Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x11

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x11

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. ist wieder da. In der Episode Aftershocks geht es - wie soll es anders sein - um die Nachwehen rund um die neuerliche Transformation, die auch ein Todesopfer forderte. Außerdem zeigt die Episode, wie das Team insgesamt damit umgeht.

Szenenfoto aus der Episode „Aftershocks“ der Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC
Szenenfoto aus der Episode „Aftershocks“ der Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“ / (c) ABC

Nach einer ziemlich langen Pause kehrt die US-Serie Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. mit der Episode Aftershocks zurück. Dabei sagt der englische Episodentitel schon viel über den Hauptinhalt dieser Episode aus, denn die Verwandlung durch den Terrigen-Kristall hat einiges für das Team verändert. Skye (Chloe Bennet) und Raina (Ruth Negga) haben Kräfte bekommen und/oder sich äußerlich verändert und Triplett (B.J. Britt) ist beim Manifestieren von Skyes Kräften ums Leben gekommen.

Jede Zelle hat sich verändert

Im Episodenintro wird ganz offiziell im Serienkanon bestätigt, dass wir es mit Inhumans zu tun haben und wir lernen die Hintergrundgeschichte des Mannes ohne Augen kennen, den wir am Ende des Mid Season-Finales bereits zum ersten Mal erblickt hatten. 1983 war Gordon (Jamie Harris) nämlich selbst noch ein junger Mann, der mit den Terrigen-Nebeln konfrontiert wurde und dort eine Teleportationsfähigkeit erhalten hat. Diese verwirrt ihn allerdings zunächst und lässt ihn orientierungslos zurück. Kein Wunder - schließlich heißt es, dass sich durch den Prozess jede Zelle seines Körpers verändert hat.

Skyes Mutter Jiaying (Dichen Lachman) nimmt ihn unter seine Fittiche und lehrt ihn den Umgang mit seiner Gabe. Zwar altert Jiaying nicht, aber sie weiß, dass auch ihre Zeit einmal zu Ende gehen könnte und hält ihn wegen seines Alters für einen geeigneten Kandidaten. Regelmäßige Zuschauer wissen, welches Schicksal sie ereilt hat.

Wer hat Schuld?

Skye wird nach dem Vorfall in der antiken Alienstadt unter Quarantäne gestellt. Sie weiß noch nicht so recht, was mit ihr geschieht, vermutet allerdings wohl, dass sie Mitverantwortung trägt. Coulson tappt völlig im Dunkeln und glaubt, dass Triplett als Held gestorben ist und der Einsatz für ein Erdbeben gesorgt hat - und nicht etwa Skye. Der Rest des Teams versucht sich entweder abzulenken oder denkt über das Gesehene nach. Simmons (Elizabeth Henstridge) wertet weiter die Daten aus dem Tunnel aus und möchte unbedingt herausfinden, was wirklich passiert ist. Danach will sie die Anlage fluten.

Skye hat ein schlechtes Gewissen, doch Coulson redet ihr zu, dass man nicht versagt habe, weil Whitehall tot ist und man Hydra ein Schnippchen schlagen konnte. Dennoch will er die Verantwortlichen finden und sie bezahlen lassen. So aggressiv wie hier haben wir Coulson selten gesehen - warum das so ist, erfahren wir etwas später.

Beim unplanmäßigem halbjährlichen Hydra-Treffen wird auf Whitehall angestoßen und die offene Stelle, die durch sein Ableben frei geworden ist, besprochen. Bakshi (Simon Kassianides) gilt als möglicher Kandidat, doch der ist verschwunden und wurde von S.H.I.E.L.D. gefangen genommen. Strucker will, dass die Angelegenheit geregelt wird.

Dr. List (Henry Goodman) möchte nachprüfen, ob Whitehalls Forschung fortgesetzt werden kann. Außerdem beschließen die fünf Anwesenden, die Nachfolge mit einem kleinen Wettbewerb zu regeln: Wer S.H.I.E.L.D. auslöschen kann, erbt Whitehalls Position. Mögen die Spiele beginnen! Übrigens: Schöner Tisch - gibt es den beim Schurken-Hydra? Die Zusammensetzung der potentiellen Hydra-Oberen hat auch etwas Komisches: der Scheich! Der Doktor! Die Dame! Der Bankier! Da merkt man, dass die Comicwurzeln durchscheinen, was aber durchaus erheiternd ist.

