Nashville 2x11

Nashville 2x11

Deacon hat ein Luxusproblem und Juliette wird der ultimative Sündenfall unterstellt. Obwohl es in der Episode I'll Keep Climbing große Veränderungen zu bedauern - oder zu feiern - gibt, plätschert die Geschichte ein bisschen zu sehr vor sich hin.

Schon wieder? Gunnar (Sam Palladio) und Scarlett (Clare Bowen) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Schon wieder? Gunnar (Sam Palladio) und Scarlett (Clare Bowen) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
© chon wieder? Gunnar (Sam Palladio) und Scarlett (Clare Bowen) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC

Die Episode I'll Keep Climbing bringt eine Veränderung, die eigentlich schon lange überfällig ist. In anderen Bereichen bleiben die Nashville-Autoren in ebenfalls mehr oder weniger vorhersehbaren Schienen.

Abschied

Seit der letzten Episode mussten wir um zwei Figuren zittern: Peggy (Kimberly Williams-Paisley) und Will (Chris Carmack). Doch die Zuschauer, die wirklich um die Peggy trauern sind wohl deutlich in der Unterzahl. Generell haben die Nashville-Autoren ein Händchen dafür, Figuren eigenen Charme und Vielschichtigkeit auch in eindimensionalen Geschichten zu verleihen. Doch mit Peggy haben sie jedes dieser Ziele weit verfehlt und nicht zuletzt weil die anderen Figuren so gut funktionieren, stach Peggy immer wieder wie die schmerzhafte Erinnerung an einen Fehler hervor. Es liegt nicht an der Schauspielerin, soviel kann man sagen. Es ist der Zick-Zack-Kurs, gepaart mit konstanter Vernachlässigung, der Peggy an den Rand der Zuschauernerven geführt hat.

Erst wurde sie uns als Teddys wahre Liebe präsentiert, doch sie bekam nicht ansatzweise soviel Aufmerksamkeit wie die love interests anderer Figuren. Bei Deacons diversen Affären schaffen die Autoren es in kürzerer Zeit, sie wesentlich menschlicher erscheinen zu lassen. Es folgten ein Selbstmordversuch und plötzlich Teddys unerklärliches Umschwenken von Liebe zu Duldung aufgrund der Schwangerschaft, zurück zu aufrichtigen Gefühlen als sie das Baby verlor. Nichts was innerhalb dieser Beziehung passiert ist, konnte man als Zuschauer mitfühlen und seltsamerweise ergibt auch nichts davon Sinn innerhalb der größeren Story. Was sollte die ganze Storyline mit der gefälschten Schwangerschaft nur um die Sache dann im Sande verlaufen zu lassen?

Jetzt haben die Autoren also die Reißleine gezogen und die Figur aus der Geschichte geschmissen. Was bleibt ist ein aufrichtig trauernder Teddy (Eric Close) und eine aufkeimende Verschwörungstheorie. Alles, was die politische Seite von Nashville betrifft, ist in der Regel eher von minderem Interesse, doch Mordermittlungen könnten immerhin spannender als eine leere Beziehung werden.

Will überlebt den Cliffhanger und zeigt seinem Freund Gunnar (Sam Palladio) endlich seine dunkle Seite. Er kann seine wahre Natur nicht zeigen, glaubt, sich verstellen zu müssen. Doch statt sich zurückzuhalten, hat er sich mit Layla (Aubrey Peeples) in eine PR-Lüge verstrickt. Dieser Zusammenbruch war lange überfällig, doch in der Episode I' Keep Climbing plätschert die Sache ein bisschen vor sich hin. Das Gespräch zwischen Gunnar und Will ließ vermuten, dass eine Veränderung in Will vor sich geht, dass er etwas umkrempeln will, doch als er auf Layla und Brent (Derek Krantz) trifft, verhält er sich genauso, wie er es in den Episoden zuvor auch getan hat. Er hält Layla mit halbgaren Beschwichtigungen hin und stößt Brent von sich.

Fünf Verliebte

Wir sind Liebesdreiecke gewöhnt, auch mit Quartetts hält man sich in der Serie Nashville nicht zurück, doch nun haben wir ein sehr verwobenes Quintett aus bekannten Figuren zu bewundern: Während Scarlett (Clare Bowen) ganz klar noch nicht mit Gunnar abgeschlossen hat, ist der aktuell mit ihrer besten Freundin Zoey (Chaley Rose) mehr oder weniger glücklich. Unterdessen hat Scarletts Freund Avery (Jonathan Jackson) ein Auge auf Juliette (Hayden Panettiere) geworfen, die ihrerseits eines zurückgeworfen hat.

