Nashville 2x08

Nashville 2x08

In der Episode Hanky Panky Woman geht für die Nashville-Figuren das große Touren los. Besonders Scarlett wird dabei auf die Probe gestellt, aber auch Rayna hat eine Aufgabe zu bewältigen.

Eine Version des Liedes: Rayna (Connie Britton) und Luke (Will Chase) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Eine Version des Liedes: Rayna (Connie Britton) und Luke (Will Chase) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
© ine Version des Liedes: Rayna (Connie Britton) und Luke (Will Chase) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC

Was die Serie Nashville besonders macht, ist der Blick in den Alltag der Musiker. In der Episode Hanky Panky Woman bekommen wir das Beste von alldem serviert, Backstagegeplänkel, gemeinsames Liederschreiben am Pool und Machtspiele mit den Geschäftsleuten des Labels. Ach ja, und Teddy (Eric Close) und Peggy (Kimberly Williams-Paisley) haben auch ein bisschen Zeit auf der Mattscheibe.

Der neugeborene Star

Zwei fürsorgliche Erfahrene streiten sich in der Episode Hanky Panky Woman um Scarletts wohl. Das zweite Konzert gibt Rayna (Connie Britton) Recht: Scarlett (Clare Bowen) kann auf der Bühne glänzen wenn sie will, sie mutiert geradezu zur Rampensau. Diese Verwandlung kommt etwas plötzlich. Es ist verständlich, dass der erste Auftritt ihr Angst macht. Das würde es wohl auch jemanden, der nicht so schüchtern ist wie Scarlett. Es ist gerade diese Schüchternheit, die uns oft einen Einblick in Scarletts Charakter verwehrt. Sie zeigt nur wenig von sich. Die einzige Erklärung, die sie für ihren zweiten, grandiosen Auftritt liefert, ist die, dass es ja so sein muss. Doch das widerspricht dem aufgeregten Telefonat mit Avery ([actro=Jonathan Jackson]) und dem Gespräch mit Rayna kurz unmittelbar vor dem zweiten Auftritt. Was ist davon Show und was ist echt? Ein bisschen seltsam ist es, dass sie nicht einmal einen Abend lang einen Höhenflug hat, nachdem sie diese große Aufgabe gemeistert hat. Soll hier ein Star wider Willen seinen Anfang nehmen?

In jedem Fall könnte es spannend werden, wenn ihre Mutter, Deacons Schwester, ins Geschehen eingreift. Beziehungen zwischen Mütter und Töchtern spielen eine große Rolle in der Serie Nashville. Welche Art von Mensch sich hinter Scarletts Erziehung versteckt, dürfte interessant sein.

Die zwei alten Stars

Während Rayna seit anderthalb Staffeln aus einer einzig großen Sympathiewelle segelt, rutscht Luke Wheeler (Will Chase) in der Episode Hanky Panky Woman ganz schön ab. Er zeigt nicht nur Gunnar (Sam Palladio) gegenüber Starallüren und spielt sich auch sonst nicht gerade als idealer love interest für Rayna. Was treiben die Nashville-Macher an dieser Front nur? Darf niemand auch nur im Ansatz besser sein als Deacon (Charles Esten)? Erst Liam (Michiel Huisman), der wie ein lässiger Zeitgenosse schien, bei dem wir trotzdem kaum Gelegenheit bekommen haben, ihn gern zu gewinnen und nun Luke. Es ist ja nicht so als wenn er Rayna nicht gut tut, die Liebesszenen zwischen den beiden sind schön, er scheint aufrichtig an ihr interessiert zu sein. Und doch schaffen die Autoren es, dass sich ein schales Gefühl einstellt. Ein bisschen Großmannssucht, ein bisschen arrogant zeigt er sich, nur Rayna gegenüber zeigt er seine charmante Seite.