Dornen und Krallen

Während Skye zumindest optisch überhaupt nicht anders aussieht, hat es Raina hingegen total erwischt. Zunächst bringt sie einige Mitglieder von Simmons Forscherteam kaltblütig um und kann entwischen, ehe Simmons die Anlage fluten kann. Die Autoren haben für Raina den in meinen Augen richtigen Weg gewählt und der stets auf ihr Äußeres achtenden Figur ein für sie abstoßendes und schmerzhaftes neues Wesen verpasst. Sie hat genau das Gegenteil von dem bekommen, was sie sich eigentlich gewünscht hat und was ihr von Cal (Kyle Maclachlan) versprochen wurde.

Ihm lauert sie im weiteren Verlauf der Folge in Puerto Rico auf, wohin er sich eigentlich absetzen wollte. Dort geht sie ihm für ihre Transformation an den Kragen. Raina hat also neben den Dornen auch erhöhte körperliche Kraft erhalten und nutzt natürlich auch in gewisser Weise das Überraschungsmoment, denn Cal weiß bekanntlich, wie man sich verteidigt.

Dabei erzählt sie ihm von Skye, die den Vorgang unbeschadet überlebt hat, was ihn sogar glücklich tanzen lässt. Er möchte etwas, was er den Index nennt, bemühen, um nun mit Gleichgesinnten Rache an Coulson zu üben. Letzterer hat ihm bekanntlich seine Vergeltung gestohlen, als er Whitehall erschoss. Raina bittet ihm um Hilfe bei der Umkehrung des Prozesses, doch für Cal ist der gemeinsame Weg an dieser Stelle zu Ende und ihm ist egal, was mit Raina und ihren Schmerzen ist.

Das führt dazu, dass Raina ihre Lust am Leben verliert und am Ende der Episode umstellt wird - von wem, wissen wir nicht mit Sicherheit. Doch gerettet wird sie vom teleportierenden Gordon, der die Worte von Skyes Mutter nutzt, um sie aus der gefährlichen Lage zu bringen. Das Sterben muss sie also zunächst verschieben.

Nachdem Raina vorher immer eine Figur mit Agenda war, scheint sie nun tatsächlich keine Ahnung zu haben, wie es mit ihr weitergehen soll. Die Inhuman-Figuren wurden bisher in einem recht sympathischen und positiven Licht dargestellt, so dass man fast davon ausgehen kann, dass hier kein neues Hydra in Stellung gebracht wird. Wechselt sie nun also endgültig auf die Seite der Guten? Oder ist ihr Groll gegen Skye, die alles bekommen hat, was sie hätte bekommen sollen, doch stärker? Wie es aussieht, könnte sie bei den Inhumans eine neue Ersatzfamilie erhalten, denn ihre anderen Optionen scheinen versiegt zu sein.

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Aftershocks%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;Marvel%26#039;s Agents of S.H.I.E.L.D.%26ldquo; © ABC
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Mack dreht durch

Mack (Henry Simmons) hat ebenfalls ein Trauma erlebt, als die Tunnelanlage ihn zu ihrem Wächter gemacht und ihm die Kontrolle über sich selbst entrissen hat. Dabei raunt er ausgerechnet Fitz (Iain De Caestecker) an, dem er unterstellt, nicht zu wissen, wie es ist, wenn man sich fremd im eigenen Körper fühlt. Doch genau dieses Gefühl hat er nun schon seit dem Vorfall unter Wasser - und er hat sich nach wie vor nicht davon erholt. Mack gehört zum Camp im Team, das mindestens skeptisch gegenüber der Aliengeschichte ist, was er bei einem öffentlichen Streit auch nicht geheim hält. Ihn stört dabei besonders, dass Skye und Coulson so versessen darauf waren, der Sache auf den Grund zu gehen - und er gibt Coulson für seine Geheimniskrämerei gleich noch eins mit.

Endlich kriegt Mack ein wenig Profil, nachdem er zuvor eher der Zuhöronkel für Fitz und der Schrauber im Hintergrund war. Dabei hält er sich wirklich kaum zurück und muss von verschiedenen Stellen, etwa May (Ming-Na) und Bobbi (Adrianne Palicki), gebremst werden. Das alles passiert in der Nähe des Quarantäneraums, wo Skye tatenlos zusehen muss, während ihr Herzschlag rasend ansteigt, was wiederum dazu führt, dass die Erde wackelt.

