Nashville 1x15

Country ist nur Bier und gebrochene Herzen. Mit dieser Feststellung führt sich Deacons neuer love interest in der Episode When You're Tired of Breaking Other Hearts ein. Und gerade in dieser Episode nimmt die Serie Nashville sich eine Auszeit von den Liebesdreiecken der vergangenen Folgen und stürzt sich in zwei andere Themen: Sucht und Aufstand.
Heißsporn
Juliette (Hayden Panettiere) hat sich von ihrem Manager verabschiedet und sich in typischer Selbstüberschätzung dazu entschieden, sich selbst zu vertreten. Unglücklicherweise haben weder die Sängerin selbst noch ihre Assistentin auch nur einen Funken Ahnung davon, was zu tun ist. Sie hat eine Karriere hingelegt, für die sie sicher hart gearbeitet hat. Doch soweit wir zurückschauen können, war immer jemand an Juliettes Seite, der sich um die großen und kleinen Krisen des Popstars gekümmert hat. Dass sie in dieser Episode die Konsequenzen selbst tragen soll, überrascht Juliette. Doch am Ende stellt sie sich ihrer Verantwortung, zumindest auf ihre ganz eigene Art: indem sie den finanziellen Schaden ausgleicht, der den Besuchern ihrer Show entstanden ist. Das ist ein kleiner, aber für Juliette wichtiger Schritt. Das erste Mal ist kein Manager da, den sie anschreien und beschuldigen kann und der am Ende doch die Drecksarbeit für sie übernimmt. Stattdessen macht sie sich selbst auf den Weg ins Krankenhaus.
Einen anderen wichtigen Schritt macht sie auf ihre Mutter Jolene (Sylvia Jefferies) zu. Sie hat die Therapie-Sitzungen mit dem Suchthelfer bisher in erster Linie ausgesessen und die Vergangenheit nicht an sich herangelassen. Nun zeigt sich, dass alles, was ihr gefehlt hat, ein Schritt ihrer Mutter auf sie zu ist.
Zwergenaufstand
Auch Rayna (Connie Britton) hat mit Freiheitsbestrebungen zu kämpfen, allerdings steht sie auf der anderen Seite. Tochter Maddie (Lennon Stella) probt den Aufstand, beschimpft ihre Mutter und lügt ihren Vater an. Doch wie Juliette bekommt auch Maddie die Konsequenzen ihres Verhaltens unmittelbar zu spüren. Sie wird auf dem heimlich besuchten Konzert verletzt und landet letztlich im Krankenhaus. Doch wer bringt sie dahin? Deacon (Charles Esten), der alte Freund ihrer Mutter. Zwischen Rayna und Deacon ist es seit ihrem Kuss auf Tour ruhig geworden. Keine Liebesdramen, keine bedeutungsschweren Treffen. Doch die Begegnung im Krankenhaus fühlt sich leicht an. Und erinnert doch an das wohl größte Geheimnis der Serie Nashville, eine Zeitbombe, die gut behütet wird, aber dennoch jederzeit hochgehen könnte: Teddy (Eric Close) ist nicht Maddies Vater. Wer sollte aller Logik nach außer Deacon sonst für diese Rolle in Frage kommen? Rayna ist mit ihrer Scheidung und ihrer beruflichen Neuorientierung beschäftigt, Deacon hat sich in Juliettes Band eingerichtet und scheint einen Neuanfang zu wagen. Doch das Aufeinandertreffen im Krankenhaus, ausgelöst durch Maddie, hält die Erinnerung daran wach, dass die Dinge zwischen Rayna und Deacon alles andere als geklärt sind.
Integrität
Auch Avery (Jonathan Jackson) kämpft um seine Freiheit, die er beschnitten sieht. Er hat zwar einen Plattenvertrag bekommen, muss nun aber feststellen, dass dazu auch einige Abstriche gehören. Jemand hat an sein Talent geglaubt, doch dieser jemand, Dominic (Wyclef Jean), will in erster Linie Geld mit ihm verdienen und wählt dafür einen Weg, der nicht mit Averys musikalischer Integrität vereinbar ist. Avery verhält sich daraufhin, wie wir ihn kennengelernt haben: ein bisschen zu hitzköpfig.
