Nashville 2x06

Nashville 2x06

Musikbusiness trifft Geldadel: In der Episode It Must Be You finden nicht nur Rayna und Juliette auf dem Belle Meade Polo Match wieder zu sich selbst. Ein Happy End hat dieser Tag aber nur für einen der Künstler zu bieten.

Künstler trifft Geldadel: Rayna (Connie Britton) und Luke (Will Chase) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Künstler trifft Geldadel: Rayna (Connie Britton) und Luke (Will Chase) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
© ünstler trifft Geldadel: Rayna (Connie Britton) und Luke (Will Chase) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC

Man muss sich ja nichts vormachen: In der Serie Nashville geht es zu einem nicht unwesentlichen Teil darum, wer was mit wem hat. Und in dieser Hinsicht hat die Episode It Must Be You so einige Neuigkeiten zu bieten. Durch die Reihe nutzen die Figuren den Tag des Polo Matches, um ihrem Verlangen nachzugeben. Doch ein echtes Happy End bekommt überraschenderweise nur Deacon (Charles Esten).

Geschäftsfrau

Rayna (Connie Britton) hat zwar ihre Stimme zurück, aber die Nashville-Autoren wollen uns trotzdem beweisen, dass sie sich weiterentwickelt hat: Von der Sängerin ist sie zur Geschäftsfrau geworden, die auf eigenen Beinen stehen will. Doch dazu muss sie Dinge tun, die ihr nicht ähnlich sehen. Zum Beispiel ein Polo Match des Geldadels besuchen und bei den Reichen um Geld bitten. Das läuft erwartungsgemäß nicht gut an. Die wirklich interessante Story um Rayna sind zwei Beziehungen, die bisher nicht im Rampenlicht standen: Tandy (Judith Hoag) und Luke Wheeler (Will Chase).

Tandy war für Rayna immer ein Fels in der Brandung, die vernünftige Schwester, die jenseits des Musikbusiness steht - und mittlerweile auch jenseits der Geschäftswelt. Doch der ungetrübten Schwesternschaft steht eine schwierige Probe bevor, von der bisher nur Tandy und wir wissen. Tandy hat nicht nur ihren Vater an die Justiz ausgeliefert, sie hat auch ihre Vermutung über den Tod der Mutter vor Rayna geheim gehalten. Juristische Verbote werden Rayna in dieser Hinsicht wohl nicht beschwichtigen.

Die Beziehung zwischen den beiden Schwestern haben die Nashville-Autoren lange und geduldig aufgebaut. Dass sie nun ins Kreuzfeuer gerät, ist ein weiterer Baustein auf dem Weg ins Melodram, zu dem sich die Serienautoren entschieden haben. Das ist nicht zwangsläufig eine schlechte Idee. Vor allem wenn die Story so überzeugend aufgebaut wird wie mit dem Schwesterproblem und nicht so sehr aus dem Blauen auf uns einprasselt wie in der anderen Storyline, die sich in der Episode It Must Be You für Rayna auftut.

Wir haben sie kennengelernt, als sie in einem Liebesdreieck mit Deacon (Charles Esten) und Teddy (Eric Close) gefangen war. Dann kam Liam (Michiel Huisman). Und nun wird die Königin der Countrymusik von ihrem männlichen Gegenpart Luke Wheeler geküsst. Sicher werden wir bald eine lange zurückgehende Hintergrundstory erfahren, immerhin scheinen Luke, Rayna und auch Deacon sich schon einige Zeit zu kennen.

Es ist etwas schade, dass die Autoren ihren eigenen Ideen nicht zu vertrauen scheinen, wenn sie kein Liebesdrama einstreuen. Ihr Weg zurück auf die Bühne, ihr mutiger Schritt ins eigene Geschäft, ihr Umgang mit den Problemen ihrer Tochter Maddie (Lennon Stella) und die anstehenden Dramen mit ihrem Vater, es gäbe so vieles, was Rayna interessant machen kann. Hoffentlich gehen diese Themen neben dem neuen Mann nicht unter.

