Nashville 1x03

Nashville 1x03

Juliette und Rayna werden in der Episode Sein und Schein mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert - eine schöne Begegnung ist es nicht. Unterdessen bemühen Scarlett und Gunnar sich um einen Musikdeal.

Juliette (Hayden Panetierre) und Deacon (Charles Esten) als musikalische Partner in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Juliette (Hayden Panetierre) und Deacon (Charles Esten) als musikalische Partner in der Serie „Nashville“ / (c) ABC

In der dritten Episode, Sein und Schein (im Original Someday You'll Call My Name), zeigen sich wiederkehrende Themen. Eines davon sind die Liebesdreiecke, die sich zuweilen in Vierecke verwandeln. Einfach ist das Leben in Nashville nicht. Eine schöne Überraschung steht jedoch auch ins Haus: Aus unerwarteter Ecke kommt eine großartige Rede.

Unterschiede

Rayna (Connie Britton) und Juliette (Hayden Panettiere) sind keine Freundinnen und doch scheinen ihre beiden Leben, zumindest ihre Karrieren, miteinander verwoben zu sein. So richtig aus dem Weg gehen, werden sie sich auf Dauer nicht können, allein schon wegen Deacon (Charles Esten).

Sie haben ein klares Bild voneinander. Juliette sieht Rayna als jemanden, der seine Karriere hinterhergeworfen bekam, eine verwöhnte, reiche Frau, die niemals kämpfen musste. Rayna sieht Juliette als arrogante Newcomerin, die sich zu viel herausnimmt.

In der Episode Sein und Schein wird die Vergangenheit der beiden gegenüber gestellt. Ja, Raynas Vater Lamar (Powers Boothe) hat ihr erstes Album bezahlt, aber wie sehr sie gegen ihn kämpfen muss, das sieht Juliette nicht. Und ja, Juliette hat sich eine arrogante Fassade zugelegt, aber wieso sie das getan hat, das sieht Rayna nicht.

Beide Figuren bekommen immer mehr Geschichte und werden für den Zuschauer tiefgründiger.

Besonders Juliette bekommt durch die Anwesenheit ihrer Mutter (Sylvia Jefferies) eine Tiefe, die sie langsam zum echten Charakter werden lässt und das ist interessant. Doch die große Stunde dieser Beziehung wird noch kommen, nun, da die beiden sich ein Haus teilen werden.

Und auch Juliettes Vorliebe für Deacon bekommt neue Vorzeichen. Er hat seine Sucht besiegt und trägt die Spuren mit sich. Juliette leidet nach wie vor unter der Sucht ihrer Mutter.

Wiederholungen

In der letzten Episode haben wir gesehen, dass Scarlett (Clare Bowen) und Gunnar (Sam Palladio) samt Avery (Jonathan Jackson) die Geschichte von Rayna, Deacon und Teddy (Eric Close) wiederholen. Doch nun erfahren wir, dass diese Reihe nicht mit diesen drei gestartet ist. Vorgängerin ist Raynas verstorbene Mutter. Sie hat neben ihrer Ehe mit dem Machtmenschen Lamar eine Liebesbeziehung zu einem Musiker gehabt.

Und das führt zu Parallelen zwischen Lamar und Teddy, was auch Lamars Interesse daran erklärt, Teddy zum nächsten Bürgermeister aufzubauen. Und Raynas Reaktion auf die Offenbarung ihrer Schwester macht auch einiges über sie selbst deutlich. Anders als Tandy (Judith Hoag) befürchtet hat, ist Rayna wenig entsetzt über das Verhalten ihrer Mutter. Vielmehr bringt sie Verständnis für ihre Mutter auf.

Rayna (Connie Britton) und ihr Vater Lamar (Powers Boothe) © ABC
Rayna (Connie Britton) und ihr Vater Lamar (Powers Boothe) © ABC

In ihrer eigenen Geschichte geht Rayna dennoch auf Distanz zu Deacon. Keiner der beiden spricht die Wahrheit aus, nämlich, dass sie ganz offensichtlich noch immer komplizierte Gefühle füreinander haben. Dennoch haben Rayna und Deacon schließlich ein offenes Gespräch in dem sie ihn ein Stück weit gehen lässt. Zu Juliette geht er trotzdem nicht. Deacon bleibt weiterhin ein Wackelkandidat, der sich in eine Zeitbombe verwandeln könnte.

Große Worte

Interessanter geht es - zumindest teilweise - in dem anderen Liebesdreieck zu. Scarlett und Gunnar bekommen die Chance, ihre Lieder einzusingen. Und man kann sich vorstellen, wie respekteinflößend das sein muss für jemanden, der nicht geplant hat, Sängerin zu werden.

Scarlett hat sich bisher nicht als geborene Kämpferin gezeigt und schmeißt auch jetzt wieder schnell hin. Die verpatzte Aufnahme nimmt sie als Anlass, alles einfach stehen zu lassen. Gunnar hingegen spielt seine Karten gut aus. Er holt gar einen kleinen Eifersuchtsanfall aus Scarlett heraus. Doch die letztendliche Rettung kommt aus unerwarteter Ecke: Es ist Avery, der dafür verantwortlich ist, dass Scarlett sich überwinden kann.

Er nimmt die Sache in die Hand und das muss man ihm hoch anrechnen. Es ist eine gute, aber zum Teil selbstverständliche Sache, die musikalische Partnerschaft zwischen Scarlett und Gunnar zu tolerieren und seiner Freundin nicht im Weg zu stehen bei ihrer eigenen Karriere. Doch es ist eine großartige Sache, diese Partnerschaft auf die Art zu unterstützen, wie Avery es schließlich tut.

Musik ist Emotion, und besonders in der Serie Nashville zählt gemeinsames Musizieren noch mehr. Der Zuschauer weiß das und auch Avery weiß es. Dennoch hält er eine schöne Rede vor Scarlett. Er ist nicht so sensibel und romantisch veranlagt wie Gunnar. Fürs Erste wird es wenig Zuschauer geben, die die Daumen nicht für Scarlett und Gunnar drücken. Doch man darf nicht vergessen, was Avery in der Episode Sein und Schein für Scarlett getan hat.

Fazit

Die Charaktere sind noch in der Entwicklung, einige sind bereits weiter als andere, doch im Großen und Ganzen schafft die Serie Nashville es schon mit der ersten Staffel, dass man als Zuschauer ein differenziertes Bild von den Hauptfiguren hat und eine emotionale Bindung zum ein oder anderen aufbauen kann.

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 12. März 2013
Episode
Staffel 1, Episode 3
(Nashville 1x03)
Deutscher Titel der Episode
Sein und Schein
Titel der Episode im Original
Someday You'll Call My Name
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 24. Oktober 2012 (CMT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 12. März 2013
Autor
Liz Tigelaar
Regisseur
Michael Engler

Schauspieler in der Episode Nashville 1x03

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