Nashville 1x17

Nashville 1x17

Rayna sagt in der Episode My Heart Would Know ein gemeinsames Konzert mit Juliette ab und eilt nach Nashville als sie von einem familiären Schicksalsschlag erfährt. Unterdessen findet Juliette sich in einer verzwickten Lage mit ihrer Mutter wieder.

Rayna (Connie Britton) und Watty White (J. D. Souther) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Rayna (Connie Britton) und Watty White (J. D. Souther) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
© ayna (Connie Britton) und Watty White (J. D. Souther) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC

Familienkrisen sind das bestimmende Thema der Episode My Heart Would Know. Und was Familie ist, das wird in der Serie Nashville bisher mehr durch Loyalität und gemeinsame Vergangenheit als durch Blutsverwandtschaft definiert. Und es müssen nicht immer schöne Zeiten gewesen sein, die zwei Menschen besonders verbinden.

Eltern

Das müssen auch Juliette (Hayden Panettiere) und Rayna (Connie Britton) in dieser Episode lernen. Beide haben nur einen Elternteil und an dem reiben sie sich, kämpfen mit ihm seit langer Zeit. Juliette und Jolene (Sylvia Jefferies) hatten einen herzergreifenden Moment in der letzten Episode. Doch da hing das Damoklesschwert schon über der neuen Vertrautheit, denn Juliette hat mit Dante (Jay Hernandez) eine Linie überschritten. Nun stellt sich heraus: Es ist nicht das erste Mal, dass ein Mann zwischen Mutter und Tochter steht. Doch dieses Mal ist Juliette entschlossen, dass es das letzte Mal sein wird. Und sie schickt ihre Mutter fort. Doch sie tut es mit einer kälteren Attitüde als zu Beginn der Serie. Sie schreit nicht, sie denkt alles durch und überlässt Jolene nicht sich selbst. Sie schickt ihre Assistentin mit, um Jolene ein Apartment und eine neue Suchttherapeutin zu suchen. Das ist ein Plan, der länger funktionieren könnte als ihre ersten, panischen Versuche, sich ihrer Mutter zu entledigen.

Unterdessen findet Rayna einen neuen Zugang zu ihrem entfremdeten Vater. Der Offenbarung, dass ihre Mutter eine Affäre hatte, folgen nun die Details. Der andere Mann im Leben ihrer Mutter war Watty White ( J.D. Souther) und als sie starb, hatte sie mit ihrer Ehe abgeschlossen. Rayna sieht ihren Vater mit anderen Augen und das führt zu einer emotionalen Szene, in der sie ihm einen herzzerreißenden Satz sagt: „I just feel like we missed our life together.“ Könnte das der Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte von Rayna und ihrem Vater sein? Vermutlich wird Lamar (Powers Boothe) ein Stück weit der Bösewicht bleiben müssen, da die Serie Nashville niemand anderen hat, der diese Rolle so perfekt ausfüllen kann. Wir haben schon andere Annäherungen gesehen und immer wieder ist etwas passiert, was Rayna wieder von ihrem Vater fortgetrieben hat. Vielleicht bleibt sie dieses Mal näher dran, wenn auch nur ein bisschen.

Liebe

In harten Zeiten rückt die Familie zusammen. Und so rückt auch Deacon (Charles Esten) wieder näher an Rayna. Dass er sich als Raynas Familie begreift, sagt er der verdutzten Juliette ins Gesicht. Dass es ausgerechnet eine Herzattacke des Vaters ist, die Rayna und Deacon wieder als Paar auf den Plan ruft, fühlt sich etwas zu soap-mäßig an. Gerade haben wir gesehen, wie glücklich Deacon sein kann, wenn er eine Frau an seiner Seite hat, die ihn ausgleicht. Doch sein trauriges Gesicht als er Stacey (Susan Misner) am Ende der Episode umarmt, spricht wieder Bände: Es reicht einfach nicht. Niemand kann in Deacons Leben gegen Rayna ankommen. Man hätte ihm ein bisschen längeres Glück gewünscht und eine weniger klischeehafte Rückkehr in Raynas Orbit.

