Nashville 2x18

© ielleicht eine zu einseitige Liebe: Will (Chris Carmack) und Layla (Aubrey Peeples) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Immerhin gibt es eine gute Neuigkeit über die Serie Nashville zu vermelden: Rayna (Connie Britton) und Deacon (Charles Esten) schaffen es, Beziehungsdramen zu haben und nicht in derselben Episode gemeinsam im Bett zu landen. Stattdessen steht Maddie (Lennon Stella) endlich im Vordergrund. Zumindest bei Rayna und Deacon. Teddy (Eric Close) wird immer weiter mehr zur Karikatur, leider nicht auf die myteriös-mächtige Königsmacherart wie Lamar einst. Dass er Bürgermeister von Nashville ist, scheint an den Serienautoren vorbeizugehen.
Böse und sonst nichts
Teddy hat mit Megan (Christina Chang) geschlafen kurz nachdem seine Frau einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Doch jetzt ist er halt Hals über Kopf in Deacons Freundin verliebt. Die Serie Nashville hat den Punkt längst erreicht, an dem man vieles nicht mehr ernst nehmen kann. Die Beziehungen und Seelenverwandtschaften wechseln schneller als man Schritt halten kann.
Am schlimmsten hat es Teddy erwischt: Peggy ist wie ausgelöscht (und als einziger Grund wurde uns präsentiert, dass er die Lüge über die Schwangerschaft herausgefunden hat) und nun ist er in Megan verliebt. Doch so richtig ergibt das alles keinen Sinn. Er ist fies zu Deacon, tritt wie ein Blinder um sich, trifft auch Maddie und Rayna. Und das alles weil er eine Nacht mit einer Frau verbracht hat? Sollte er nicht lieber noch ein bisschen die Ermordung seiner Ehefrau verarbeiten?
An der Figur Teddy zeigt sich das Problem der Serie Nashville besonders deutlich: Erst findet er seine verlorengeglaubte Liebe Peggy wieder, dann liebt er sie doch nicht mehr so richtig und will lieber Bürgermeister werden, dann liebt er sie doch, sie stirbt, er schwört Rache an seinem ehemaligen Schwiegervater, doch der stirbt bevor Teddy etwas beweisen kann. Die ganze Geschichte fühlt sich wie eine einzige lange Vorbereitung an, die niemals zur Auflösung kommt. Die Nashville-Autoren lassen Geschichten stets fallen bevor sie interessant werden.
Statt Charakter zu zeigen verhält Teddy sich also nun durchgehend wie ein liebeskranker Irrer und tritt in alle Richtungen. Nun hat er es geschafft, Deacon weiß Bescheid und trennt sich von Megan. Werden wir jetzt noch weiter etwas von Teddys Liebe erfahren oder haben die Autoren wieder einmal nur einen einfachen Antrieb für das nächste Liebesdrama gesucht?
Verrückt und sonst nichts
Unterdessen trifft Will (Chris Carmack) eine lebensverändernde Entscheidung. Er zwingt Layla (Aubrey Peeples) geradezu in eine Ehe und die hat nichts mehr von dem fiesen Biss, mit dem sie einst Juliette (Hayden Panettiere) zugesetzt hat. Sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, tanzt nach Wills Pfeife auch wenn er sich nicht einmal besondere Mühe gibt. Er nimmt ihr und sich selbst die Chance auf eine aufrichtige Beziehung, er zieht sie mit in den Abgrund, wie Gunnar (Sam Palladio) es ausdrückt. Doch so richtig spannend wird das nicht, in einer Serie in der die Beziehungen nur eine kurze Halbwertszeit haben, muss man sich nicht darum sorgen, dass jemand in jahrzehntelangem Unglück untergeht. Das Interessanteste an der Geschichte ist noch Gunnars freundschaftliche Einmischung. Es weckt Erinnerungen an die erste Staffel, in der Gunnar eine echte Rolle inne hatte und nicht nur am Rande stand.
Süchtig und sonst nichts
Scarlett (Clare Bowen) hat ein Tablettenproblem. Doch bisher haben wir nur gesehen, dass die Nashville-Autoren keinen guten Job abliefern, wenn sie diese Sucht darstellen sollen. Meist beschränken sie sich darauf, bedrohliche Musik einzuspielen wenn Scarlett sich nach einer schwierigen Situation anschickt, eine Tablette einzuschmeißen. Einmal haben wir gesehen, dass sie unerklärlich gut gelaunt auf ihre ehemalige beste Freundin reagiert hat. In der Episode Your Wild Life's Gonna Get You Down geht sie auf Selbstzerstörungskurs. Sie fordert Juliette heraus und sagt deutlich, dass sie gerne von der Tour gefeuert werden möchte. Doch ihre Aktion auf der Bühne ist eigentlich sehr überlegt und clever. Zum ersten Mal erscheint sie nicht als unsicheres, naives Mädchen, das nicht so ganz weiß, was sie will. Wenn das ihre Art der Tablettensucht ist, dann tut es Scarlett eigentlich gut. Sie steht Juliette gegenüber auf und nutzt ihren Platz auf der Bühne als Argument.
Fazit
Immerhin, Maddie und Daphne (Maisy Stella) machen die Episode Your Wild Life's Gonna Get You Down mal wieder sehenswert. Die kleine Klatscheinlage ist schöner als die Bühnenauftritte dieser Episode und der nächste Konflikt ist schon programmiert nachdem Maddie nun gleich mit zwei Videos im Internet vertreten ist. Allerdings dauert die Vorbereitung auf das große Ereignis nun schon zwei Episoden lang. Ob wir noch in den Genuss des Showdowns bekommen oder die Nashville-Autoren die Sache vorzeitig wieder fallen lassen, bleibt abzuwarten.
Trailer zu „Nashville“ (2x19)
Verfasser: am Montag, 31. März 2014Nashville 2x18 Trailer
(Nashville 2x18)
Schauspieler in der Episode Nashville 2x18
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?