Die angestaute Wut wird bald in einen Plan umgewandelt. Der Gefangene Bakshi wird Glenn Talbot (Adrian Pasdar) zum Tausch gegen die Hydra-Schergen angeboten. Dahinter steckt jedoch in Wirklichkeit ein ausgeklügelter Plan, bei dem man Bakshi als Bauernopfer und Lockvogel benutzt, ihn glauben lässt, dass May und Coulson sterben, um ihn dann seinen Hydra-Kontaktmann treffen zu lassen. Dabei hilft ihm Hunter (Nick Blood), dem man nach den jüngsten Ereignissen einen Verrat durchaus zutrauen würde, und auch Bobbi bleibt stets nah dran.

Wer treibt ein falsches Spiel?

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Die Autoren der Serie haben sich inzwischen einen Ruf aufgebaut, durch den man immer wieder dort eine weitere Wendung und einen Verrat vermutet, wo vielleicht gar keine/r ist. Bei besagtem Hunter etwa, doch seine Loyalität scheint gar nicht infrage zu stehen. Auch wenn Hunter selbst für einen kurzen Moment verdächtig wird, als er Bakshi nach dessen Anruf mit der Pistole bedroht und den Anschein erweckt, dass er ein bestechlicher Mehrfachagent ist... Doch spätestens, als dann Bobbi ins Auto steigt, merkt man, dass er weiterhin Coulsons Plan verfolgt.

Wie wir aus der vorherigen Episode wissen, verstecken dafür Bobbi und Mack etwas, was auch Hunter weiß und direkt anspricht. Bobbi, die bereits bei Hydra untertauchte, serviert ihm die Antwort, dass die beiden zu einer PTSD-Gruppe gehen und begründet es nachvollziehbar, dass das Trauma durch den Verrat von vertrauten Personen etwas anrichtet, das Therapie notwendig macht. Doch, wie man später sieht, ist das nicht die ganze Geschichte. Mack jedenfalls entschuldigt sich später bei Coulson für seinen Wutausbruch und hofft, irgendwann an Lola arbeiten zu dürfen. Coulson überlegt es sich nach der gelungenen fernsteuerbaren Version des roten Oldtimers auf jeden Fall mal. Wenn er nur wüsste...

Simmons ist eine weitere Person, die sich für Tripletts Ableben verantwortlich fühlt, tendiert allerdings zu einer extremen Reaktion, die man fast schon militant nennen kann. Statt der Forschung der Außerirdischen hätte sie das rückblickend lieber zerstören sollen. Aus ihrer Sicht wurde damit schon zu oft Schindluder betrieben oder Tod und Verderben gebracht. Auch wenn Skye die Avengers als Gegenbeispiel nennt, lässt sie sich nicht von ihrer Denkweise abbringen und schlägt auch im Fall Raina vor, sich die tödliche Option offenzulassen. Skye, die weiß, dass sie auch besondere Kräfte hat, ist schockiert und versucht, sich auf die Zunge zu beißen.

Die für mich stärkste Szenenfolge der Episode ist für mich das Aufeinandertreffen von Fitz und Skye. Hier erkennt Fitz als einziger, was für eine Veränderung die junge Frau durchlebt. Anhand ihrer „inhumanen“ Vitalwerte durchschaut er, dass sie die Zerstörung des Tempels überlebt hat, weil sie diejenige war, die das verursacht hat. Zunächst flüchtet er panisch, was wiederum Skyes Blut zur Wallung bringt.

Insgesamt erinnern ihre Kräfte bislang ziemlich an einen gewissen Bruce Banner, sie sind aber auch dem sprunghaften Temperament von Vater Cal nicht ganz unähnlich. So kann Skye sich nicht kontrollieren und zerbricht ein wenig Inventar, was sie jedoch verschleiern will, wobei sie aber wiederum von May unterbrochen wird. Ihre Ausbilderin zeigt Verständnis und weiht Skye darüber ein, dass ihm der Verlust Tripletts deswegen so nahegeht, weil er für ihn die Ideale von S.H.I.E.L.D. verkörpert, die Hydra eben nicht hat - was wiederum deren Schwäche ist.