Er verbrennt die Masterbänder seiner neuen Songs und provoziert so seinen Rausschmiss. Doch auch wenn der Weg, den er wählt, fragwürdig ist, so landet er doch am Ende dort, wo er hin wollte: auf der Bühne des Bluebird. Er steht jetzt dort, wo die anderen auch angefangen haben - von Rayna und Deacon bis hin zu Scarlett (Clare Bowen) und Gunnar (Sam Palladio). Avery hätte Juliettes Weg gehen können, hätte für den Erfolg in die Richtung gehen können, die seine Manager für erfolgversprechend halten. Doch er hat sich dagegen entschieden, sich seine Integrität zurückgeholt und damit sicher auch Sympathiepunkte sammeln können.
Er ist uns als erfolgsorientierter Egoist vorgeführt worden, der seine Bandkollegen im Regen stehen lässt. Doch dieser hat nun seine Grenzen gezeigt. Man darf gespannt sein, wo die Grenzen der anderen liegen, denn Scarlett und Gunnar standen bisher in erster Linie deshalb als die Guten da, weil sie vor keine dieser Entscheidungen gestellt worden sind. Das könnte sich nun ändern, da das Traum-Duo von Raynas Plattenlabel auseinandergerissen zu werden droht.
Liebe und Trauer
Dass Scarlett und Gunnar ein Paar werden, das war von der Pilotepisode an klar. Nun ist es soweit. In der letzten Episode sind sie vor Trauer und Verzweiflung im selben Bett gelandet. Die Episode When You're Tired of Breaking Other Hearts liefert die großen Liebesszenen nach, die das Paar verdient hat.
Gunnar folgt Deacons Rat und hält sich an Scarlett. Bis zu einem gewissen Grad war es immer wieder interessant, wenn die Serie mit den Parallelen zwischen den Beziehungen von Deacon und Rayna sowie Scarlett und Gunnar spielt. Deacons Rede an Gunnar, besonders sein Hinweis darauf, dass er die Frau seines Lebens durch eigene Fehler verloren hat, geben in dieser Nashville-Episode eine großartige Szene ab. Sie sollten aber sparsamer angewendet werden.
Doch im Moment steht für Deacon sowieso eine andere Frau im Vordergrund. Er hat eine Bekanntschaft gemacht und versucht diese Chance - mit einem kleinen Tritt von Coleman (Robert Wisdom) - ernsthaft anzugehen. Stacey (Susan Misner, The Americans, Person of Interest) ist der Gegenentwurf von Rayna und Scarlett, nicht nur weil sie Countrymusik hasst. Vielleicht ist sie die bodenständige Partnerin, die Deacon braucht. Man darf gespannt sein, ob Stacey sich auch auf lange Sicht zu einer echten Konkurrenz für Rayna entwickelt.
Fazit
Die Episode When You're Tired of Breaking Other Hearts hätte der Durchbruch werden können, durch den die beiden bisher getrennten Gruppen in der Serie Nashville endlich zusammenfinden. Doch so einfach ist das Country-Leben nicht. Und so wird fürs Erste nur Scarlett die Möglichkeit gegeben, sich in der Welt von Rayna zu etablieren.
Dafür bereitet die Episode große Konflikte vor. Scarlett muss nun zeigen, ob sie Avery zu Recht dafür verurteilt hat, die Erfolgschance ohne seine Freunde wahrzunehmen. Und Rayna muss zeigen, wie sie auf einen neuen, ernstzunehmenden love interest in Deacons Leben reagiert.
Auch der Aufstand, den Teddy und Coleman gegen Lamar (Powers Boothe) anführen, wird sich wohl noch weiter zuspitzen.
Verfasser: Serienjunkies.de am Sonntag, 31. März 2013(Nashville 1x15)
Schauspieler in der Episode Nashville 1x15
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?