Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x08

© zenenfoto aus der „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“-Episode „The Laws of Inferno Dynamics“ / (c) ABC
Der Kampf gegen Eli Morrow (José Zúñiga) kommt in der Episode The Laws of Inferno Dynamics zu seinem Höhepunkt. Denn der Schurke mit der Kraft, quasi aus dem Nichts Materie zu erschaffen, plant sein großes Endspiel. Er setzt dabei auf die Unterstützung der Chinesen-Gang, mit der es Robbie (Gabriel Luna) schon zu tun hatte. Weil er die Gang nicht bezahlt, demonstriert er seine Kräfte, indem er den Anführer Diamanten erbrechen lässt. Er selbst arbeitet an einem Geheimprojekt.
Die Medien sind auch in Los Angeles bereits vor Ort und wissen um Elis Flucht, weswegen Director Jeffrey Mace (Jason O'Mara) sich um gute PR bemüht und betont, dass es zur Abwechslung keine Inhuman-Bedrohung ist. May (Ming-Na Wen) und Coulson (Clark Gregg) beraten den S.H.I.E.L.D.-Boss und schlagen vor, die big guns - Daisy (Chloe Bennet), Ghost Rider und Yo-Yo aka Elena (Natalia Cordova-Buckley) - gegen den Widersacher einzusetzen. Unter der Voraussetzung, dass Daisy sich aus der Öffentlichkeit heraushält, willigt Mace ein und erfährt außerdem, dass Aida (Mallory Jansen) ein Android ist. Seine erste Reaktion ist mir gleich sympathisch: Das verstößt gegen das Sokovia-Abkommen, das auch wegen der AI Ultron überhaupt erst verabschiedet wurde. Da nun aber alle Kräfte gebraucht werden, soll auch Aida im Feld getestet werden.
Während die vorherige Episode ein Abkommen von Robbie und Mack in Aussicht gestellt hat, sieht man davon in dieser Folge nun überraschend wenig, außer einem kleinen Austausch darüber, dass Mace nicht der Boss des Ghost Riders ist, sondern ein gewisser Teufel das Sagen hat. FitzSimmons zweifeln derweil stark daran, dass Eli tatsächlich ohne Konsequenzen Materie erschaffen kann.
Beim ersten Versuch, an Eli heranzukommen, soll Yo-Yo einen schnellen Blick riskieren, rennt jedoch in eine flammende Falle, die eher für Robbie gedacht ist. Doch genau das wollte Eli, denn sein Konstrukt dient auch dazu, die Kräfte seines Neffen zu neutralisieren und ihn ein Stück weit kontrollieren zu können.
Radcliffe (John Hannah) muss sich derweil vor dem Director verantworten, bietet aber reumütig vollen Zugriff auf seine Forschungsunterlagen an. Ob es Neugier ist oder mehr dahintersteckt, wurde mir bei Maces Interesse bezüglich des Darkhold nicht auf Anhieb bewusst. Radcliffe scheint derweil etwas betriebsblind zu sein, denn das magische Buch schüchtert ihn ein, aber seine Kreation Aida nicht - oder er ist von den vielen Komplimenten geblendet, die er für ihr Auftreten erntet.
Die Plutoniumfalle

Morrows Schöpfung wird von FitzSimmons als Atomwaffe mit Plutonium identifiziert, was die Lage viel dramatischer als ohnehin schon gestaltet. Selbst Coulson scheint deutlich überfordert; ihm fällt erst einmal nur die Flucht ein. Morrows Motivation wird ebenfalls - einigermaßen plausibel - im Gespräch mit dem eigenen Neffen durchleuchtet. Er fühlt sich durch seine Kräfte wie ein Gott an, der sukzessive immer komplexere Elementverbindungen erscheinen lassen kann - später auch Wasser - sodass die Erschaffung von einer Stadt und dem Leben und Wiedererwecken von Toten in greifbare Nähe für ihn rückt.
