Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x08

© zenenbild der „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Episode „Collision Course (Part I)“ (c) ABC
Mack
Mack (Henry Simmons) meldet sich nach den Opening Credits direkt in seiner Rolle als Anführer zurück, die noch letzte Woche stark geschmälert worden war. Befürchtungen, er würde nun klein beigeben und nach der Pfeife von Sarge (Clark Gregg) tanzen, erweisen sich nur teilweise als begründet. Zwar überreicht er ihm die Schlüssel zum Truck und lässt ihn Snowflake (Brooke Williams) mitnehmen, aber Pax (Matt O'Leary) und Jaco (Winston James Francis) bleiben in Gewahrsam - dafür bekommt Sarge May (Ming-Na Wen) und Daisy (Chloe Bennet) aufs Auge gedrückt. Ein technisches Problem sorgt außerdem dafür, dass Deke (Jeff Ward) Teil der Mission wird, wenn auch unfreiwillig...
Mack gefällt dabei deutlich besser als in der letzten Folge. Er bestimmt (grundsätzlich), wo es für Sarge langgeht, wen er mitnehmen muss und so weiter - May und Daisy sind dabei eine gute Wahl. Ob es sinnvoll ist, den erst kürzlich wieder rekrutierten Deke mitzuschicken, sei erstmal dahingestellt. Aber die Art und Weise, wie Mack Deke davon überzeugt, kann sich sehen lassen. Zumal es zu Beginn wie auch im weiteren Verlauf amüsant zu betrachten ist, wie Deke sich über die kleine Erpressung (und die möglichen, schlechten Aussichten am Ende) aufregt.
Ungenutzt bleibt derweil eine Aussprache zwischen Mack und Yo-Yo (Natalia Cordova-Buckley) in Beziehungssachen. Keine Ahnung, weshalb diese Staffel das weiter vor sich hinschiebt und zwischen den beiden - wo sie schon mal des Öfteren die einzigen Personen in diversen Szenen sind - auf persönlicher Ebene nichts bis wenig passiert. Da wird um den Elefanten im Raum herumgetanzt...
Bensons (Barry Shabaka Henley) Bericht setzt die beiden derweil über diverse Dinge ins Bild. Dinge, die wir zu dem Zeitpunkt bereits wissen und die daher für uns nicht interessant sind. Überhaupt wirkt Bensons Mission recht irrelevant mit Blick auf die Informationen, die uns aus anderen Quellen weitergegeben werden (und die man locker auch anders hätte Mack und Yo-Yo vermitteln können). Zudem stellt sich die Frage, weshalb man nicht schon vorher mal einen genaueren Blick auf die Ausgrabungsstätten der Monolithen geworfen hat - was Benson zutage gefördert hat, müsste doch eigentlich schon bekannt sein, sofern man sich intensiv mit diesen Monolithen befasst hat (und das hätte man in jedem Fall tun sollen). Aber gut, Mack und Yo-Yo erhalten Infos, geben diese in erzählender Art und Weise an uns weiter beziehungsweise ziehen auf Anhieb die richtigen Schlüsse daraus und sind somit im Bilde - kann man machen, aber gut sieht anders aus.
Gut gefällt mir derweil das Dilemma von Mack am Ende. Er hat bis zu drei Ziele, die er angreifen lassen könnte. Einmal den Turm, dann den Truck und schließlich das Raumschiff, das in die Atmosphäre eingetreten ist und auf den Turm zusteuert. Bei zwei der drei potentiellen Ziele stecken Agenten mit drin, auch wenn Mack das beim Raumschiff noch nicht weiß. Insofern wird es spannend, ob er auf irgendetwas schießen lässt oder sich gar ganz zurückhält.
Im Truck
Endlich kommt die Geschichte ins Rollen. Sarge lässt sich zwar nur ungern in die Karten blicken und schickt eine fragende Daisy auch schnell wieder zurück in den hinteren Teil des Trucks. Aber immerhin gibt es für uns wieder neue Informationen darüber, weshalb er hinter Izel (Karolina Wydra) her ist - etwas mehr über die beiden im nächsten Abschnitt...

