein Rayna-Deacon-Comeback wohl nicht vorübergehen lassen können.

Verfasser: am Mittwoch, 9. April 2014

Nashville 2x19 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 19
(Nashville 2x19)
Deutscher Titel der Episode
Steinige Wege
Titel der Episode im Original
Crazy
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 2. April 2014 (CMT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 1. Juli 2014
Autor
Debra Fordham
Regisseur
Jean de Segonzac

Schauspieler in der Episode Nashville 2x19

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