Nashville 2x13

Nashville 2x13

In einer Industrie in der es ebenso um Gefühle wie um Geld geht, ist es schwierig, sich selbst treu zu bleiben. In der Episode It's All Wrong, But It' All Right müssen einige Figuren lernen, was es bedeutet, Kunst und Geschäft zu jonglieren.

Hayden Panettiere in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Hayden Panettiere in der Serie „Nashville“ / (c) ABC

Die Episode It's All Wrong, But It's All Right nimmt den Fokus von den romantischen Verwicklungen der Figuren, hin zu den künstlerischen Bemühungen. Das wurde auch langsam Zeit. Diese Nashville-Episode zeigt, wieso es sich gelohnt hat, durch alle Vorhersehbarkeiten dabei zu bleiben.

Niemals entschuldigen

Juliette (Hayden Panettiere) setzt ihre Karriere aufs Spiel, stellt sich stur und verliebt sich in den einzigen Typen, der ihr beisteht. In den letzten Episoden war einfach nichts Neues oder gar Interessantes zu holen. Doch in der Episode It's All Wrong, But It's All Right legen die Nashville-Autoren nach. Mit einem mutigen Schritt und einem großartigen Song hieven sie Juliette zurück in den Mittelpunkt des Interesses.

Juliette versucht seit Beginn der Serie Nashville, mit sich selbst ins Reine zu kommen und immer wieder ihre Karriere zu retten. Es gab Fortschritte und Rückschläge, auf die Dauer ist es etwas eintönig geworden. Doch die Episode It's All Wrong, But It's All Right könnte als Wendepunkt in Erinnerung bleiben. Juliette hat einen mutigen Schritt gewagt indem sie den Grand Ole Opry-Auftritt nicht als Gelegenheit nutzt, sich zu entschuldigen, sondern ihren Standpunkt deutlich macht. In der Vergangenheit war sie nicht gerade die pflegeleichteste Person, aber sie hat immer ihre Karriere an die erste Stelle gestellt, alles dafür getan, an der Spitze zu bleiben. Doch Jeffs Hartnäckigkeit und die Ecke, in die sie durch die Proteste gedrängt wurde, hat eine neue Seite in ihr freigesetzt. Sie steht ein für das, woran sie glaubt. Die Szene auf der Bühne wäre jedoch nur halb so viel wert, wenn sie nicht von einem wunderbaren neuen Song untermalt wäre.

Die Idee, Juliette aus dem Plattenlabel zu schmeißen, ist gut. An dieser Stelle von Verlorenheit haben wir sie noch nie gesehen. Sie hat so ziemlich alles verloren, wofür sie immer gekämpft hat und zeigt sich in der Krise erwachsener als je zuvor. Statt Glenn (Ed Amatrudo) anzuschreien, spendiert sie ihm einen Urlaub. Und wie kommt dieses Wunder zustande? Es kann - zumindest in der Serie Nashville - kaum eine andere Antwort geben: Es ist die Liebe.

Die Beziehung zu Avery (Jonathan Jackson) kann eher mit der generellen Idee als mit der Umsetzung punkten. Nach der ersten Enttäuschung, dass die beiden nicht einfach Freunde bleiben konnten, hat man sich nun daran gewöhnen müssen. Die beiden gemeinsam auf der Bühne, Avery, wie er sich im Backstagebereich um Juliette kümmert, das alles hat auch durchaus etwas Bezauberndes. Doch ihre emotionale Ansprache am Ende der Episode schießt ein bisschen übers Ziel hinaus. Dabei haben die Nashville-Autoren den echten Beweis für Juliettes neue Entwicklung doch schon gefunden: Sie macht den Ketchup-Auflauf ihrer Mutter für Avery. Das zeigt uns: Sie hat sich mit ihrer Vergangenheit arrangiert und kommt dank Averys Unterstützung langsam mit sich ins Reine.

