Nashville 2x02

Nashville 2x02

Ein neuer Edgehill-Boss bringt in der Episode Never No More neue Probleme für Juliette und Rayna mit sich. Unterdessen versucht Scarlett sich um ihren griesgrämigen Onkel zu kümmern, der stellt sich jedoch ganz schön an.

Gegnerinnen, Freundinnen und Kolleginnen: Rayna (Connie Britton) und Juliette (Hayden Panettiere) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Gegnerinnen, Freundinnen und Kolleginnen: Rayna (Connie Britton) und Juliette (Hayden Panettiere) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
© egnerinnen, Freundinnen und Kolleginnen: Rayna (Connie Britton) und Juliette (Hayden Panettiere) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC

In der Episode Never No More übernimmt ein Protagonist die Bühne, der in der Serie Nashville seine Existenz lange im Schatten fristen musste: das raue Showbusiness. Außerdem kommt nicht nur Rayna zu der Einsicht, dass Blut dicker als Wasser ist.

Auftritt: der Finanzhai

Goodbye Marshall, nun hält ein neues Zeitalter Einzug bei Edgehill Records. Der neue Jeff Fordham (Oliver Hudson, Rules Of Engagement) ist vor allem an Zahlen interessiert. Und das bringt Probleme für die Künstler mit sich. Juliette (Hayden Panettiere) muss lernen, dass sie sich zwischen die Stühle gesetzt hat. Sie hat richtig erkannt, dass sie nicht für immer die junge, frische Newcomerin sein kann. Sie wollte sich weiterentwickeln, weg von dem ganzen Glitzer, hin zur ernstzunehmenden Künstlerin.

Doch bis zu Raynas Stand ist es noch ein weiter Weg. Die Ankunft einer TV-Talentshow-Zweitplatzierten führt ihr vor Augen: Es rücken immer neue Talente nach, die sie bedrohen wie sie damals Rayna bedroht hat. Layla (Aubrey Peeples) ist die Zweitplatzierte in einer TV-Talentshow, die von Fordham unter Vertrag genommen worden ist. Sie ist jünger und ist Juliette trotzdem einen Schritt voraus. Denn anders als Juliette ist sie nicht mit einem Glitzer-Cheerleader-Image gestartet. Und in dieser Sparte ist nur Platz für eine bei Edgehill.

Während Juliette sich noch um ihr neues Image bemüht ist Rayna (Connie Britton) bereits weiter: Sie will auf die andere Seite des Mischpults wechseln und mit Scarlett (Clare Bowen) und Will (Chris Carmack) ein eigenes Laben aufziehen. Doch auch hier hat Oliver seine Finger im Spiel und schnappt Rayna einen ihrer zwei Künstler vor der Nase weg.

Der Plot um die Musikindustrie hat immer noch einen starken Seifenoperbeigeschmack, aber anders als die Politikverwicklungen funktioniert er gut, weil die Serie Nashville hier auf vertrautem Terrain unterwegs ist.

Die zerbrochene Ehe

In der Not tun Teddy (Eric Close) und Rayna das, was sie am besten können: Sich zusammenreißen und das Notwendige tun. Teddy steht seiner Familie in der Not bei, hält die Familie zusammen. Das erinnert an den Anfang der ersten Staffel. Im Gegenlicht von Juliettes und Lamars Intrigen waren Rayna und Teddy diejenigen, denen man die besten Absichten unterstellen konnte. Die Sorge um ihre Familie schien immer aufrichtig zu sein. Sie wollten das Richtige, nur waren sie nicht die Richtigen füreinander.

Rayna und Deacon (Charles Esten) sind wohl oder übel füreinander bestimmt und Teddy haben wir auch in Situationen gesehen, in denen Peggy (Kimberly Williams-Paisley) seine wahre Liebe schien. Sie wollten in verschiedene Richtungen. Im Grunde haben sie die Trennung gut über die Bühne gebracht. Und auch nun zeigen sie sich wieder von ihrer verantwortungsbewussten Seite: Erst halten sie zusammen, dann sehen sie in der Episode Never No More ein, dass das falsche Hoffnungen bei den beiden Töchtern wecken könnte und einigen sich darauf, dass Teddy wieder auszieht.

Eine schmutzige Schlacht wie Juliettes Kurzzeitehe ist die Scheidung von Rayna und Deacon bei weitem nicht. Aber es scheint auch darüber hinaus nur ein sehr kleines Maß an Enttäuschung und Wut zu geben. Wenn Deacon und Rayna das Dramatraumpaar sind, dann sind Rayna und Teddy die Traumbeziehung aus Sicht der Vernunft. Das ist gleichzeitig ein Glück, denn es bringt sie gemeinsam durch schwere Zeiten. Auf der anderen Seite ist es auch die Wurzel des Übels, schließlich war Teddy die Vernunftentscheidung als Deacon im Entzug war.

Zwischen Rayna und Deacon mögen große Gefühle sein, doch sie schaffen es einfach nicht. Das Gespräch dieser Episode fühlt sich an als hätten wir es schon so oft gehört. Obwohl sie in der letzten Staffel zueinandergefunden haben, geht es jetzt nicht weiter. Und das ohne besonderen Grund. Rayna scheint nicht wütend auf Deacon zu sein. Sie wendet sich auf der Suche nach Schuld ihrem eigenen Anteil an der Tragödie zu und erkennt nicht an, dass Deacon wieder trocken ist. Die Entscheidung gegen Deacon ist eine Art Vernunftentscheidung, die sich etwas schal anfühlt, wenn es demnächst weitergeht zwischen den beiden mit dem Hin und Her.

