Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x12

© zenenfoto aus der Episode „Hot Potato Soup“ von „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
In der neuen Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.-Episode Hot Potato Soup geht es wieder einmal darum, das schwarzmagische Buch Darkhold zu verteidigen, denn Radcliffe (John Hannah) möchte es bekanntlich für seine Zwecke entwenden. Coulson (Clark Gregg) hatte bereits zuvor gesagt, dass er es jemandem anvertraut hat, der Dinge verschwinden lassen kann. Nun erfahren wir, wer damit gemeint ist. Agent Koenig (Patton Oswalt), oder besser gesagt eine ganze Armada von Koenigs, trägt die Verantwortung. Doch die Watchdogs, Radcliffe und seine neuen Verbündeten rund um Senator Nadeer sind ihm auf den Fersen.
Leicht fällt es den Gegnern jedoch nicht, denn die vielen Koenigs sind schwer zu unterscheiden und auch so ausgelegt, dass man ihnen Informationen nur schwer entlocken kann. Einer wird jedoch gefangen genommen und auf ein Uboot verschleppt.
Der „konventionelle“ Weg über Androhung von Folter durch den Superior (Zach McGowan) funktioniert dabei nicht beziehungsweise ist nicht der von Radcliffe bevorzugte. Also versucht der vom Darkhold besessene Wissenschaftler es auf seine ganz eigene und perfide Methode sowie mit der Unterstützung von Androidin Aida (Mallory Jansen) und dem Eindringen und anschließenden Abtauchen in die Erinnerung ihrer Opfer.
Der erste Eindruck des Superiors hat mich noch nicht richtig überzeugen können. Wir lernen, dass er einen Faible für Old-School-Methoden hat und das Uboot als Captain kommandiert. Er glaubt nur, was er selbst hört und sieht, trinkt puren Vodka und nutzt eine Zwiebel zur Erfahrungsverstärkung. Ach ja - und er hasst alle Aliens und Inhumans. Seinen Plan gibt es am Ende der Folge. Falls da nicht noch der eine oder andere Twist kommt, wirkt er aber nicht bedrohlicher als ein Arrow-Gegner aus den frühen Staffeln.
Coulson ist bekanntlich nicht auf den Kopf gefallen und folgert, dass Radcliffe nun gemeinsame Sache mit Nadeer machen muss. So trifft er sich mit einem der zahlreichen anderen Koenigs, um den Schurken auf die Spur zu kommen.
Brainbuster

Fitz (Iain De Caestecker) kümmert sich derweil um Robo-Radcliffe, der versucht, Psychospielchen mit Fitz zu spielen, indem er etwa darauf setzt, dass ihn der erneute Verrat einer Vertrauensperson - also nach seinem Vater und Ward - aus der Bahn werfen wird. Zwar wird Leo etwas unsicher, hat jedoch Unterstützung vom bodenständigen Mack (Henry Simmons) und von Freundin Simmons (Elizabeth Henstridge). Kurze Zeit später ist die mit der Analyse dran und sorgt dafür, dass Robo-Radcliffe in Zungen oder besser gesagt in Schwarzer Magie spricht. Zwar möchte man wissen, wer ihn programmiert hat, wobei eigentlich auf der Hand liegt, dass es nur Aida oder Radcliffe sein können, die vom Darkhold beeinflusst werden.
Doch das ganz große Psychospielchen treibt Robo-Radcliffe, als er erwähnt, dass er den Vater von Fitz aus Glasgow kennt, der ihn für eine Enttäuschung hielt und ihn somit an den Rand der Verzweiflung treibt. Die Beziehung zum Vater scheint ein wunder Punkt zu sein. Bevor Radcliffe Fitz eine angebliche Botschaft des entfremdeten Vaters, der sicherlich in der Staffel noch eine Rolle spielen wird, übermitteln kann, wird sein Stecker gezogen und er auf Stand-by geschaltet. Durch Simmons erfahren wir, dass S.H.I.E.L.D. die Mittel hätte, um Papa Fitz aufzuspüren, doch dass das nicht in Leos Interesse ist.
Wie hoch stehen die Chancen, dass er noch in einer Schurkenrolle auftritt? Ich denke recht hoch. Tatsächlich habe ich auch schon über die Möglichkeit nachgedacht, dass Radcliffe mit Fitz verwandt sein könnte. Aber das basiert wohl nur auf dem ähnlichen Akzent.
Durch eine Aussprache mit Simmons kommt Fitz auf die entscheidende Idee, um hinter die Fassade von Robo-Radcliffe zu blicken. Er öffnet seinen Kopf und findet ein Quantenhirn, womit es den Wissenschaftlern wie Schuppen von den Augen fällt: Auch May (Ming-Na Wen) ist ein Roboter.
Too many Koenigs

Nebenbei kommt heraus, dass alles mit LT Koenig begonnen hat. Dabei handelt es sich überraschend um die Schwester (?) L. T. (Artemis Pebdani) der sich bis aufs Haar gleichenden Agenten. Sie war die erste im Dienste von S.H.I.E.L.D. Immerhin kann man sie deutlich von den anderen Koenigs unterscheiden, was auch beim Komiker-Koenig noch ganz gut gelingt.
Insgesamt zeichnet sich die Folge dadurch aus, dass sie mit der Verwirrung der Zuschauer spielt. Die Koenigs wurden beauftragt, per „Hot Potato Soup“-Mission dafür zu sorgen, dass man das Darkhold nur schwer auf konventionelle Weise finden kann. Dabei hat aber wohl niemand damit gerechnet, dass man ihre Gedanken übernehmen und wie in einem Videospiel nachspielen kann.
Philinda