Das ungewöhnliche Zusammenspiel von Sarge, Snowflake, May, Daisy und Deke weiß jedenfalls zu gefallen. Auf der belustigenden Seite haben wir Deke und „Snowbunny", bei denen sich eine eher ungewöhnliche Romanze anbahnt. Ich musste jedenfalls laut lachen, als May und Daisy die beiden „erwischten". Wobei diese potentielle Beziehung für mich mehr Sinn ergibt als die von Deke und der (mittlerweile verflossenen) Sequoia (Maurissa Tancharoen). Mitunter auch, weil Snowflake mal ausnahmsweise recht sympathisch daherkommt und weniger die Psychopathin mimt. Sofern sie jetzt im Team S.H.I.E.L.D. angekommen ist (was nach dem Verrat von Sarge der Fall sein sollte - er lässt sie zurück...), bin ich sehr gespannt auf ihren weiteren Werdegang. Hoffentlich kommt da auch noch eine kleine Hintergrundgeschichte zu ihrer Person - dann wäre die Sache perfekt.
May kommt mir derweil ein wenig zu kurz, wenngleich sie im Gespräch mit Daisy einiges erörtern darf und an der Front dabei ist. In diesem Fall gehört die Show aber (mehr oder weniger) Quake, die auch herausfinden darf, dass es sich bei dem Schöpfer der Shrike um eine Frau handelt, die den Namen „Izel" trägt. Das ist dann auch ein Punkt, der mich ein wenig stört. Bislang war immer vom „Schöpfer", „Monster" oder der „Bestie" die Rede. Hätte man in meinen Augen noch offenlassen sollen, um die spannende Ungewissheit zu bedienen. Dass Sarge plötzlich die Karten auf den Tisch legt und das Monster benennt, ist zumindest ein bisschen ungewöhnlich.
Die coolste Szene der Woche startet allerdings auf dem Truck. Die Flucht von Sarge durch das Portal ist sehr schön umgesetzt, greift auf Etabliertes zurück und liefert für seinen Plan einen gekonnten Ausstieg aus einer brenzligen Situation (aus der die anderen noch nicht raus sind).
Sarge vs. Izel
Irgendwo da draußen im All sind Fitz (Iain De Caestecker) und Simmons (Elizabeth Henstridge) dabei, zur Erde zurückzureisen - und schaffen das auch noch vor den Opening Credits. Na ja, nicht ganz, denn noch ist man nicht auf der Erde gelandet und die beiden sind damit beschäftigt, Kontakt aufzunehmen - was nicht gelingen soll.
Das Zusammenspiel von Caestecker und Henstridge ist (nach der letzten Woche) wieder großartig. Gerade die Eifersucht von Fitz auf sein anderes Selbst ist gut inszeniert, wobei Jemma nicht an Bemerkungen dazu spart. Etwas verwunderter darf man derweil sein, dass die beiden nicht in der Lage dazu sind, eine (Funk-)Verbindung zur Erde herzustellen oder Boyles (Scott Kruse) Verhalten gegen Ende nicht als Warnsignal wahrzunehmen. Denn, so ungewöhnlich Toad (T. J. Alvarado) und Boyle auch sein mögen, hängen die beiden doch immer wie Pech und Schwefel zusammen und sind nicht gerade stille Naturen - da beschwert sich immer mindestens einer über irgendwas. Wenn das nicht der Fall ist, muss etwas passiert sein. Jemma sieht das und Fitz schenkt dem keine Beachtung, womit der Cliffhanger seinen Lauf nehmen kann. Aber leider nicht so glaubwürdig, wie in den anderen Handlungsbögen, was schon ein bisschen wurmt...
