Nashville 1x05

© eue Freundschaft: Juliette (Hayden Panetierre) und Deacon (Charles Esten) in der Serie „Nashville“ / (c) ABC
Die Serie Nashville lebt bisher zu einem großen Teil von dem schwierigen Verhältnis zwischen Rayna (Connie Britton) und Deacon (Charles Esten). Die Episode „Anfang und Ende“ (im Original Move It on Over) ist das erste Kapitel, dass die beiden in jeder Hinsicht getrennt angehen. Kann das funktionieren?
Loslassen
Sie hat es wirklich getan. Sie hat die Tour mit Deacon gecancelt und ihn auch aus ihrer Band geworfen. Zu guter Letzt drückt sie gar einen Anruf von einem inhaftierten Deacon weg. Rayna scheint ernst zu machen mit dem Loslassen.
Das komplizierte Verhältnis zwischen den beiden hat alle Beteiligten belastet. Vor langer Zeit waren sie ein Paar, doch mittlerweile ist Rayna seit mehr als zehn Jahren mit Teddy (Eric Close) verheiratet, hat eine Familie mit ihm. Trotzdem sind Rayna und Deacon auf eine besondere Art miteinander verbunden geblieben: Musikalisch. Und das - so konnten wir schon häufig sehen - bedeutet in der Serie Nashville mehr als Kollegen sein. Gemeinsam musizieren steht fast auf einer Intimitätsstufe mit Sex. Auf eine gewisse Art ist es vielleicht sogar intimer.
Die gemeinsame Band hat zu einem Liebesdreieck aus Rayna, Deacon und Teddy geführt, von dem wir nur erahnen können, welche Phasen es schon durchlaufen haben mag. Doch in der letzten Episode ist das Fass übergelaufen und Rayna hat sich für ihre Ehe entschieden.
Neue Freunde
Dass diese Trennung nicht für immer sein wird, kann man sich denken, schließlich lebt die Serie Nashville von den Liebesdreiecken. Dennoch ist die Pause willkommen, denn sie macht Platz für eine neue, vielversprechende Verbindung:
Die Freundschaft zwischen Juliette (Hayden Panettiere) und Deacon.
Juliette ist eigensinnig, dennoch lässt sie Deacon so nah an sich heran wie sonst niemanden. Und der nutzt diese Chance um ihr Leben aufzuräumen, besonders in Hinsicht auf ihre Mutter (Sylvia Jefferies). Doch er zeigt ihr auch, dass es nicht um Sex geht. Es geht um Freundschaft.
Und Juliette bekommt nach Deacons Prügelei schnell Gelegenheit sich dankbar zu erweisen.
Die Verbindung dieser beiden ist interessant zu verfolgen. Über Deacon kommt auch der Zuschauer endlich näher an Juliettes wahres Ich heran. Es zeigt sich, dass ihre Kindheit viele der schlimmen Befürchtungen erfüllt, die bereits angedeutet worden sind. Wir sehen einen Schlag durch ihre Mutter, der von Juliette nicht einmal provoziert worden ist.
Während Rayna krampfhaft an der Fassade ihres Familienlebens festhält, verbindet Juliette und Deacon, dass sie ihre Leben privat nicht einmal oberflächlich in geordneten Bahnen haben. Und auch wenn sie kein Traumpaar sind, die Freundschaft zwischen den beiden könnte interessant werden.
Eine Gitarre zu viel
In einem ähnlichen Dilemma wie Rayna steckt auch Scarlett (Clare Bowen). Niemand scheint ihr zu glauben, dass sie keine Gefühle für Gunnar (Sam Palladio) hat. Auch der Zuschauer hat es schwer, diese Beziehung nicht als verdammt zu betrachten. Doch es wird langsam Zeit, dass sich was tut. Seit Beginn der Serie haben wir gesehen, wie Gunnar schmachtet, Avery (Jonathan Jackson) wütet und Scarlett sich naiv stellt.
Nun holt sie zum Rundumschlag aus und lässt alle wissen, dass sie sich für Avery entscheidet. Und das ist einerseits gut, denn dadurch traut Gunnar sich die Freiheit zu nehmen, mit Hailey (Chloe Bennet) anzubandeln.
Doch auf lange Sicht ist auch das keine Lösung. Ebenso wenig wie die musikalische Trennung zwischen Rayna und Deacon. In der Episode Move It on Over laufen einige Figuren in eine Richtung, die ihr Kopf ihnen sagt, ohne darauf zu achten, dass ihr Herz sie bald sowieso wieder ins Chaos stürzen wird.
Betrug
Blass bleibt nach wie vor die politische Seite der Geschichte. Wir finden heraus, dass Teddy gemeinsam mit seiner Ex-Freundin Peggy (Kimberly Williams-Paisley) krumme Dinger in der Bank gedreht hat. Ein Liebesverhältnis zwischen den beiden scheint es nicht zu geben. So richtig spannend ist dieser Plot noch nicht geworden. Doch jetzt hat Lamar (Powers Boothe) seine Finger im Spiel. Und das verspricht Spannung. Der Königsmacher von Nashville hilft seinem Schützling, aber wir können sicher sein, dass das nicht ohne Gegenleistung bleiben wird.

Fazit
Während die Liebesverwicklungen ein bisschen zurückgefahren werden, legt diese Nashville-Episode den Fokus auf die Freundschaft und die Politik. Die neue Verbindung zwischen Juliette und Deacon funktioniert dabei sehr gut. Sie haben nicht die romantische Chemie mit langer Vergangenheit, die Rayna mit Deacon hat. Aber sie haben etwas gemeinsam, was sie verbindet: Ein Leben mit der Sucht. Und das schafft eine Vertrautheit, die mit der zwischen Rayna und Deacon zwar nicht ganz mithalten kann, sich aber auch nicht verstecken muss.
Wie die Ruhe vor dem Sturm fühlt die Episode Move It on Over an. Wenig von dem, was hier entschieden worden ist, wird auf lange Sicht Bestand haben. Man darf hoffen, dass die Freundschaft zwischen Juliette und Deacon diesem Trend widerstehen kann.
Verfasser: am Dienstag, 26. März 2013(Nashville 1x05)
Schauspieler in der Episode Nashville 1x05
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