Nashville 1x12

© eacon (Charles Esten) und Rayna (Connie Britton) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Die Serie Nashville hat uns eingeführt in eine Welt der Country-Superstars und der lokalen Politik. Wir haben die Figuren aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennengelernt und einige dieser Zeichnungen sind auch durchaus angenehm komplex geworden. Diese intensive Vorarbeit zahlt sich nun aus und gipfelt in der Frage: Denken oder Handeln?
Die Legende von Rayna und Deacon
Sowohl im Liebesdreieck Ranya-Deacon-Teddy als auch in der Verbindung Scarlett-Gunnar-Avery geht es seit der Pilotepisode in erster Linie um Begehren und Sehnsucht aber selten um Taten. Was Rayna (Connie Britton) eigentlich fühlt, zu wem sie sich gezogen fühlt, das ist ein Mysterium. Sie steht zu ihrem Mann, aber ob dies aus Liebe oder aus Verantwortungsgefühl geschieht, das wissen wir nicht. Sie fühlt sich auch für Deacon (Charles Esten) ein ganzes Stück weit verantwortlich, aber ob hier Gefühle im Spiel sind, das können wir nur vermuten.
Die drei Aufzugfahrten in der Episode I've Been Down That Road Before zeigen die Beziehung zwischen Rayna und Deacon wie unter einem Brennglas. Auf der ersten herrscht angespannte Stille. Auf der zweiten versucht Rayna sich in Small Talk, während Deacon sie ignoriert. Das sind die Zustände, die wir gesehen haben. Sie haben eine gemeinsame Vergangenheit, die sie immer wieder einholt, wie in dem gemeinsamen Lied im Blue Bird. Doch Rayna ist Meisterin darin, vorzuspielen, dass alles seine Richtigkeit hat. Teddy (Eric Close) ist ihr Mann, Deacon ihr Kollege und guter Freund. Sie hält so eisern an dieser Deutung fest wie sie sich an den Small Talk klammert.
Die dritte Aufzugfahrt bringt die Veränderung. Die Frage der Episode lautet: Denken oder Handeln. Und Deacon entscheidet sich zum ersten Mal für das Handeln indem er Rayna küsst. Dass sich etwas zwischen diesen beiden entwickeln würde, das konnte man weit kommen sehen. Und doch hat die Serie Nashville lange darauf hingearbeitet, dass es auch dem Zuschauer etwas bedeutet. Wir haben Deacons Probleme gesehen. Nicht nur in Bezug auf Rayna ist die Initiative zu ergreifen nicht seine starke Seite. Und so darf man den Kuss im Aufzug als echten Durchbruch erleben und nicht nur als lang erwartete Wendung der Geschichte.
Eine Wendung der überraschenden Art legt jedoch Teddy hin. Er lässt sich auf Peggy (Kimberly Williams-Paisley) ein und stellt fest, dass er lange nicht mehr so glücklich war. Er lässt die Fassade der heilen Ehe fallen. Und besonders bemerkenswert: Er handelt sofort nachdem er die Tatsachen festgestellt hat. Über Teddys Gefühle haben wir bisher wenig erfahren. Nun zeigt sich, dass er sich an ein Traumbild geklammert hat, was nicht existiert. Und anders als Rayna und Deacon, die sich der Sehnsucht heimlich hingeben, zieht er direkt Konsequenzen.
Vom Girlie zum Star
Taten lässt auch Juliette (Hayden Panettiere) folgen. Zu Anfang der Freundschaft hat sie zu Deacon gesagt, dass sie für ihn erwachsen werden möchte. Und lange schien es so, als wenn sie in erster Linie ein emotionales oder sexuelles Interesse an ihm hätte. Wir haben Juliette mit verschiedenen Männern im Bett erlebt und auch der Gedanke, dass sie sich auf diese Weise an die Spitze gebracht hätte, lag nicht fern nachdem Sex ihre Strategie schien, die Mitarbeiter von Rayna fortzulocken.
Doch sie ist gewachsen. Und es ist schön zu sehen, dass es in Juliettes Leben nicht mehr ausschließlich um Begehrtwerden geht. Deacon mag der Auslöser gewesen sein, aber sie will sich für sich selbst künstlerisch weiterentwickeln, eine ernstzunehmende Sängerin werden. Und an dieser Entwicklung nimmt Deacon als Freund teil.
Das Liebesdreieck
Eher schade ist die Entwicklung zwischen Scarlett (Clare Bowen), Gunnar (Sam Palladio) und Avery (Jonathan Jackson). Scarlett und Gunnar scheinen ähnlich wie Rayna und Deacon ein vorherbestimmtes Paar zu sein. Und nähern sich im Zeitlupentempo diesem Ziel an. Nun werden sie Mitbewohner. Und nicht nur Gunnar scheint das für eine schwierige Entscheidung zu halten. Unterdessen gibt Scarlett sich blind für die Chemie und auch für den Kuss zwischen ihnen. Ähnlich wie Rayna hat sie sich entschieden, die Fassade der Freundschaft gegen alle Widerstände aufrecht zu erhalten. Doch anders als bei Rayna gibt es für Scarlett und Gunnar keinen offensichtlichen Grund, nicht zusammen sein zu können. Er mag sie, doch sie flüchtet sich vor einer Entscheidung in Niedlichkeit und gefühlt aufgesetzte Naivität.
Und das macht diesen Handlungsstrang auf die Dauer anstrengend. Averys Eintreffen endet in einem Kampf und das ist nicht nur vorhersehbar, es fühlt sich auch an, als hätte man es schon einmal gesehen. Das Paar Scarlett und Gunnar schien zu Beginn der Serie einiges an Potential zu bergen. Doch ziemlich schnell ist die Entwicklung stehengeblieben. Interessanter wenn auch unsympathischer ist da schon Averys Entwicklung und seine Suche nach dem richtigen Weg. Er steht alleine am Beginn einer Karriere und kann nur hoffen, dass er und die Menschen, die er aussucht, die richtigen Entscheidungen treffen.
Fazit
Die Episode I've Been Down That Road Before bringt in zweifacher Hinsicht eine lange erwartete Entwicklung: Juliette macht einen großen Schritt auf der Suche nach sich selbst und Deacon macht endlich seinen Zug auf Rayna zu. Als Überraschungsjoker springt Teddy ein und bringt die Entwicklung wieder durcheinander.
Verfasser: am Samstag, 16. Februar 2013(Nashville 1x12)
Schauspieler in der Episode Nashville 1x12
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