Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x11

© zenenfoto aus der âMarvel's Agents of S.H.I.E.L.D.â-Episode âWake Upâ / (c) ABC
Bereits zuletzt habe ich mich gefragt, wie lange man eine so widerstandsfĂ€hige Agentin wie May (Ming-Na Wen) unter Kontrolle halten könnte. In der Episode Wake Up aus der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. wird diese Frage nun ausfĂŒhrlich beantwortet und ist Teil des Arc LMD, der mir bislang sehr viel SpaĂ bereitet, nicht zuletzt da er mit hohem Tempo und vielen Wendungen prĂ€sentiert wird. Diesmal konnte ich kaum glauben, wie schnell die Episode am Ende angelangt war, was immer ein positives Zeichen ist.
Dabei gibt es zunĂ€chst Einblicke darin, wie der Austausch der echten May mit einem Androiden-Modell beziehungsweise einem Life Model Decoy im Detail funktioniert hat. Ausschlaggebend dafĂŒr, dass May durch Radcliffe (John Hannah) aus dem Verkehr gezogen werden musste, dĂŒrfte ihre Bemerkung rund um ihre PlĂ€ne fĂŒr die Zerstörung des Darkhold sein. Retrospektiv macht sich der Wissenschaftler fĂŒr die Zuschauer nun dadurch verdĂ€chtig, dass er Aida (Mallory Jansen) warnen möchte. Diese bereitet dann, nachdem das Stichwort âSunset Protocolâ fĂ€llt, alles fĂŒr die Attacke und den Austausch vor. Die schöne Montage zeigt uns, wie nahtlos der Ăbergang zwischen Original und LMD dann tatsĂ€chlich ist.
Einblicke gibt es auch in den ersten sehr fehlerhaften Ansatz, May in eine Spa-Endlosschleife zu stecken, aus der sie sich schon nach kurzer Zeit befreien kann. Allerdings wird sie schnell wieder von Aida ĂŒberwĂ€ltigt. Stattdessen - und das erfĂ€hrt man erst recht spĂ€t in der Episode - wird die KomplexitĂ€t und der Schwierigkeitsgrad der Simulation ihrem Können angepasst, das mit der Herausforderung wĂ€chst. Dabei soll sie zunĂ€chst im Glauben gelassen werden, dass sie sich befreien kann und Aida besiegt, nur damit ihre Erinnerungen gelöscht werden und sie wieder an den Beginn der Schleife geschickt wird. Teuflisch von Radcliffe, der sie zwar nicht töten möchte, sie so aber auf ganz andere Art und Weise psychisch zermĂŒrbt. AuĂerdem erfahren wir, dass Radcliffes Hoffnungen auf Fake-May bei S.H.I.E.L.D. liegen und wenn alles nichts hilft, gibt es einen zweiten LMD, der auch in dieser Episode schon enttarnt wird. Aber dazu spĂ€ter mehr, denn die Autoren spielen wieder sehr geschickt mit den falschen FĂ€hrten und sich verdĂ€chtig machenden Charakteren.
Aufgrund Aidas wiederholtem Tötungsdrang und ihrer Nachfrage, wozu man die echte May am Leben lassen soll, glaube ich fast nicht, dass wir die Androidin bis zum Ende des Handlungsbogens sehen werden, sie aber demnĂ€chst unverzeihlich eine Grenze ĂŒberschreiten wird - wahrscheinlich nicht bei May, aber einem Charakter von Bedeutung.
Mack nimmt eine Auszeit

Mack (Henry Simmons) gehört zwar zum inneren Kreis der Entscheider, kriegt aber eine mysteriöse Nebenhandlung, die ihn in den Kreis der VerdĂ€chtigen bringt. Denn neben dem zweiten Life Model Decoy wird auch nach einem Leak, also einem Maulwurf bei S.H.I.E.L.D. gesucht. Mit Elena (Natalia Cordova-Buckley) vollzieht er einen groĂen Beziehungsmeilenstein, denn wir sehen - wenn ich nicht irre - den ersten Sex der beiden.
Doch der Moment der IntimitĂ€t wird durch eine Textnachricht jĂ€h unterbrochen, die dafĂŒr sorgt, dass Mack von einem zum nĂ€chsten Moment weg muss, was Elena natĂŒrlich verunsichert. Selbst Coulson (Clark Gregg) weiĂ allerdings, trotz der Zeit, die er schon mit Mack verbracht hat, wenig ĂŒber ihn. Im Endeffekt stellt sich heraus, dass seine Auszeit mit seiner Ex Nicole zu tun hat, mit der er ein gemeinsames Kind namens Hope hat (wir erinnern uns an ein SchriftstĂŒck diesbezĂŒglich). Seine offizielle Geschichte bei der RĂŒckkehr handelt davon, dass Hope nur vier Tage am Leben war und er seiner Ex Beistand leisten musste. Bleibt zu hoffen, dass diese emotionale Auszeit nur eine Ablenkung war, um den echten Twist um das andere LMD fĂŒr das Episodenende aufzusparen und nicht, dass sich Mack doch noch bald als VerrĂ€ter entpuppt.
Die undichte Stelle