Alte Muster

Dass Juliette (Hayden Panettiere) Charlies Avancen auf seinem Hochzeitstag nachgegeben hat, schien enttäuschend. Sie wiederholt alte Fehler. Immerhin schaffen die Autoren es, in der Episode It Must Be You daraus einen echten Handlungsstrang zu entwickeln und es nicht bei einer einzigen, mehr oder weniger sinnlosen Aktion zu belassen.

Sympathisch wirkt Charlie (Charlie Bewley) nun immer noch nicht, aber immerhin ein bisschen interessanter. Toll, er hat es geschafft, Freunde „beim einfachen Volk“ im Pferdestall zu finden. Ganz offenbar wollen sie uns zeigen, dass er nicht der arrogante, mit teuren Autos um sich werfende Schnösel ist, den wir bisher kennengelernt haben. Ein bisschen platt ist das schon, doch immerhin funktioniert die Szene für Juliette.

Sie will es mit allen Mitteln an die Spitze schaffen. Wir haben schon oft gesehen, wie sie dafür alles unterdrückt, was sie ausmacht. Doch nun ist sie glücklicher mit den Menschen, die sich für ihre Musik wirklich interessieren als mit denen, die unter großen Hüten den Rasen platttreten. Früher wurde sie noch wütend, wenn ihre Mutter ihr einen Ketchup-Auflauf präsentierte, weil sie sich nicht daran erinnern wollte, woher sie kommt. Doch sie hat einen langen Weg zurückgelegt und ihre Wurzeln scheinen ihr nun nicht mehr peinlich zu sein. Sie findet die Reichen eher peinlich, anstatt sich krampfhaft integrieren zu wollen.

Mit der Affäre hat sie sich eine gefährliche Feindin gemacht: Sie hat den Mann einer reichen, vermutlich daher auch mächtigen Frau gestohlen, die Juliette für eine Art Freundin hielt. Doch die Frau, die einer Freundin am nächsten kommt, Rayna, schickt sie in die Wüste, als die sie warnen will.

Viereck

Was die Nashville-Autoren mit Charlie nicht schaffen, zeigen sie meisterhaft mit einer anderen Figur: Avery (Jonathan Jackson) ist vom Bad Boy zum Sympathieträger geworden. Er hat Fehler gemacht, nicht immer die richtige Entscheidung getroffen und dennoch kann man sich durchaus dabei ertappen, dass man ihm mit Scarlett (Clare Bowen) die Daumen drückt.

Er hat sich verändert. Unter anderem muss man ihm hoch anrechnen, dass er nichts mit Juliette versucht hat. Gegen den neuen Avery wirkt Gunnar (Sam Palladio) wie eine Lachnummer. Es schien so besonders, was Scarlett und er hatten. Doch dank Zoey (Chaley Rose) wissen wir, dass er dieses Gefühl, füreinander bestimmt zu sein, mit jeder kreieren kann. Nur kurz nachdem er Scarlett einen Heiratsantrag gemacht hat, läuft er ihrer besten Freundin hinterher. Es fühlt sich fast ein bisschen an, als wenn die Nashville-Autoren sich damit über ihre eigene Serie lustig machen wollen. So schnell kann eine große Liebe verfliegen, so schnell steht die nächste da, der man schöne Augen machen kann.

Fazit

Die Episode It Must Be You zeigt, dass es eigentlich nicht unbedingt ein bestimmter Mensch sein muss. Alle Figuren finden neue, in manchen Fällen alte Lieben. Der einzige, der auf einem guten Weg zu sein scheint, ist Deacon. Megan (Christina Chang) und er haben sein größtes Problem überwunden, seine verhängnisvolle Vergangenheit mit Rayna. Das ist schön, glaubhaft und doch in Anbetracht der Verwicklungen der anderen Figuren ganz schön langweilig. Die Nashville-Macher haben sich dafür entschieden, den melodramatischen Weg zu gehen, und das machen sie gut. Ein dauerhaftes Happy End ist wohl auch für Deacon nicht in Sicht.

Verfasser: am Sonntag, 3. November 2013

Nashville 2x06 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 6
(Nashville 2x06)
Deutscher Titel der Episode
Eine ehrenwerte Gesellschaft
Titel der Episode im Original
It Must Be You
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 30. Oktober 2013 (CMT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 13. Mai 2014
Autor
Monica Macer
Regisseur
Kate Woods

Schauspieler in der Episode Nashville 2x06

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