Nashville 2x14

Die Episode Too Far Gone nimmt den Wind aus den Liebesdramen und wendet sich den ganz großen Geheimnissen und Lebensplänen zu. Während Rayna (Connie Britton) endlich die Wahrheit über Tandys Verhalten erfährt, überlegen andere Figuren, wie sie ihre Karrieren ankurbeln können.
Die graue Eminenz
Lamar (Powers Boothe) kehrt zurück aus dem Gefängnis in den Schoß der Familie, zumindest für kurze Zeit. Wir vermuten schon lange gemeinsam mit Tandy (Judith Hoag), dass er seine Frau auf dem Gewissen hat. Und auch Teddys Anschuldigung, dass er hinter dem fehlgelaufenen Anschlag auf ihn stecken könnte, scheint nicht aus der Luft gegriffen. In der Episode Too Far Gone ist es Zeit für Rayna, diesen Vermutungen ins Auge zu blicken und ihren Vater damit zu konfrontieren. Doch so richtig dramatisch wird es nicht.
Am Ende gibt Lamar eventuell seine Abschlussvorstellung, was besonders irritierend ist, weil wir das Ganze doch bereits schon einmal gesehen haben. Vieles, was die Politik- und Machtstory in Nashville betrifft, fühlt sich immer wieder unausgegoren an, als ob die Autoren von Episode zu Episode entscheiden würden, was gerade gut reinpasst. Diese Seite der Story ist es auch, die immer wieder einen Hauch Seifenoper zu viel in die Geschichte holt. Dass Lamar seinen Herzinfarkt ausgerechnet vor Teddy (Eric Close) hat, der kurz zuvor ohne stichhaltige Beweise Lamars Tochter des Betrugs an ihrem Vater bezichtigt hat; dass nun Deacons Freundin Megan (Christina Chang) und Teddy eine Verbindung haben - das alles fällt eher in die Kategorie akzeptabel als unterhaltsam.
Megan und Teddy, wo führt das hin? Die beiden teilen die Erfahrung, einen Ehepartner zu verlieren, und haben alleine dadurch mehr als eine rein berufliche Verbindung. Doch wieso muss es Deacons Freundin sein? Wieso muss es eine zweite Frau geben, die zwischen diese beiden gestellt wird? Auch dieser Teil der Politik-Story macht bis jetzt nur wenig her.
Musikgeschäfte
Interessanter sind da schon Deacons erste Schritte als Solokünstler. Mit dem Auftritt im Blue Bird findet er seinen eigenen Weg, der vermarktbar ist, aber trotzdem zu ihm passt. Der Song, den Deacon (Charles Esten) in der Episode Too Far Gone zum Besten gibt, ist schön. Dass er ihn Megan widmet kann man am Ende der Episode dann auch ganz gut verstehen. Wir sehen zwar generell nur wenig aus der Beziehung dieser beiden, aber mittlerweile kann man ihnen - zumindest für den Moment - die Gefühle abnehmen. Rayna hat zu viele eigene Dinge um die Ohren, um Deacon momentan in seine neue Beziehung zu funken.
Zoey (Chaley Rose) glättet sich die Haare und legt endlich mit einer eigenen Storyline los. Sie unternimmt erste Schritte Richtung Karriere in Angriff und dabei erscheint sie so wunderbar durchschnittlich, dass man bei ihr mitfühlen kann. Während alle anderen auf der Überholspur unterwegs sind, füllt sie den Underdog-Raum, den Scarlett (Clare Bowen) und Gunnar (Sam Palladio) hinterlassen haben. Sie wird nicht entdeckt, weil sie am Pool singt, sie geht auf Castings, sie versucht sich auf die harte Tour hochzuarbeiten und das könnte durchaus interessant werden. Immerhin hat sie nun endlich was Eigenes zu bieten, anstatt immer nur Gunnars Freundin zu sein, die Stress mit Scarlett hat.
Versteckt
Juliette (Hayden Panettiere) verkriecht sich unterdessen bei Avery (Jonathan Jackson) und stößt damit nicht nur auf Gegenliebe. Avery ist ehrlich zu Juliette und die kann damit erstaunlich gut umgehen. Dass sie ihm nach wenigen Tagen neue Möbel kauft, ist arg an den Haaren herbeigezogen, und nach wie vor scheinen die beiden oft mehr Freunde als Liebende zu sein.
Avery ist zum Sympathieträger geworden und er arbeitet weiterhin daran, indem er Juliette auch mal die Meinung sagt und andererseits so liebevoll zu ihr ist. Juliette profitiert als Figur ebenfalls vom Zusammensein mit Avery, sie wird verständiger, lässt sich eben auch mal eine unangenehme Wahrheit sagen. Doch diese Vorteile haben wir auch schon gehabt, als die beiden nur Freunde waren. Bisher lässt die große Liebesszene, die auch den letzten Zweifler von den beiden überzeugt, noch auf sich warten.
Fazit
Einige Nashville-Episoden leben von der Musik, andere vom Drama. Die Episode Too Far Gone hat von beidem unterschiedlich viel zu bieten. Musikalisch ist die Episode relativ spärlich, aber dafür gibt es mit Deacons Auftritt einen schönen Höhepunkt. Doch das Drama versackt irgendwo zwischen Vorhersehbarkeit und Desinteresse. Lamar ist keine Figur, über dessen Schicksal man sich große Gedanken machen muss, und die großen Familiengeheimnisse um ihn herum werden in dieser Episode etwas lieblos abgehandelt.
Verfasser: Serienjunkies.de am Sonntag, 9. Februar 2014Nashville 2x14 Trailer
(Nashville 2x14)
Schauspieler in der Episode Nashville 2x14
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