Juliette findet Trost in den Armen von Dante. Der bleibt eine zwiespältige Figur. Als Unterstützer von Jolene hat er eine feinfühlige Seite gezeigt, in der Episode My Heart Would Know holt ihn offenbar seine Sucht nach Macht wieder ein. Damit bringt er es soweit, dass er selbst Mitgefühl für Avery (Jonathan Jackson) wecken kann. Und das ist nicht einfach. Man darf nur hoffen, dass Dante sich wieder fängt.

Denn nun ist er Juliettes Manager. Und das ist eine gefährliche Konstellation, denn anders als bei ihrem alten Manager, hört Juliette auf Dante. Unter seinem Einfluss kehrt Juliette zu ihrem alten, egoistischem, erfolgssüchtigem Ich zurück. Und das geht soweit, dass sich selbst Deacon von ihr entfremdet.

Dreieck

Avery ist in der Storyline von Juliette angekommen. Und verhält sich zunächst ruhig. Er hat seine Lektion gelernt, ist von seinem hohen Ross runtergekommen und auch Deacon, der Avery gegenüber immer skeptisch war, erkennt das. Vielleicht ist das ein Neuanfang für Avery.

Doch da er sich nun zu neuen Erlebnissen aufschwingt, sind Scarlett (Clare Bowen) und Gunnar (Sam Palladio) unterbesetzt. Langsam scheint es, dass es in der Serie Nashville nicht eine einzige Story ohne Dreieck geben darf. Nachdem Avery und Gunnars Bruder fort sind, tritt Will (Chris Carmack) deren Nachfolge an. Unklar ist jedoch, in welche Richtung er sich entwickeln wird. Musikalisch harmoniert er mit beiden. Eifersucht ist bisher auch kein Thema.

Ein weiteres Paar, das viel zu lange schon idyllisch vor sich hingelegt hat, sind Teddy (Eric Close) und Peggy (Kimberly Williams-Paisley). Auch wenn die Affäre schnell kommt, angesichts von Raynas Deacon-Vergangenheit, kann man Teddy für sein Peggy-Manöver gar nicht so sehr richten. Wir haben eine emotionale Szene gesehen, in der Teddy eröffnet hat, dass er sich bei ihr endlich nach langer Zeit wieder glücklich fühlt. Dass er der ist, der die Ehe aufgegeben hat, könnte ihn auch einfach zum Stärkeren machen. Vielleicht konnte er einfach etwas, was Rayna sich nicht getraut hat. Das Stadium, dass Eltern gegen alle Vernunft für die Kinder zusammen bleiben müssen, ist vorbei. Und es war klar, dass beide emotional nicht komplett in ihrer Ehe aufgehen. Er hat also den Schlussstrich gezogen.

Weniger Sympathien kann man für Peggy aufbringen. Außer mit Blick auf ihre Affäre mit Teddy kennen wir sie kaum. Und nun ist sie auch noch der Grund, warum die Trennung so früh an die Presse gekommen ist.

Dieser Nebeneffekt von Lamars Herzattacke verspricht interessant zu werden. Und sagt nebenbei einiges über Tandy (Judith Hoag) aus. Das Geheimnis um Peggy nutzt sie nicht politisch aus, sondern geht direkt zu Teddy. Sie spielt mit offenen Karten, zumindest der engen Familie gegenüber.

Fazit

Die Episode My Heart Would Know bringt einige Überraschungen und Wendungen. Einiges fühlt sich zu soap-mäßig an, anderes ist gut gelungen. Volltreffer sind die emotionalen Momente, die ein Besuch im Krankenhaus in Serien dieser Art immer mit sich bringt. Rayna hat sich mit ihren Töchtern und ihrer Schwester umgeben in der letzten Zeit. Diese Episode könnte der Start sein, die Beziehung zu den Männern in ihrem Leben zu überarbeiten.

In der letzten Episode war die Tour von Juliette und Rayna ein buntes Durcheinander aller möglichen Freunde und Angehörige. Lamars überraschender Zusammenbruch hat gezeigt, wer zu wem gehört. Und Deacon ist nach einer Pause wieder auf Raynas Seite gelandet.

Verfasser: am Donnerstag, 11. April 2013
Episode
Staffel 1, Episode 17
(Nashville 1x17)
Deutscher Titel der Episode
Herzblut
Titel der Episode im Original
My Heart Would Know
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 10. April 2013 (CMT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 18. Juni 2013
Autor
Mollie Bickley St. John
Regisseur
Sanaa Hamri

Schauspieler in der Episode Nashville 1x17

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