Lucifer 3x08

© zenenbild zu der „Lucifer“-Episode „Chloe Does Lucifer“ / (c) FOX
In der Lucifer-Episode Chloe Does Lucifer ermitteln Lucifer (Tom Ellis), Chloe (Lauren German) und Co in einem Fall, in dem soziale Netzwerke und eine Dating App im Fokus stehen. Währenddessen bringt Ella (Aimee Garcia) Charlotte (Tricia Helfer) bei, wie man ein guter Mensch ist. Außerdem tauschen Lucy und Detective Decker die Rollen und Dr. Martin (Rachael Harris) verarbeitet den Tod ihres Exmannes. Dabei bekommt sie Hilfe von ihrem Freund Amenadiel (D. B. Woodside).
I am gonna stick to you like glue
Das letzte Mal, als wir Charlotte zu Gesicht bekamen, befand sich diese in einer existenziellen Krise. Währenddessen trat sie wieder in Kontakt mit Lucy, Dan und Co. Dabei erhielt sie auch viele Nachrichten, die eher weniger erfreulich sind und die man auch nicht so gerne hört. Dazu gehört auch definitiv ihr Gespräch mit Ella, die sie damals als bösen Menschen bezeichnet hatte. Das hat sie sich anscheinend zu Herzen genommen. Denn nun steht diese vor Ellas Tür und möchte von ihr lernen, wie man zu einem guten Menschen wird beziehungsweise was genau an ihr so bedrohlich und böse sei.
Über die Folge hinweg macht sich bemerkbar, dass Ella eine scheinbar große Angst vor Charlotte hat und dieser deshalb weitestgehend aus dem Weg geht. Das gelingt ihr jedoch eher weniger, wodurch sie sich ihr letzten Endes doch stellen muss. Schließlich stellt diese auch fest, dass in Charlotte mindestens ein Funken Gutes steckt. Zudem überredet sie diese - ohne großen Aufwand - dazu, den Job bei der Staatsanwaltschaft anzunehmen. Dadurch werden sich die beiden noch viel öfter beruflich begegnen. Das dürfte, so wie in dieser Folge, zu äußerst lustigen Momenten führen. Denn überraschenderweise passen diese beiden sehr gegensätzlichen Figuren sehr gut zusammen. Durch gerade ebendiesen Kontrast kommt es immer wieder zu humorvoll gestalteten Szenen, in denen der Charakter der Figuren, ihre Chemie zueinander und die Atmosphäre essentiell sind. Es ist einfach ein purer Genuss, den beiden zuzusehen.
Channel my own Lucifer
Lucifer muss in dieser Folge feststellen, dass er eine „stille Nacht“ genießt. Das führt dazu, dass er schnell von den anderen als „langweilig“ oder sogar als „normal“ bezeichnet wird. Diese Aussagen machen ihm nun sehr zu schaffen. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass sich Lucifer stets durch seine Extravaganz ausgezeichnet und selber definiert hat. Als in dieser Folge eine langweilige Frau getötet wird und sich mit der Zeit alle aufregenden Personen, die mit ihr zu tun hatten, als falsch herausstellen, ist Lucy wie vor den Kopf gestoßen. Passend zu seinem eigenen Lebensstil nahm er an, dass man, solange man für andere außergewöhnlich erscheint, auch außergewöhnlich ist. Lucy muss nun sein Lebensmotto noch mal überdenken, als sich das als falsch herausstellt. Denn nur, weil jemand auf den sozialen Netzwerken oder der Öffentlichkeit beliebt ist, heißt das noch lange nicht, dass das diese zu guten oder netten Menschen macht, zu denen man aufschauen sollte. Das ist eine Erkenntnis, die heutzutage viele Menschen mehr verinnerlichen sollten.