Seltsam am Umgang der beiden ist auch, dass sie das Thema Maddie (Lennon Stella) ausklammern. Dabei wäre das doch eigentlich das Wichtigste. Es liegt nun nicht länger in ihren eigenen Händen, ob sie Kontakt haben oder nicht, sie sind Maddies Eltern. Für gewöhnlich lässt Rayna keine Gelegenheit aus, zu betonen, dass ihre Kinder ihr das Wichtigste sind und im Umgang mit Deacon wird das nun nicht mit einem Halbsatz erwähnt. Es ist einfach etwas zu viel, das Staffelfinale hat so viele Probleme und Möglichkeiten aufgeworfen, dass die Autoren sich nur der Reihe nach durcharbeiten können. Maddie muss also warten, fürs Erste darf sie zwar ihrer Mutter die kalte Schulter zeigen, mehr aber nicht.

Blut und Wasser

Doch auch in ihrer einsamsten Stunde muss Maddie zum Glück nicht alleine sein, sie hat eine Schwester und die beiden halten zusammen. Gespiegelt wird das an Rayna und Tandy (Judith Hoag), die ebenfalls eine schwere Zeit zusammen durchgemacht haben und als Schwestern füreinander da sind.

Nicht nur in der James/Conrad/Wyatt-Sippe besinnt man sich auf Familienwerte. Auch Scarlett steht ihrem Onkel in der Not bei und wächst dabei über sich selbst hinaus. Es ist wunderbar zu sehen, wie die engelsgleiche, nervig-naive Sängerin endlich mal auf den Tisch haut und sich durchsetzt. Sie tut es auf ihre Art, glaubhaft. Diese neue Seite an ihr und die Trennung von Gunnar (Sam Palladio) könnte eine gute Gelegenheit sein, die Figur Scarlett weiterzuentwickeln. Hoffentlich lassen die Nashville-Autoren sich diese Gelegenheit nicht entgehen.

Juliette macht sich ebenfalls auf die Suche nach ihren Wurzeln. Wir erfahren, dass sie auch ihren Vater bereits verloren hat. Die Familie ist also für sie nicht mehr da. Und doch hat sie in diesem Pool aus Blutsverwandten die schönsten und rührendsten Szenen. Und zwar mit ihrem Gitarristen. Avery (Jonathan Jackson) schafft etwas, was vor ihm kein Mann konnte: Er sitzt neben Juliette auf dem Sofa und zeigt ihr seine Anteilnahme ohne in die übliche Juliette-Falle aus Sex und Abhängigkeit zu geraten.

Juliette hatte Affären, Untergebene, Fußabtreter, Gegner und Fans, aber keinen einzigen Freund bisher. Sie hat ihren Manager zurück, in der letzten Episode hat sie gezwungenermaßen angefangen, eine Beziehung zu Maddie aufzubauen, nun findet sie ihren ersten Freund in Avery. Es könnte eine gute Zeit für Juliette werden. Sie interessiert sich für Zahlen, Chartplatzierungen und Image. Doch, das was wirklich glücklich macht, könnte sich gerade durch den Hintereingang reinschleichen.

Juliette hat sich uns als zickiger Star vorgestellt und sie war wunderbar in dieser Rolle. Und mit jeder Facette, die sie uns zeigt, wird diese Figur interessanter.

Der Nachwuchs

Endlich sind die drei Jungen, Scarlett, Gunnar und Will, in der großen Geschichte angekommen. Will steuert zielsicher in ein Drama. Er entscheidet sich für Oliver, aber es fühlt sich an, als wenn es die falschen Gründe sind. Er sieht sich nicht als Künstler und fühlt sich von seinem Geheimnis bedroht. Auch wenn er auf der Erfolgsspur unterwegs ist, das große Happy End wird am Ende dieses Weges nicht auf ihn warten.

Gunnar bleibt hinter Scarlett und Will zurück. Er hat bisher keinen Kontakt zu den anderen Figuren und es zeichnet sich auch keiner ab. Im Gegenteil, sein nächster Plot könnte sich um Zoey (Chaley Rose) drehen, Scarletts beste Freundin. Jede Frau, die Gunnar getroffen hat, ist ihm bisher verfallen. Das könnte ein weiteres Mal schnell langweilig werden.

Fazit

In der Episode Never No More erleben wir, wie die Figuren das Spiel der Musikbranche mitspielen - oder es auch einfach nicht tun. Juliette zieht alle Register wenn es darum geht, ihre neue Platte zu promoten. Aber langsam merken wir auch, dass Rayna es wohl nicht an die Spitze geschafft hätte, wenn sie nicht hier und da mitspielen würde. Nun versucht sie bei den Produzenten mitzumischen. Der Blick hinter die Kulissen bleibt mit einem Bein auf dem Seifenopergebiet, fügt sich aber vielleicht gerade deswegen gut in die Geschichte ein.

Verfasser: am Freitag, 4. Oktober 2013
Episode
Staffel 2, Episode 2
(Nashville 2x02)
Deutscher Titel der Episode
Das Ende des Weges
Titel der Episode im Original
Never No More
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 2. Oktober 2013 (CMT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 29. April 2014
Autoren
Meredith Lavender, Marcie Ulin
Regisseur
Callie Khouri

Schauspieler in der Episode Nashville 2x02

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