Solange er als Werkzeug für deren Handlungsstrang funktioniert kann man ihn tolerieren. Die Idee, ein gemeinsames Lied mit Luke zu singen, um ihre Lieder von Jeff (Oliver Hudson) zurückzuholen, ist ein cleverer Schachzug von Rayna. Einige Zeit schon kämpft sie gegen die Bevormundung durch den neuen Labelchef an, nun lernt sie endlich, das Spiel mitzuspielen. Wie alles, was Rayna anfasst, macht sie auch das wunderbar und mit jeder Menge Stil. Man kann nur hoffen, dass sich hier nicht auch noch eine Liebesgeschichte mit Jeff entspinnt während Luke zu Deacons Handlungsstrang überwechselt, schwierige, gemeinsame Vergangenheit inbegriffen.

Gunnar hat seine große Chance am Schopf gegriffen, ist auf die Tour gegangen und hat einen Hit abgeliefert. Anders als Scarlett hat er immerhin den Biss, er will an die Spitze. Das wollte er von Anfang an. Ihn endlich seinen, wenn auch steinigen Weg gehen zu sehen, macht Spaß. Ähnlich wie bei Rayna sind auch die ihm die musikalischen Plots um Meilen besser als das Liebesleben. Weder Luke noch Zoey (Chaley Rose) scheinen als Figuren auf lange Sicht aufgebaut zu werden, so richtig Anteil kann man nur schwer nehmen.

Verhinderte Stars

Nur wenig zu tun hat in der Episode Hanky Panky Woman Deacon. Doch große Ereignisse werfen für ihn ihre Schatten voraus. Er hat immer mehr am Rand der Bühne gestanden, nun ist er auch noch verletzt. Doch er scheint entschlossen, einen neuen Anlauf zu nehmen und wir wissen, wie groß alle Beteiligten Deacons Talent einschätzen.

Ebenfalls einen kurzen Plot bekommt Juliette (Hayden Panettiere) zugeteilt. Das ist einerseits ärgerlich weil sie immer für eine interessante Szene gut ist, andererseits ist es noch ärgerlicher weil sie lediglich ihren seltsamen Affärenplot weiterspinnen darf, keine Auftritte, nur eine zu kurze, aber wirklich schöne freundschaftliche Songwriter-Szene mit Avery. Darüber hinaus nervt Juliette in der Episode Hanky Panky Woman weiterhin mit der Charlie-Story. Jetzt ist er aufrichtig in sie verliebt während seine Frau sich als gedankenlose Reiche entlarvt hat. Wenn da nicht noch etwas Spannendes nachkommt, könnte es langsam ernsthaft nerven, dass diese Geschichte Juliette davon abhält, ebenfalls interessante Tourabenteuer zu erleben oder sich anderswie um ihre Musik zu kümmern.

Und sonst?

Die Episode Hanky Panky Woman zeigt deutlich, wann die Serie Nashville am besten ist: Wenn es um Musik und um Gefühle geht, am besten beides zusammen. Was hingegen überhaupt nicht funktioniert ist die Geschichte um Teddy und Peggy. Die verunglückte Politikschiene aus der ersten Staffel haben die Autoren glücklicherweise weitgehend abgeschafft. Nun bleibt die Ehe-Schwangerschafts-Geschichte um den Bürgermeister und seine Neue. Doch mitfühlen kann man nicht, was soll das Ganze also noch?

Fazit

Die Episode Hanky Panky Woman nimmt uns mit auf eine interessante Tour, auf der sich viele der Figuren versammelt haben. Nach der vor Emotionalität schon fast platzenden letzten Episode ist dieser Blick in den Touralltag eine angenehme Erholung.

Verfasser: am Samstag, 23. November 2013
Episode
Staffel 2, Episode 8
(Nashville 2x08)
Deutscher Titel der Episode
Lampenfieber
Titel der Episode im Original
Hanky Panky Woman
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 20. November 2013 (CMT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 20. Mai 2014
Autor
David Gould
Regisseur
Eric Stoltz

Schauspieler in der Episode Nashville 2x08

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