Allerdings geht es ihm im Kern um Respekt und Anerkennung, welche er in seinem Job als Forscher nie bekommen hat. Nun kann er mit seiner Macht Allen zeigen, was in ihm steckt. Das mag kein besonders innovativer Antrieb sein, passt aber ins Comicuniversum, auf dem die Serie basiert. Für mich bleibt Morrow allerdings einer der schwächere Schurken in der bisherigen Serienlaufbahn. Die persönliche Komponente ist da, er hat ein paar Agenten umgebracht, für das Unheil seiner Neffen gesorgt und er hat einen megalomanischen Zerstörungsplan - dennoch spüre ich in der Folge wenig Gefahr oder Dringlichkeit, ihn aufzuhalten.
Trotzdem wird das aufgefahren, was man zur Verfügung hat. Daisys Kräftehandschuhe erhalten ein Upgrade und sie ein Update von FitzSimmons, warum sie Mace nicht trauen. Bald ist sie also auf dem aktuellen Stand. Während Maces Plan Yo-Yo involviert und sie auf eine gefährliche Mission schicken soll, nimmt Coulson sich seinen Nachfolger zur Brust und diskutiert ein paar Dinge zu seinen Führungsqualitäten mit ihm aus - etwa seine Zusammenarbeit mit Inhuman-Kritikerin Nadeer (Parminder Nagra), wobei auch Daisy dazustößt.
Natürlich steht Mace bei seinem Job unter enormem Druck und versucht sein Bestes im Falle Nadeer, etwa der Schutz von Daisy, die auf belastenden Fotos abgelichtet wurde. Er begreift, wie wenig Vertrauen im Team herrscht und ist desillusioniert deswegen, weil sein schöner Slogan dann so gar nicht zutrifft. Coulson aber will dies ändern und einen Plan entwickeln, bei dem sich alle aufeinander verlassen können.
Do Androids dream of electric bullets?
Also muss auch Mace selbst sich in eine Art Superheldenkostüm werfen, damit er seinen öffentlichkeitswirksamen Moment erschaffen kann, während Coulson gegenüber Eli den Lockvogel spielt und Robbie eine kleine Aufmerksamkeit in Form einer Kette mitbringt. Aida und die Forscher versuchen mit Hilfe der Konstruktion, die beim letzten Mal schon die Rettung war, etwas Passendes zusammenzustellen, während Coulson versteht, dass sein Gegner keine Materie erschafft: Er stiehlt stattdessen Quantenenergie aus der anderen Dimension und sorgt damit für seismische Aktivitäten, die Daisy zu schaffen machen - wobei sie immerhin wie eine Art Erdbeben-Frühwarnsystem funktioniert.
Als das Stichwort zum Angriff kommt, sorgt Yo-Yo dafür, dass die Schurkentruppe effektiv ausgeschaltet wird, während Coulson Robbie helfen will. Doch stattdessen opfert er sich und seinen Onkel und teleportiert beide weg. Das war es dann fürs Erste vom Ghost Rider. Aida, die mit Kunstblut ausgestattet und durch Radcliff auf Schmerz programmiert ist, fängt sich für FitzSimmons ein paar Kugeln ein und leidet Androidenschmerzen. Doch strenggenommen erfüllt sie nur ihren Zweck: den Schutz der Menschen um sie herum und Ablenkung.
Daisy wird die aufgestaute Erdbebenkraft derweil zu viel und sie muss sich gen Himmel verabschieden, um ein wenig Druck abzufeuern. Dabei landet sie aber sehr öffentlichkeitswirksam in der Reportermenge und outet sich sowie ihre Beteiligung. Mace bleibt nichts anderes übrig als mitzuspielen und er feiert Daisy als Heldin, die angeblich im Undercovereinsatz war. Nun darf Daisy also wieder ganz normal bei S.H.I.E.L.D. sein und kriegt auch ihr Lanyard.