Geschäftsfrau

Unterdessen ringt Rayna (Connie Britton) weiterhin um den Erfolg ihres neuen Labels. Doch eine echte Entwicklung ist das nicht. Wir haben sie als integre, aber clevere Geschäftsfrau kennengelernt und so präsentiert sie sich weiterhin. Sie kämpft um jede Chance, aber wenn es gegen ihre Moral geht, schlägt sie auch die größte Möglichkeit aus. Sie baut ihr Plattenlabel nach ihren Vorstellungen aus und es nimmt immer mehr Form an. Scarlett (Clare Bowen) entwickelt sich - langsam und mit Rückschlägen - zu einem Star, sie hat Liam (Michiel Huisman) wieder in ihrem Team und auch ihr neuer Freund gibt sich alle Mühe, bei ihr, ihren Töchtern und uns Sympathiepunkte zu sammeln. Doch auch wenn die Nashville-Autoren sich alle Mühe geben, die Beziehung ernsthaft erscheinen zu lassen, bleibt Luke (Will Chase) weiterhin blass. Immerhin steht er in der Episode It's All Wrong; But It' All Right Jeff (Oliver Hudson) gegenüber endlich mal auf. Und das wirft die Frage auf, welcher Star schneller bei Highway 65 landet: Luke oder Juliette.

Tief drinnen

Die beiden weiblichen Nachwuchstalente der Serie Nashville, Layla (Aubrey Peeples) und Scarlett, lernen in der Episode It's All Wrong; But It' All Right, was es heißt, Songwriter zu sein. Für beide ist das schmerzhaft, doch die Fortschritte sind vielversprechend. Mit Casting-Layla und Oldschool-Gunnar treffen zwei komplett unterschiedliche Typen aufeinander, die jedoch zu einem schönen Einvernehmen finden. Es ist das erste Mal, dass Layla uns hinter ihre Fassade schauen lässt und wenn man geneigt ist, kann man ein bisschen Sympathie für sie entdecken. Auch die Beziehung zu Will (Chris Carmack) wird endlich ein bisschen verständlicher.

Eindrucksvoller ist jedoch Scarletts Zusammenarbeit mit Liam. Nach der Trennung von Avery überkommt einen fast das Gefühl, sich bei den Nashville-Autoren bedanken zu müssen, dass hier zwei Figuren emotional zusammenarbeiten können, ohne direkt im Bett zu landen. Liam fordert alles von den Künstlern, mit denen er arbeitet, das hat er schon bei Rayna bewiesen. Die oft so zerbrechlich wirkende Scarlett bekommt mit Liam die Gelegenheit, eine völlig neue Seite von sich zu zeigen. Nicht nur die Geschichte mit ihrer Mutter, auch die Einsicht, dass sie künstlerisch wirklich extrem gut sein kann, wenn man ihr eine Gelegenheit gibt, ist interessant. Doch ihre damit einhergehende Pillenabhängigkeit kommt etwas flach herüber, darf aber fürs Erste ignoriert werden, besonders wenn man das wunderschöne Lied hört, das sie gemeinsam mit Liam erarbeitet.

Fazit

Alle Figuren arbeiten in der Episode It's All Wrong, But It's All Right an ihrer beruflichen Weiterentwicklung. Das gibt uns nicht nur eine angenehme Atempause in dem endlosen Liebeswechselspiel der letzten Episoden, es bringt uns auch schöne neue Lieder und eine Handvoll erinnerungswürdiger Szenen.

Trailer zur Nashville-Episode „Too Far Gone“ (2x14)

Verfasser: Serienjunkies.de am Sonntag, 2. Februar 2014
Episode
Staffel 2, Episode 13
(Nashville 2x13)
Deutscher Titel der Episode
Zur falschen Zeit
Titel der Episode im Original
It's All Wrong, But It's All Right
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 29. Januar 2014 (CMT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 10. Juni 2014
Autor
Debra Fordham
Regisseur
Bethany Rooney

Schauspieler in der Episode Nashville 2x13

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