Die Chefetage rund um Mace (Jason O'Mara), Talbot (Adrian Pasdar) und Coulson plant derweil bei einer Anhörung eine geheime Untersuchung von Senator Nadeer (Parminder Nagra) respektive ihres BĂŒros, wĂ€hrend Daisy (Chloe Bennet) Stellung zu ihrem Undercover-Einsatz und den Inhumans insgesamt bezieht. Dabei tappen Coulson und Elena in eine Falle, die dafĂŒr sorgt, dass Coulsons Team sich nun mit einer offiziellen Regierungsuntersuchung konfrontiert sieht, die Talbot vermeiden wollte. Das beste Zitat zu seinen Bedenken ist seine Wortschöpfung, „Steaming Pile of Fart“. Der vorsichtige General wollte eine Untersuchung in Richtung Coulson nĂ€mlich verhindern, doch nun hat S.H.I.E.L.D. den Senatoren-Salat. Immerhin kann Daisys Robin-Hood-Aktion rund um sieben Millionen Dollar einigermaĂen erklĂ€rt werden.
Da Nadeer auf den Abstecher bis ins Detail vorbereitet ist, muss es eine undichte Stelle geben, die sie gewarnt hat. Hier bin ich mir nicht sicher, ob wir annehmen sollen, dass dass das zweite LMD und der Maulwurf die gleiche Person sind. Denn am Episodenende stellt sich heraus, dass Radcliffe einen Robo-DoppelgÀnger von sich erstellt hat, der von Fitz (Iain De Caestecker) enttarnt wird. Somit wird offenbar auch sein komisches Verhalten erklÀrt.
Es muss in dieser Folge erst zum Fast-Streit und Krach mit Freundin Simmons (Elizabeth Henstridge) kommen, damit er seinen Mund aufmacht. Das ist tatsĂ€chlich etwas unglĂŒcklich gelöst, weil er sich krampfhaft in die Untersuchung, die schon einer Besessenheit nahe gekommen ist, versteift hat. Andererseits verdĂ€chtigt man ihn und Mack aber auch so und ist dann im Endeffekt ĂŒber das Resultat ĂŒberrascht. TatsĂ€chlich gibt es so viele Ebenen in diesem Spiel der Wendungen, das einem der Kopf rauchen kann.
Malware-Maulwurf

LMD-May ist nĂ€mlich auch auf der Suche nach Antworten und findet durch die Mischung der May-Erinnerungen und der Programmierungen heraus, dass etwas nicht stimmt und Radcliffe dahinterstecken muss. Doch dessen teuflische Programmierung verhindert, dass sie ihm wehtun oder Coulson oder sonst jemanden einweihen kann. Radcliffe wiegt sich also in Sicherheit. Ob er die Rechnung mit Fitz gemacht hat, ist nicht hundertprozentig klar. Allerdings hat er, wie man sieht, auch dort einen Plan B und spielt seine long con aus, indem er die UnterstĂŒtzung vom Superior erhalten soll, der mit der Senatorin zusammenarbeitet.
Bei dem ErzĂ€hltempo des Handlungsbogens wĂ€re ich ĂŒber die EnthĂŒllung oder Vorstellung dieser Person in einer der nĂ€chsten Episoden nicht ĂŒberrascht.
Coulson ist sich nach dem Reinfall rund um die Senatorin derweil unsicher, ob sein Verhalten diesmal nicht etwas zu unvorsichtig war, doch Robo-May beschwichtigt ihn. Nun muss man aber jedes Wort aus ihrem Mund hinterfragen, denn es könnte auch eine Programmierung sein, die Radcliffe an sein Ziel bringen soll.
WĂ€hrend Fitz ĂŒberlegt, ob sein Misstrauen ĂŒberzogen ist oder er seiner VerrĂ€terintuition trauen soll, muss er einsehen, dass sein âFreundâ ihn hintergangen hat. Die echte May, die sich als harter Brocken fĂŒr jede Simulation erweist, die Radcliffe und Aida ihr vorsetzen, muss derweil ins virtuelle Bahrain - der Ort, an dem der Spitzname Cavalry seinen Ursprung nahm und den wir schon in der Episode Melinda ausgiebig erlebt haben. Der Ausgang des Ereignisses, das May fĂŒr immer verĂ€ndert hat, ist hier jedoch in der virtuell geschaffenen Welt ein anderer. Das Kind ĂŒberlebt und May ruft ihren verstorbenen Mann Andrew an, um ihm von ihren Erfolg zu erzĂ€hlen. Dieser Moment des GlĂŒcks dĂŒrfte sie wohl eine Weile sediert halten, sodass sie nach zahllosen KĂ€mpfen machtlos ist.
Wie lange schafft es Radcliffe also noch, S.H.I.E.L.D. zum Narren zu halten? Und ist er der einzige VerrĂ€ter in den Reihen S.H.I.E.L.D.s? Hat er ĂŒberhaupt die Sicherheitsstufe um gewisse Informationen weiterzugeben oder ist Mack doch noch im Kreis der VerdĂ€chtigen?
Fazit
Ich bin durchaus fasziniert, wie sehr mir dieser Arc gefĂ€llt und freue mich Woche fĂŒr Woche auf eine neue Folge. Radcliffe wird clever als Schurke eingesetzt, der mehrere Ecken vorausdenkt, ohne dabei die Erde vernichten zu wollen (was sich noch Ă€ndern könnte).
Geschickt schaffen die Autoren durch falsche FÀhrten (allerdings auch durch einige leichte Out-of-Charakter-Momente) mehrere Figuren verdÀchtig erscheinen zu lassen, die wir eigentlich mögen. Doch dadurch, dass eigentlich fast jeder durch einen Robo-DoppelgÀnger ersetzt werden könnte, muss man quasi als Zuschauer paranoid werden.
Serientrailer zur Episode Hot Potato Soup der Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. (4x12):
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 25. Januar 2017Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x11 Trailer
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x11)
Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?