Mad Men 4x08

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Diese Episode ist nicht dazu da, einfach fröhliche Sommerlaune zu verbreiten. Sie feiert den Sommer als einen Neuanfang - und The Summer Man fĂŒhlt sich auch wie ein Neuanfang an: fĂŒr Don Draper (Jon Hamm) und fĂŒr uns Zuschauer. Die Episode trĂ€gt unsere Beziehung zu Don auf die nĂ€chste Ebene - eine noch intimere: denn wir Zuschauer kennen die Figur besser als jede/r in ihrer fiktionalen Welt. Trotzdem durften wir Don meistens auch von auĂen kennen lernen.
The Summer Man vertauscht die Positionen und versetzt uns durch Dons Voice Over und die EintrĂ€ge in seinem Tagebuch in sein Inneres: Wir sitzen in Dons Kopf und blicken mit seinen Augen auf die Welt. Gleichzeitig sind wir das Papier, die Seiten, auf die er schreibt: Wir gewĂ€hrleisten die Lesbarkeit seiner ErzĂ€hlung. Damit wird die historisch vergangene Mad Men-Welt zur Gegenwart. Matt Weiners ErzĂ€hlung handelt vom Verlust der Orientierung und den IdentitĂ€tskrisen von heute: „Don is one thing on the inside and another thing on the outside. I think that's the American story.“ Und uns wird ermöglicht, beide Seiten kennen zu lernen.
The Summer Man fĂŒhlt sich an wie ein neues Sich-Ăffnen: ein warmes GefĂŒhl, wie wenn Wasser den entspannten Körper umflieĂt. Das erste Bild steht exemplarisch fĂŒr die Ereignisse der Episode: Die Kamera - und wir mit ihr - schwebt auf der WasseroberflĂ€che eines Pools. Die Markierungen der Schwimmbahnen verleihen dem Bild unheimliche Tiefe. Am Rande des Pools und zugleich im Fluchtpunkt des Bildes, weit entfernt, steht eine Figur: Don Draper. Alle schwimmen zu ihm hin, weg von uns. Don springt ins Wasser und schwimmt direkt auf uns zu.
Seine Stimme unterbricht die Stille: „They say as soon as you have to cut down on your drinking, you have a drinking problem.“ Don hat sich vorgenommen, in seinem Leben etwas zu Ă€ndern - sich reinzuwaschen von den "schmutzigen" Episoden davor. Er lĂ€sst seinen Körper im Wasser versinken, und alle GerĂ€usche verschwinden: „Gain a modicum of control over the way I feel.“ Kurze Zeit spĂ€ter umgibt ihn und uns dieselbe Unterwasser-Stille, als er mit Peggy & Co. eine Besprechung fĂŒhrt. Er geht in sich - und es scheint der richtige Weg zu sein.
Auch Peggy (Elisabeth Moss) wĂ€hlt einen richtigen Weg: sie feuert Joey, weil er Joan (Christina Hendricks) öffentlich erniedrigt hat. Dieser Weg aber erweist sich dennoch als der falsche - meint Joan, die einsamer ist als je zuvor; nicht nur weil Roger in dieser Episode nicht auftaucht. DafĂŒr ist Betty (January Jones) wieder da - und stöĂt prompt auf ihren Ex-Mann und sein Date, als sie und Henry essen gehen. Don schafft es, souverĂ€n mit der Situation umzugehen, wĂ€hrend Betty das nicht gelingt: eine Szene folgt der nĂ€chsten.
Am Ende bekommt Don nicht nur endlich ein Date mit Dr. Miller, sondern geht doch noch zum Geburtstag seines kleinen Sohnes. Betty tut so, als wĂ€re ihre Welt in Ordnung - mit den Worten (zu Henry): „We have everything.“ Aber diese Worte klingen wie eine Verdammnis, und wir Zuschauer erinnern uns an die Zeilen aus Dons Tagebuch: „We're ruined because we get these things and wish for what we had.“ Manche Dinge landen, trotz unserer Anstrengungen, ihnen Sinn zu verleihen, letztendlich in Kartons und im MĂŒll - weil sie vielleicht doch unwichtig waren...
Verfasser: Vladislav Tinchev am Montag, 13. September 2010(Mad Men 4x08)
Schauspieler in der Episode Mad Men 4x08
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