Nashville 1x13

© lleine im Scheinwerferlicht: Rayna (Connie Britton) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
In der Episode There'll Be No Teardrops Tonight erhält die Serie Nashville überraschenden Besuch von alten Bekannten. Und die heizen die bereits angespannte Stimmung in jeder Hinsicht an.
Die Diven
Die Unterschiede zwischen Rayna (Connie Britton) und Juliette (Hayden Panettiere) konnte man in den letzten Episoden am besten in ihrem Verhalten zu dem jeweiligen Manager ablesen. Rayna wird von ihrem Manager Bucky (David Alford) gestützt, der zu Beginn dieser Episode gar vorschlägt, die Interviews abzubrechen damit sie sich erholen kann. Er ist über die Vorgänge in ihrem Privatleben offenbar informiert und geht damit vertraulich und in ihrem Sinne um, zumindest haben wir bisher nichts anderes gesehen. Rayna bleibt stets höflich und pflichtbewusst ihm gegenüber.
Juliettes erste Szene wird davon bestimmt, dass sie den neuen Plan für ihre Tour ihrem Manager Glenn (Ed Amatrudo) mitteilt, in einem Ton, der nicht als höflich beschrieben werden kann. Im weiteren Verlauf der Episode There'll Be No Teardrops Tonight erfahren wir interessante Details über ihre Vergangenheit: Juliette wurde von Glenn auf dem Casting für einen Lokalfernsehsender entdeckt. Von dort aus hat er sie zu einem Popstar aufgebaut. Doch nun entdeckt dieser Popstar seinen eigenen Kopf in Sachen künstlerische Mitbestimmung. Und in dieser Hinsicht zeigt die Episode: Er möchte sie in der Tat kurz halten, doch sie geht in ihrer Rebellion weit. Und landet am Ende schreiend in einem Hotelflur, verlassen von ihrem Manager und verwirrt angestarrt von ihren Mitarbeitern.
Der Riss in der Fassade
Doch auch wenn wir Rayna bisher meist sehr kontrolliert erlebt haben: Auch ihre Fassade hat nun Risse bekommen. Und das zeigt sich an einer kleinen, aber intensiven Szene, in der Rayna auf der Bühne zweimal ihren Einsatz verpasst. Das Spannende an der Szene ist, dass es den Hunderten von Menschen vor ihr wahrscheinlich kaum auffällt, aber gerade die engsten Freunde und auch schwierigsten Gegner, den Riss bemerken.
Sie sucht einen Ausweg aus ihrer verzwickten Situation, gefangen zwischen einer gescheiterten Ehe und einer alten, schwierigen Liebe. Deacon (Charles Esten) versucht mit ihr zu sprechen, doch Rayna sucht sich jemand anderen, unbelastetes um zu reden. Es ist ausgerechnet Liam (Michiel Huisman, Treme).
Und mit ihm rückt nach Teddys Ausscheiden direkt ein neuer Rayna-Verehrer in das Liebesdreieck nach. Doch bisher bleibt er blass. Ob er mehr sein wird als eine weitere Ablenkung vom eigentlichen Ziel, Rayna und Deacons Wiedervereinigung?
Die Trennung des Vorzeigepaares
Sie waren immer kontrolliert. Selbst in der schlimmsten Meinungsverschiedenheit waren die beiden vor allem eines: Immer bemüht, den Stil zu bewahren und nichts nach draußen dringen zu lassen. Zunächst schien es, als wenn auch die Scheidung davon bestimmt sein würde. Beide halten die Sache unter Verschluss bis sie im Privaten alles geklärt haben und auch wenn Teddy (Eric Close) Rayna drängt, bleibt sie ruhig.
Doch eine kleine Information könnte das alles ändern: Rayna weiß ausgerechnet von ihrer Tochter, dass Teddy etwas mit Peggy (Kimberly Williams-Paisley) angefangen hat. Und das könnte der Vertrauensbruch sein, der gefehlt hat, um die stilvolle Fassade zum Einsturz zu bringen.
Teddy ist nun Bürgermeister. Und er hat sich für eine Scheidung entschieden. Der Mann, den wir als eher ruhigen Mann an der Seite des Country-Stars kennengelernt haben, hat sich emanzipiert und das Schicksal in seine eigenen Hände genommen. Er weist Raynas Schwester Tandy (Judith Hoag, Big Love) in ihre Grenzen und macht deutlich, dass er selbst über sein Leben und seine Karriere zu bestimmen gedenkt.
Und das geht seit einigen Episoden gut. Doch der Zusammenbruch steht bevor, und wird wohl in dem Moment eintreffen, in dem Lamar Wyatt (Powers Boothe, 24, Deadwood) zurück in die Story kehrt.
Die einsamen Herzen
Die großen Veränderungen für Rayna und Juliette kamen in der letzten Episode, I've Been Down That Road Before. Nun scheint es endlich auch in dem letzten, zähen Handlungsstrang voranzugehen. Das Liebesdreieck aus Scarlett (Clare Bowen), Gunnar (Sam Palladio) und Avery (Jonathan Jackson) steht seit der zweiten Episode ein bisschen unmotiviert neben den großen Plotlines um Rayna und Juliette. Doch langsam nähern die Figuren sich an. Wenn Rayna Scarlett und Gunnar zu ihrem Plattenlabel holt, wird sich daraus hoffentlich mehr Raum ergeben, bei dem alle Figuren miteinander interagieren können. Doch noch wichtiger für diese Konstellation könnte die Ankunft von Gunnars Bruder Jason (David Clayton Rogers, Jane By Design) sein.
Miteinander Musizieren ist innerhalb der Serie Nashville genauso intim wie Sex, vielleicht gar intimer. In jedem Fall ist die Schlussszene, in der Jason in das Duett aus Scarlett und Gunnar einsteigt, eine richtungsweisende Entwicklung. Hier könnte sich ebenfalls ein Liebesdreieck neu formieren.
Das würde auch Avery freigeben für andere Geschichten. Denn seine unbeholfenen Karriereversuche sind weitaus sehenswerter als die vorhersehbaren Trips in seiner Vergangenheit mit Scarlett.
Doch lange wird Jason nicht anwesend sein können. Denn in einer unsäglich seifenoper-artigen Szene sehen wir: Huch, er hat eine Waffe in seiner Tasche. Und das kann nur eins bedeuten: Er ist der Böse, Gunnar ist der Gute und in nicht ferner Zukunft wird diese Waffe ihn entweder ins Grab oder ins Gefängnis bringen.
Fazit
Einiges an der Episode There'll Be No Teardrops Tonight macht Spaß: Juliette dabei zu beobachten und sich zu fragen, ob sie auf dem richtigen Weg ist oder in ihr Verderben läuft. Auch die Risse in Raynas Fassade sind gut umgesetzt.
Verfasser: am Sonntag, 17. Februar 2013(Nashville 1x13)
Schauspieler in der Episode Nashville 1x13
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