Fünf auf einen Streich

Der S.H.I.E.L.D.-Direktor unterrichtet derweil nämlich Tripletts Mutter vom Schicksal ihres Sohnes und lässt - wie in „Der Pate“ - eine Massenfalle zuschlagen, die besagte Hydra-Schergen zum Tode verurteilt und sein Versprechen von vorher wahr macht. Sollten die Autoren hiermit wirklich Hydra als Gegenspieler vorerst auf Eis legen, wäre das eine gewagte und interessante Entscheidung.

Bei dieser Organisation weiß man allerdings nie, denn, wenn man einen Kopf abschlägt, dann kommen zwei neue nach. Allerdings hat man mit Cal und seinen Verbündeten auch passenden Ersatz parat und sehr wahrscheinlich wird Joss Whedon in „The Avengers 2: Age of Ultron“ sich noch ausführlicher mit Hydra und von Strucker beschäftigen, weswegen es verständlich ist, wenn man sich hierzu entscheidet. Bakshi jedenfalls wandert wieder in Gefangenschaft.

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Zurück bei Skye kommt neben May nun auch Simmons dazu, die Skye auf die Spur kommen könnte und bekanntlich den Aliens und Superwesen aktuell wenig freundlich gesinnt ist. Überraschenderweise ist es Fitz, der Skye rettet, ihre Vitalwerte fälscht und sich eine Ausrede für das Blut und die Scherben ausdenkt, womit Simmons zunächst ruhiggestellt wird. In Wirklichkeit ist Skyes Zellstruktur, wie schon bei Gordon, von Grund auf verändert.

Die beiden beschließen, den Rest des Teams vorerst nicht einzuweihen, bis man eine Lösung für Skyes Kontrollprobleme gefunden hat. Inzwischen gibt es kaum noch jemanden im S.H.I.E.L.D.-Team, der frei von körperlichem und seelischem Ballast ist, was die Figuren viel faszinierender macht als die glatten und perfekten Versionen ihrer selbst in der ersten Staffel. Gleichzeitig wird die Kluft zwischen Fitz und Simmons noch breiter als zuletzt, was für weitere Dramatik zwischen den ehemals untrennbaren Forschern sorgt. Doch zunächst freut man sich, dass Skye aus der Quarantäne kommt und gedenkt Triplett mit einigen schönen Erinnerungen.

Zum Episodenabschluss kocht das Geheimnis von Bobbi und Mack wieder auf. In der ferngesteuerten Lola ist ein Scanner versteckt, der nach der Toolbox sucht, die Nick Fury (Samuel L. Jackson) Coulson zum Wiederaufbau von S.H.I.E.L.D. gegeben hat. Daraus ziehen die beiden aus bisher noch unbekannten Gründen Informationen, nämlich die Entwürfe einer Basis. Somit gibt es ein neues Rätsel rund um Loyalität und Zugehörigkeit, was uns zum Hinterfragen und Mitgrübeln anregt. Hydra? Militär? Fury selbst? Eine neue Organisation? Für wen arbeiten die beiden?

Fazit

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Aftershocks ist ein gelungenes Comeback für Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. und baut die Grundlage für eine spannende zweite Staffelhälfte auf. Der Faktor Superkräfte und die Geheimhaltung derselben bringt eine neue Facette ins Spiel und der Tod eines Teamkameraden hat unmittelbare Auswirkungen auf das gesamte Team, das dadurch in mehrere Lager gespalten wird.

Besonders die Alienskeptiker im Team sind überraschend aggressiv und wütend, wobei abzuwarten bleibt, wie lange das so bleiben wird. Cal, die Inhumans und die Verdächtigen im Team sind unbekannte Faktoren, die die Geschichten spannend gestalten.

Ansonsten glänzt die Episode durch eine Vielzahl von schönen Charaktermomenten, die vor allem Skye und Raina sowie Mack, Simmons und Fitz betreffen und einiges durcheinanderwirbeln.

Videopromo zur Episode „Who You Really Are“ (2x11) der US-Serie „Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.“:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 4. März 2015

Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x11 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 11
(Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x11)
Deutscher Titel der Episode
In tiefer Trauer
Titel der Episode im Original
Aftershocks
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 3. März 2015 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 21. August 2015
Autoren
Maurissa Tancharoen, Jed Whedon
Regisseur
Bill Gierhart

Schauspieler in der Episode Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D. 2x11

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