Nashville 1x04

© ayna (Connie Britton) und Deacon (Charles Esten) bei einem Auftritt in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Vieles hat sich verändert seit der Pilotepisode. In der Episode We Live in Two Different Worlds (dt. Titel „Verschiedene Welten“) finden sich alle Charaktere in ungewohnten Situationen wieder. Eine gute Figur macht dabei kaum jemand.
Erste Annäherungen
Diese Nashville-Episode steigt mit einer Bettszene zwischen Rayna (Connie Britton) und Deacon (Charles Esten) ein. Schnell wird dem Zuschauer klar, dass es sich um eine Traumsequenz handelt. Und da stellt sich die Frage: Welcher Sinn steckt dahinter? Vertrauen die Autoren sich selbst und den Schauspielern nicht, die sexuelle Anziehungskraft zwischen diesen beiden zwischen den Zeilen wiederzugeben? Das wäre schade, denn alle Beteiligten machen einen guten Job in dieser Hinsicht.
Doch die Traumsequenz hat auch einen anderen Hintergrund, der erst zum Ende der Episode deutlich wird: Rayna lebt in einer Welt, in der sie und Deacon noch eine unbestimmte Art von „Wir“ sind. Sie ist die, die sich gegen ihn entschieden hat und ihn doch nie richtig loslassen konnte. Ein Teil von ihr hält an ihm fest und kreiert dieses Wir. Deacon ist der, der zurückgelassen wurde, der miterleben musste, wie Rayna einen anderen heiratet und eine Familie gründet. Er hat trotz allem lange an ihrer Seite ausgeharrt, aber ein Wir kann er nicht mehr erkennen, dafür bekommt er zu wenig zurück.
Die Kampfhähne
Die Episode We Live in Two Different Worlds bringt jedoch endlich eine Konfrontation zwischen Teddy (Eric Close) und Deacon. Die beiden unterschiedlichen Männer in Raynas Leben müssen verschiedene Stadien miteinander erlebt haben, schließlich lernen wir das Liebesdreieck zu einem Zeitpunkt kennen, an dem es bereits seit mehr als zehn Jahren existiert. Doch nun ist es Deacon, der die Sache in die Hand nimmt. Er pendelt seit einiger Zeit zwischen Rayna und Juliette (Hayden Panettiere). Und vielleicht ist es die Wertschätzung durch die junge Sängerin, die ihm den Mut verleiht, für sich aufzustehen. Vielleicht ist es aber auch nur der Country Club und die Anwesenheit Lamars, die das Fass zum Überlaufen bringen.
Abgestraft dafür wird jedoch Rayna. Denn nun zieht auch Teddy Konsequenzen und es sieht so aus, als wenn er nicht weiterhin vorhat, die Situation zwischen seiner Frau und deren Ex-Partner weiterhin zu tolerieren wie er es bisher getan hat.
Während Rayna sich in Träume flüchtet, stehen die beiden am Liebesdreieck beteiligten Männer auf und fordern in dieser Nashville-Episode Klarheit.
Der Fehltritt
Juliette hat einen Nagellack gestohlen. Und das Interessante ist, wie sie mit den Folgen dieser Aktion umgeht. Sie versucht nichts an sich herankommen zu lassen. Und dieses Verhalten könnte in einem Zusammenhang mit der Rückkehr ihrer Mutter stehen. Auch im Umgang mit ihr versucht Juliette sich ihre Schutzmauer zu bewahren.
Seltsam ist es schon, dass niemand aus ihrem so professionell aufgestelltem Team erkennt, dass ihre Mutter in ihrer Nähe zu haben, sie an den Rand eines Zusammenbruches bringt. Und nicht in eine Verfassung, in der man bei „Good Morning America“ auftreten sollte.

Und doch führt Juliettes Horrortrip in dieser Episode zu einem intimen Moment mit ihrem Manager Glenn (Ed Amatrudo). Doch das Problem bleibt: Er ist ihr Manager, nicht ihr Freund. Er behandelt sie wie ein Kind und achtet gleichzeitig nicht darauf, was sie wirklich braucht.
Auch die Beziehung zu Deacon könnte sich durch ihre jüngsten Erfahrungen weiter vertiefen. Vielleicht kann er die Stütze sein, die sie braucht, in Bezug auf ihre Mutter und ihre Karriere.
Falsches Lob
Das Liebesdreieck zwischen Scarlett (Clare Bowen), Avery (Jonathan Jackson) und Gunnar (Sam Palladio) hat sich bisher kaum voran bewegt. Nun haben Scarlett und Gunnar offiziell einen Grund, viel zusammen rumzuhängen. Und Avery findet sich in der Rolle des unterstützenden Freundes noch nicht so richtig ein. Das Ganze wirkt leider schon in der vierten Episode etwas veraltet. Besonders Scarlett strapaziert die Geduld der Zuschauer indem sie Avery über den Klee lobt, was wohl nicht nur ihm ein bisschen unangenehm gewesen sein dürfte.
Unterdessen findet Gunnar endlich ein bisschen Spaß für sich selbst. Er hat jetzt so lange vergebens an Scarlett gehangen und geschmachtet, dass man ihm die neue Affäre mit Hailey (Chloe Bennet) mehr als gönnen darf. Und sie zeigt sich als sympathische, aber auch toughe Figur. Ihre Anwesenheit könnte als Katalysator dafür genutzt werden, dass Scarlett sich über ihre Gefühle für Gunnar klar wird. Doch sie scheint ein vielversprechender Charakter zu sein, von dem man hoffen darf, dass sie mehr sein wird als ein Mittel zum Zweck.
Das Interessanteste in diesem Plot ist in der Episode We Live in Two Different Worlds wohl die Unterhaltung zwischen Scarlett und ihrem Onkel. Und die sagt mehr über Deacon selbst aus als über Avery. Wer nicht mithalten kann, der wird zurück gelassen. Und das ist es wohl, was Deacon gerade in Bezug auf Rayna fühlt.
Fazit
Rayna arbeitet weiter daran, als Vorzeige-Gattin für einen Bürgermeisterkandidaten durchzugehen. Doch die Welt des Country-Clubs ist nicht die ihre. Zu ihrer Welt gehört Musik und damit Deacon. Doch der wird langsam aufmüpfig und man darf gespannt sein, wie weit er damit gehen wird. Juliette durchlebt eine harte Zeit. Das Gespräch mit ihrem Manager soll zeigen: Wenn sie sich wieder fängt, ist ein Neuanfang möglich. Doch das eigentliche Problem ist noch weit von einer Lösung entfernt: Die Situation mit ihrer Mutter.
Die Episode We Live in Two Different Worlds treibt die Konflikte weiter voran, ohne jedoch ein besonderes Ereignis mit sich zu bringen. Es ist eine leise Episode, ohne die großen Musiknummern, die wir aus den ersten Episoden gewöhnt sind.
Die wirklich interessanten Offenbarungen, zum Beispiel, was genau Teddy und Peggy (Kimberly Williams-Paisley) da eigentlich geheim halten, das sind Geschichten für andere Episoden.
Verfasser: am Dienstag, 19. März 2013(Nashville 1x04)
Schauspieler in der Episode Nashville 1x04
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