Coulson und LMD-May arbeiten beim Einsatz - wie so oft - sehr eng zusammen. So gibt er beispielsweise zu Protokoll, dass er May beschützen wollte, weswegen die Koenigs mit dem Darkhold beauftragt wurden. Zudem stoßen sie mit Heißgetränken an und feiern, dass die beiden so vieles überstanden haben, darunter den Tod des jeweils anderen, was Fake-May nutzt, um - per Programmierung - den nächsten Schritt in der Beziehung der beiden vorzuschlagen.
Als sie dann allein und in der Nähe des Darkhold sind, küssen sie sich tatsächlich, obwohl es sich für den Zuschauer wahrscheinlich falsch anfühlt, wenn es nicht die echte May ist. Und nur wenige Sekunden später schlägt die Programmierung zu und LMD-May bedroht Coulson mit gezogener Waffe, wobei sie immer wieder betont, dass sie diese nicht senken kann. Coulson kapiert, dass sie ein Roboter ist und wird von Quake (Chloe Bennet) gerettet, bevor May abdrücken kann. Daisy ist nicht gerade zimperlich im Einsatz ihrer Kräfte und sorgt dafür, dass LMD-May sich nur noch robbend fortbewegen kann.
Der Feind hat die Information zum Aufenthaltsort des Darkhold aber auch aus der Erinnerung von Billy Koenig extrahieren können, wobei man ihm als Austausch einen virtuellen Welpen vorgegaukelt hat, den er nun vermisst, was mich an eine gewisse Situation aus Rick and Morty (Stichwort Roy) erinnert hat.
Also soll es zum Austausch kommen: Koenig gegen Darkhold, worauf sich Coulson auch einlässt, weil er weiß, dass Daisy nur auf ihren Einsatz wartet, nachdem Koenig in Sicherheit ist. Auch hier zeigt sie ihren Feinden, was ihre Erdbebenkräfte so drauf haben, wird jedoch von einem Elektroschocker überrascht.
Billy Koenig versucht, das Darkhold fortzuschaffen, rennt jedoch unwissentlich in die Arme von L-May-D und verliert das magische Buch wieder. Bald taucht auch Radcliffe auf, der nun hat, was er wollte, lässt jedoch die beschädigte May zurück. Die Auflösung der Folge und des Austausches erscheint mir insgesamt etwas simpel, aber ich sehe ein, dass nicht jede Woche ein wahnsinniger Twist erfolgen kann, wobei es schon genug Verwirrung durch die Koenigs gibt, bei denen ich mir immer noch nicht sicher bin, ob es nun wirklich Brüder und Techniker sind oder doch frühe LMDs.
Zwar gibt es dahingehend einen Dialog, aber ich traue der Sache nicht über den Weg. Das Ziel der S.H.I.E.L.D.-Agenten ist es nun, die echte May zu finden und Radcliffe und den Superior aufzuhalten. Während die Bösen mit dem Darkhold und der Unterstützung der Senatorin auch recht gut aufgestellt sind...
S.H.I.E.L.D. versus Russland?
Interessant und nicht unerwähnt bleiben sollte in dieser Folge auch der Rückbezug auf die Mission rund um den russischen Premierminister, der Bobbi und Hunter ihre S.H.I.E.L.D.-Posten gekostet hat. Vielleicht ist die Storyline um den Superior auch der Beginn einer Fehde zwischen S.H.I.E.L.D. und dem russischen Pendant Leviathan (siehe „Secret Warriors“-Comicreihe).
Radcliffe jedenfalls vereint vorerst seine Kräfte mit dem Superior, der von Aida als Machine so beeindruckt war, dass er ihn kurzzeitig hat durchgehen lassen, dass er seine Autorität untergraben hatte.
Das Ziel des Superiors Anton Ivanov wird ebenfalls präsentiert: Er will alle Inhumans und darüber hinaus alle Aliens aus der Welt schaffen und glaubt, dass er dafür denjenigen beseitigen muss, der stets da ist, wenn diese auftauchen: Coulson nämlich.
In gewisser Weise schwingt dabei auch mit, dass die Aliens Superkräfte haben, ohne dafür zu arbeiten - und man möchte durch das Darkhold nun seinen Plan umsetzen. Ob der Charakter selbst noch besondere Kräfte außer seinem Hang zur Folter hat, muss sich noch zeigen. Womöglich steht etwas im Darkhold, das ihn transformieren kann. Dass er Radcliffe und Aida den Rang als beste Schurken des Arcs den Rang ablaufen kann, wage ich aber zu bezweifeln. Immer wieder ist bei Radcliffe interessant, dass er Gewissensbisse hat und vor bestimmten Dingen zurückschreckt, was ihn interessanter macht als manch anderen Schurken.
Fazit
Es muss nicht immer die große Wendung sein, um eine unterhaltsame Episode abzuliefern und die ist Hot Potato Soup ohne Frage, allein durch den ausgiebigen Einsatz von Patton Oswalt als multiple Koenigs.
Dagegen stinkt der Superior fast ein wenig ab, weckt aber dennoch mein Interesse, denn ich möchte wissen, was sein Plan ist, um Coulson fertigzumachen und warum er denkt, dass er etwas mit dem Auftauchen der Außerirdischen zu tun hat.
Das Geheimnis um LMD-May ist vorerst gelöst und eine neue Büchse der Pandora wurde in Bezug auf Fitz' Vater geöffnet, was uns sicherlich auch noch beschäftigen wird. Es bleibt also weiterhin spannend und aufregend.
Trailer zur Episode BOOM (4x13) der US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 1. Februar 2017Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x12 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x12)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x12
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