Beziehungs Yo-Yo

Yo-Yo ist derweil unzufrieden mit ihrem Beziehungsstatus und damit, dass Mack (Henry Simmons) sich kaum bei ihr meldet, beziehungsweise sie nicht abschätzen kann, woran sie ist. Typisch für sie hält sie ihre Frustration auch nicht geheim, sondern sagt Mack ins Gesicht, was sie stört. Statt viel zu reden, erklärt er kurz, dass er selbst ein paar Probleme hatte und küsst sie lieber, weil es das zu sein scheint, worauf sie hinaus will. Langsam wirkt es so, als wären wir in Coupletown, USA. Denn neben Yo-Yo und Mack und FitzSimmons scheint sich auch etwas zwischen Coulson und May anzubahnen.
Radcliffes AI-Programm darf mit dem Segen von Mace am Leben bleiben, wird nun aber unter Überwachung gestellt. Dies ist aber schon etwas zu spät für seinen PR-Helfer, der einige Sachen zusammenpacken soll, denn Aida bricht ihm mühelos das Genick, nachdem er sieht, dass sie May überwältigt hat. Tatsächlich hat sie die echte May wohl mit einem Androiden ausgetauscht, der nun mit Coulson die versprochene Flasche anbricht. Ist dieser Tausch noch frisch oder wurde Aida schon seit dem Download des Darkhold aktiv?
Ausblick auf den nächsten Arc
Inzwischen ist schon bekannt, dass der nächste Handlungsbogen im Zeichen der AI und der sogenannten LMDs stehen wird. Die Life Model Decoys dienen eigentlich zum Schutz von Agenten, wie Radcliffe und Mace auch besprechen. Kommt jedoch der Faktor Magie hinzu, kann man sich nicht mehr sicher sein. Im Januar geht die vierte Staffel bei ABC weiter.
Fazit

Mir gefällt, dass das Halbstaffelfinale The Laws of Inferno Dynamics nicht die große Schlacht war, in der ganz Los Angeles auf dem Spiel steht - wobei es das tut, nur sind eben hauptsächlich S.H.I.E.L.D.-Agenten und der Ghost Rider in den Konflikt verwickelt. Was ich sagen will: Es stand viel auf dem Spiel, aber die Inszenierung war zurückgenommen und durch ein intimes Setting begrenzt.
Weil sich meine Begeisterung gegenüber des Aufbaus von Eli Morrow als Schurke aber in Grenzen hält und auch sonst in der Haupthandlung der große Knaller aufgespart wurde, überzeugt mich die Folge nicht auf ganzer Linie. Ein paar Schocker spart man sich für die letzten paar Minuten auf, die mich als Zuschauer neugierig in die Winterpause gehen lassen.
Der Ghost Rider dürfte wahrscheinlich erst einmal ebenfalls pausieren, wie Coulson aber andeutet, nicht zum letzten Mal auftauchen. Außerdem fällt der gewaltige Teaser, dass es nicht der erste GR ist, wie man sich bei seiner Originstory bereits denken konnte.
Der Ghost-Rider-Arc ist in meinen Augen solide, hatte aber mit der uncharismatischen Geistercrew zu kämpfen. Er rangiert für mich unter den großen S.H.I.E.L.D-Geschichten der Serie bei mir deswegen insgesamt eher im Mittelfeld. Die Effekte des Riders haben mir meistens gut gefallen, dennoch werde ich nicht ganz den Eindruck los, dass man sich gewisse Dinge noch aufspart und vielleicht ein Spin-off im Hintergrund hat.
Ich freue mich fürs Erste darauf, dass Daisy, die in meinen Augen zuletzt oft im Hintergrund gehalten wurde, wieder im Licht agieren kann und bin auf ihre Interaktion mit Mace gespannt - und ob und wie AI-Aida entlarvft wird.
Trailer zur nächsten Episode:
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 7. Dezember 2016Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 4x08 Trailer
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