Nashville 2x04

© amilienfoto mit Geheimnissen in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
In den letzten Episoden haben die Nashville-Macher es nicht geschafft, die angefangenen Handlungsstränge zu einem großen Paket zu schnüren, wie in der ersten Staffel. Doch You're No Angel Yourself beendet diese Durststrecke. Das Thema ist die Entscheidung, was man seinen Eltern durchgehen lassen kann: Zur Frage stehen Abwesenheit, Lügen, neue Frauen, sogar Mordverdacht.
Töchter und Väter
Während Maddie (Lennon Stella) versucht, die Wahrheit über ihren leiblichen Vater zu verdauen und gleichzeitig die Trennung ihrer Eltern zu verkraften, begibt Tandy (Judith Hoag) sich auf eine gefährliche Suche in der Vergangenheit ihres eigenen Vaters Lamar (Powers Boothe). Und dann spielt auch noch die einsame Waise Juliette (Hayden Panettiere) mit rein, die zu einer längst überfälligen Mutter-Tochter-Vereinigung beiträgt.
Seit das Geheimnis raus ist, ist nicht viel passiert zwischen Deacon (Charles Esten) und Maddie. Und auch Rayna (Connie Britton) hat der neuen Situation vor allem Schweigen entgegenzubringen. Es ist also an Maddie, die Sache voranzutreiben. Und sie ist tut es auf Teenager-Art, sie haut ab und führt damit die in Sorge vereinten Erwachsenen zusammen. Die Verzweiflung führt Rayna zu Deacon und Teddy weiter in seinen Größenwahn als Bürgermeister. Am interessantesten ist es jedoch, dass dieser Plot Maddie zu Juliette führt. Die beiden haben sich im Krankenhaus unterhalten und so unterschiedlich ihre Lebenswege auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie wurden von ihren Müttern enttäuscht.
Maddies kleines Abenteuer führt zu dem offenen Gespräch, das sie sich gewünscht hat. Es soll die Wahrheit sein und Rayna ist nun bereit, ihr die zu geben, zumindest in Form von melancholischen Geschichten über Songs.
Und auch mit Deacon gibt es eine erste, ernsthafte Kontaktaufnahme für Maddie. Der hat unterdessen die bereits vorhersehbare Affäre mit seiner Anwältin angefangen. Keine romantischen Gefühle zwischen Deacon und Rayna also fürs Erste. Sie müssen sich mit Maddies Leben beschäftigen, und es ist erholsam, dass ihre eigene verquere Liebe ihnen dabei nicht in den Weg kommt.
Rayna und Maddie können ihr Problem in Angriff nehmen und bekommen mit Hilfe von Daphne (Maisy Stella) sogar ein richtig idyllisches Happy End. Das ist Tandy nicht vergönnt. Sie hat den Verdacht, dass ihr Vater ihre Mutter umgebracht haben könnte und da Rayna mit eigenen Familiendramen beschäftigt ist, muss sie alleine damit umgehen. Sie entscheidet sich dafür, die familiäre Loyalität zu vergessen angesichts der Schwere des Verdachts.
Musikbranche
Für die großen Gefühle ist in der Episode You're No Angel Yourself die Sippe Conrad/James
zuständig. Die anderen Figuren führen uns in interessanter Weise weitere Tücken und Fallen des Musikbusiness vor Augen.
Will (Chris Carmack) hat Gunnars Song ohne Einverständnis gespielt und nun muss er feststellen, dass die Freundschaft bei beruflichen Fragen schnell aufhört. Er ist nicht einmal ein richtiger Bösewicht, denn im Grunde hat er Recht. Gunnar (Sam Palladio) ist im Moment Songwriter und sollte das Lied ein Hit werden, würde auch Gunnar davon profitieren. Doch Gunnar ist auch ein Träumer, ein Mann, der mehr sein will als Songwriter. Er will selbst auf der Bühne stehen. Und anders als der ihm sonst recht ähnliche Deacon beginnt er für sich zu kämpfen. Unterhaltsam daran ist, dass es ausgerechnet Avery (Jonathan Jackson) ist, der ihm bei dieser Entscheidung hilft.
Beide sind von Scarlett (Clare Bowen) verlassen worden und beide haben ihre große Chance im Musikbusiness versaut. Das könnte der Beginn einer großen Freundschaft werden.
Juliette ist immer noch mit ihren Imageproblemen beschäftigt. Sie will ernster genommen werden und findet einen interessanten Weg, zu ihrem Ziel zu kommen. Sie holt Layla (Aubrey Peeples) in ihr Team. Zumindest ein Stück weit, denn sie will zwar eine Tour mit ihr spielen, aber in ihr Haus lässt sie sie nicht. Layla hat bisher nichts Hinterhältiges getan, aber die Art, wie sie präsentiert wird, könnte in jede Richtung deuten. Das einzige, was wir von ihr sehen, sind schließlich Höflichkeiten und Aufgesetztheit. Ob dahinter eine freundliche oder eine niederträchtige Person steckt, wissen wir nicht.
Das größte Problem mit der Musikbranche hat im Moment Scarlett. Sie singt zwar gut, aber alles drumherum fällt ihr schwer. Schon die Aufnahmen im Studio mit Gunnar waren damals ein Problem. Nun sind es die Fotoaufnahmen, die ihr zu schaffen machen. Das Image, das sie darstellen soll, ist allerdings auch unglücklich. Layla darf immerhin in einem Kleidchen mit offenen Haaren auflaufen, während Scarlett ihre Brüste hochgeschoben bekommt. Wird sie sich mit den Spielchen in der Musikbranche anfreunden können?
Fazit
Die Episode You're No Angel Yourself erzählt endlich die Geschichten weiter, die in der letzten Zeit auf Eis zu liegen schienen. Rayna, Deacon und Teddy müssen sich mit Maddie auseinandersetzen. Für Will, Gunnar und Scarlett wird er ernst in der Musikbranche, während wir an Juliette sehen, dass auch nach dem großen Durchbruch eine Karriere kein Selbstläufer ist.
Verfasser: am Samstag, 19. Oktober 2013(Nashville 2x04)
Schauspieler in der Episode Nashville 2x04
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?