Insgesamt scheint uns diese Folge eine wichtige Moral für unser Leben lehren zu wollen, die nur allzu reale Bezüge zu unserem Alltag im 21. Jahrhundert darstellt. Passend dazu können Lucifer und Detective Decker den Tatverdächtigen überlisten, indem sie seine eigene Eitelkeit gegen ihn verwenden. Obwohl auch Lucifer diese Erkenntnis während der Folge zu haben scheint, kehrt er doch am Ende der Folge zu seinen Wurzeln zurück. Jedoch ist hierbei ein - meiner Meinung nach - immenser Unterschied festzustellen. Lucifer kehrt zwar zu seinen alten Gewohnheiten zurück, jedoch nicht ohne nostalgisch auf die Zeit mit Chloe und Trixie zurückzuschauen. Er weiß, dass sie es genossen haben, dass es okay ist, mal nicht außergewöhnlich zu sein und einfach mal nur seine Zeit mit normalen Dingen zu genießen. Trotz alledem ist sein Bachelordasein ein Teil von ihm - ein Teil, der ihn bis zu einem gewissen Grad ausmacht und den er nicht missen möchte. Von nun an wird er - hoffentlich - beide Seiten von sich akzeptieren und ausleben.

Abgesehen davon bringt Lucifer Chloe bei, wie man in einem Club die Aufmerksamkeit auf sich zieht und wie man diese dann auch behält. Somit darf Chloe dann auch mal in Lucys Fußstapfen treten. Das erweist sich für sie jedoch als schwieriger als gedacht. Dabei fällt es einem nicht besonders schwer, Chloes Darbietung hier mit Amenadiels Versuch, Lucy zu kopieren zu vergleichen. Es hat bei beiden einen Riesenspaß gemacht, dabei zuzusehen, wie sie verzweifelt versuchen, wie Lucifer zu sein und seine Ratschläge anzuwenden. Dadurch wirken sie jedoch sehr künstlich und unnatürlich, wodurch sie sich noch blöder anstellen. Das führt nur dazu, dass wir als Zuschauer uns noch mehr bei diesen Szenen amüsieren können.
In solchen Momenten, in denen die Ermittler auf unkonventionelle Art versuchen, den Fall zu lösen, erweist sich die Serie am natürlichsten. Da lädt sie sich nicht zu viel auf, nimmt sich so, wie sie ist und wir können uns einfach hinsetzen und uns auf etwas freuen, denn wir wissen, dass diese Folge Spaß garantiert. Doch nicht nur Chloe und Lucy harmonieren super zusammen. Man kam nach langer Zeit wieder in den Genuss, das süße Trio zu Gesicht zu bekommen. Die Rede ist hierbei von Lucy, Chloe und Trixie. In solchen Momenten zeigt sich Lucifer von seiner natürlichen Seite und versucht nicht, irgendeine Performance hinzulegen, um jemanden zu beeindrucken. Er kann einfach er selbst sein und unbelastet Monopoly spielen.

I only feel terrible that I don't feel terrible
Während Lucy und Co ihren Spaß bei der Arbeit haben, verarbeitet Linda den Tod ihres Exmannes. Doch nicht nur das macht ihr zu schaffen, sondern auch der Umstand, dass Leonard sich nun in der Hölle befindet. Das ist insofern schwer zu verarbeiten, da sie an die Inkarnation geglaubt hat beziehungsweise glauben wollte. Sie hat darauf gehofft, dass es danach irgendwie weitergeht. Diese Hoffnung hat sie nun nicht mehr. Sie weiß, dass es nach dem Tod anders weitergehen wird als erwartet und diese Vorstellung hält keinerlei Hoffnung für sie bereit. Doch glücklicherweise hat sie Amenadiel an ihrer Seite. Dieser verhilft ihr dazu, ihre Situation aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und sie schöpft wieder neue Hoffnung. Zudem kommen sich die beiden wieder näher und man kann förmlich spüren, dass sie eine starke Bindung zueinander haben.
Fazit
Chloe Does Lucifer beweist, wie viel Spaß Lucifer machen kann. Dabei spielt insbesondere die Chemie der Charaktere zueinander eine große Rolle. Diese Figuren haben wieder Sprüche geklopft, dass man sich nur amüsieren kann. Zudem findet die Serie wieder eine gute Mischung aus Krimi, unkonventioneller Mördersuche und einer Portion Charakterarbeit. Außerdem möchte uns die Produktion etwas Lebenswichtiges beibringen, denn diese Folge stellt eine (noch nicht mal allzu stark) überspitzte Spiegelung unseres Alltagslebens mit sozialen Netzwerken dar, in denen vieles nur Schein ist. Das wird aber in so ein humorvolles und harmonisches Paket gepackt, so dass man sich diese Moral gerne anhört.
Verfasser: Maike Karr am Dienstag, 21. November 2017Lucifer 3x08 Trailer
(Lucifer 3x08)
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