Ob Scarlett und Avery am Ende der Episode I'll Keep Climbing nun zusammen oder getrennt sind, wird nicht ganz deutlich. Immerhin ist Scarlett ihrer ursprünglichen Naivität entwachsen und erkennt, dass Juliettes nächtlicher Besuch nicht ganz ohne Subtext kam. Schade ist es dennoch, dass die Nashville-Autoren die Freundschaft zwischen Avery und Juliette nicht einfach unangetastet lassen konnten. Man sollte vielleicht nicht jede mögliche Konstellation mitnehmen, wenn man ein Bäumchen-Wechsel-Dich-Dilemma vermeiden möchte.

Auf der anderen Seite der Geschichte steht eine wütende Scarlett einer ziemlich schnell im Alltag angekommenen Beziehung zwischen Zoey und Gunnar gegenüber. Die Chemie, die die beiden Gesangspartner hatten, diese fast schicksalshafte Verbindung, die auch Gaststar Kelly Clarkson erkennt, haben Zoey und Gunnar ganz offenbar nicht. Schön wäre es trotzdem, wenn die Nashville-Autoren uns überraschen würden und damit nicht ein Revival für Scarlett und Gunnar vorbereiten. Aber die Erfahrung gibt wenig Anlass zur Hoffnung.

Ebenfalls absehbar ist die Rückkehr des Songtexter-Duos Rayna (Connie Britton) und Deacon (Charles Esten). Beide stehen unter dem Druck, einen Hit zu schreiben und das hat ja zusammen immer am besten funktioniert. Ob an dieser Front eine Überraschung zu erwarten ist? Deacons Luxusproblem, zu glücklich zum Schreiben zu sein, sollte ja darauf schließen lassen, dass Megan (Christina Chang) ein Treffer für ihn ist. Doch wird er sich zurück in die unheilvolle Verbindung mit Rayna ziehen lassen? Im Moment fühlt es sich an als wenn die Zeit noch nicht reif dafür wäre. Immerhin wird uns Luke Wheeler (Will Chase) in der Episode I'll Keep Climbing erspart. Nun, da man die Option Luke kennt, kann man sich sogar freuen, dass Liam (Michiel Huisman) zurückkehrt. Die Nashville-Autoren scheinen Deacon einfach keine ernstzunehmende Konkurrenz geben zu wollen, dabei hätte Rayna mal eine schöne Liebesgeschichte verdient.

Kein Gott

Die einzige, die in der Episode I'll Keep Climbing ein bisschen von dem Liebesreigen ablenkt ist, ist Juliette, die sich einer weiteren Krise gegenübersieht. Der Vorwurf, Gotts Existenz zu bestreiten und die riesige Welle, die das verursacht, ist wohl für Zuschauer in Deutschland befremdlich. Die Ernsthaftigkeit von Laylas Pressekonferenz lässt das Ganze schon fast amüsant übertrieben wirken. Doch die Bedrohung für Juliettes Karriere wird zum ersten Mal wirklich spürbar. Andere Krisen - und es gab ja so einige - hat sie stets galant umschifft, doch dieses Mal fühlt es sich ernster an. Sie geht sogar so weit, ihre Nemesis Layla um einen Gefallen zu bitten.

Einerseits werden die Hürden also höher gehängt, auf der anderen Seite ist das Thema, die Bedrohung von Juliettes Karriere durch Skandale, auch schon ganz schön abgegriffen.

Fazit

In der Episode I'll Keep Climbing müssen viele Figuren mit großen Veränderungen klarkommen, doch ein echter Höhepunkt ist nicht dabei, kaum jemand trifft eine echte Entscheidung, niemand findet eine Lösung und die Tote, die zu betrauern ist, interessiert eigentlich niemanden so richtig. Immerhin die musikalische Seite der Story reißt einiges wieder raus, sowohl Juliettes Song zum Einstieg als auch Gunnars und Scarletts Duett fangen das großartige Nashville-Gefühl der ersten Staffel ein. Besonders die starke Verabschiedung von Deacon und Maddie (Lennon Stella) auf der Gitarre entlässt den Zuschauer zufrieden bis zur nächsten Episode.

Verfasser: am Samstag, 18. Januar 2014
Episode
Staffel 2, Episode 11
(Nashville 2x11)
Deutscher Titel der Episode
Himmel und Hölle
Titel der Episode im Original
I'll Keep Climbing
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 15. Januar 2014 (CMT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 3. Juni 2014
Autor
Tyler Bensinger
Regisseur
Callie Khouri

Schauspieler in der Episode Nashville 2x11

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