Um Izel wird derweil kein Geheimnis gemacht. Sie ist die besagte Schöpferin der Shrike und lässt die Biester auch hier auf die Crew los. Sarge bestätigt das auf der Erde in seinen Gesprächen mit Daisy, wenn er von „ihr" oder „sie" spricht - was er zuvor nicht getan hatte. In meinen Augen hätte man, wie bereits erwähnt, auf derlei Infos noch verzichten oder sie zumindest subtiler gestalten können, um nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, sondern das Spannungsmoment zu nutzen. Dass Izel die Katze bereits in den ersten zehn bis fünfzehn Minuten aus dem Sack lässt, ist jedenfalls nicht spannungsfördernd. Hier werden zu schnell klare Verhältnisse geschaffen, wobei die Rechnung, wer nun der eigentliche Bösewicht ist, noch offengelassen wird.

Nüchtern betrachtet sind wir auf die Aussagen von Sarge und Izel angewiesen, die sich letztendlich ein wenig widersprechen. Izel lässt mit ihren Andeutungen gegenüber FitzSimmons Sarge (um wen sollte es sonst gehen?) als den bösen Buben dastehen, der das „Lebensgleichgewicht" stört - das würde auch sehr gut mit all dem zusammenpassen, was wir über die Monolithen wissen. Aus ihrer Sicht ist Sarge der Gegenspieler und sie die Gute. Andersherum betrachtet spricht Sarge davon, dass Izel seine Familie (und seinen Planeten?) ausgelöscht hat, er von Hass und Rache angetrieben ist und somit einem bösen Übel das Ende bescheren will - was ebenfalls glaubwürdig ist. Tja, wer hat nun Recht?
Ganz so einfach ist die Sache nicht - und das ist gut so. Bei Izel sehen wir, dass sie tatsächlich die Shrike beherrscht (und womöglich kreiert) und die Crew (mit Ausnahme von FitzSimmons, die in ihren Augen wohl noch nützlich werden könnten) übernommen hat. Bei Sarge ist klar, dass Leben (auf der Erde) für ihn nicht zählen, sondern er hauptsächlich auf die Vernichtung von Izel aus ist - koste es, was es wolle („a small price“). Jede/-r Zuschauer/-in (inklusive mir) wird auf Izel als „Big Bad" setzen. Dennoch bleibt die Frage, wem man mehr vertrauen sollte, ob nicht beide eigentlich nur mit einer ähnlichen Agenda unterwegs sind (den anderen ausschalten) und wer jetzt das bessere Ziel verfolgt...
Cliffhanger
Der erste Teil dieser Doppelfolge wird seinem Titel gerecht, denn der Kollisionskurs, mit dem uns die Episode zurücklässt, ist eine beachtliche Nummer. Da wird nächste Woche jede Menge miteinander kollidieren und es gibt in allen Fällen mehr als eine Möglichkeit, wie es für die jeweiligen Parteien und Figuren ausgehen könnte.
Vor den Autoren Craig Titley und Jeffrey Bell dürfen wir jedenfalls den Hut ziehen. Die beiden bringen zunächst etwas Schwung in die Geschichte und lassen die Spannung gegen Ende exponentiell steigen, wie es sich für einen deftigen Cliffhanger auch gehört. Das ist schon eine kleine Kunst, zumal nun auch alle Handlungsbögen mehr oder weniger zusammengeführt werden. Selbst in den letzten Szenen mit Enoch (Joel Stoffer), seinem neuen, potentiellen Verbündeten und seinen Häschern aus den Vorfolgen bahnt sich etwas an, was zur Erde führen könnte. Aber vielleicht wird auch nur der zweite große Handlungsbogen vorbereitet und das Geschehen um die Shrike schon nächste Woche abgeschlossen (darauf wetten würde ich allerdings nicht).
Fazit
Collision Course (Part I) ist ein guter erster Teil einer Doppelfolge, der uns mit einem gewaltigen (und genau betrachtet sogar einem mehrfachen) Cliffhanger zurücklässt. Zwar finden sich in fast jedem Handlungsstrang ein paar Dinge, die man monieren könnte, aber es überwiegen ganz klar die positiven Elemente. Der größte Kritikpunkt kann nur sein, dass die Laufzeit gefühlt viel zu kurz und die Wartezeit auf die Auflösung kaum auszuhalten ist. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen. Und von Euch?
Trailer zur Episode Collision Course (Part II) (6x09) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:
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Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 8. Juli 2019Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x08 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x08)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 6x08
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