Legends of Tomorrow 2x07

Legends of Tomorrow 2x07

Mit der Legends of Tomorrow-Episode Invasion (4) endet das bisher größte Crossover der DC-Superheldenserien vom Sender The CW. Wie gelingt es dabei der versammelten Heldenbande die Dominators aufzuhalten?

Szenenfoto aus der „Legends of Tomorrow“-Episode „Invasion“ / (c) The CW
Szenenfoto aus der „Legends of Tomorrow“-Episode „Invasion“ / (c) The CW

Für das Invasion-Crossover haben wir uns entschieden auch die Legends of Tomorrow-Episode Invasion! (4) zu besprechen. Somit findet Ihr die Kritik des Supergirl-Parts hier, die Fortsetzung aus The Flash hier und die Arrow-Folge, die auch das 100. Episodenjubiläum war, hier. Bevor wir uns dem Inhalt der Folge widmen, möchte ich eine Bemerkung aus der Arrow-Review kurz präzisieren. In meiner - wie immer sehr subjektiven Einschätzung - habe ich „LoT“ als schwächste der DC-Serien eingeordnet und dazu stehe ich auch. Sie ist momentan in meinen Augen die quatschigste Serie, die sich aber im Vergleich zur ersten Staffel - zumindest in manchen Punkten - steigern konnte.

Zeitreiseregeln werden weiterhin mit Füßen getreten (siehe Saras Monolog gegenüber Damien Darhks Zukunft). Ich habe das Gefühl, die Macher merken, dass das die Serie ist, bei der man sich wie ein Kind mit einer riesigen Spielzeugkiste austoben kann. Samurai, Ninjas, Nazis, Zombies? Alles kein Problem, denn wir könnten ja in der Zeit reisen. Mir persönlichen fehlt dabei der Sinn für Konsequenzen, wenn man Fehler durch einen Zeitsprung eh wiedergutmachen kann. Außerdem handeln die Figuren weiterhin grob fahrlässig (wie kann Roy sich so oft den Anzug abnehmen lassen?). Legends of Tomorrow bewegt sich auf Guilty-Pleasure-Gebiet, das heißt, ich verfolge die Serie weiter, muss aber nur noch bedingt über Fehler oder Logiklöcher nachdenken.

Nun findet hier das große Invasion-Crossover sein Ende und das ist besser, als ich es nach dem Arrow-Kapitel erwartet habe.

Alien-Entführung mal anders

Nachdem Oliver (Stephen Amell), Sara (Caity Lotz), Ray (Brandon Routh), Diggle (David Ramsey) und Thea (Willa Holland) aus den Klauen der Aliens befreit wurden, muss ein Plan her, um das Vorhaben der Aliens herauszufinden. Warum also nicht einen der Aliens entführen? Da man schon mal an der Bord der Waverider ist, macht sich Steel (Nick Zano) zusammen mit Heat Wave (Dominic Purcell) und Vixen (Maisie Richardson-Sellers) sowie den Brains Felicity (Emily Bett Rickards) und Cisco (Carlos Valdes) auf ins Jahr 1951, wo die Dominators den US-Streitkräften schon einmal begegnet sind.

Es ist schon sehr putzig, wie Cisco und Felicity sich auf die Möglichkeit einer Zeitreise freuen und das Innere der Waverider bewundern. Auch ist es erfrischend, Cisco wieder fröhlich zu und beschwingt zu sehen.

Felicity leidet unter so gut wie allen Nebenwirkungen des Zeitreisens, was ebenfalls für witzige Momente und markige Sprüche von Heat Wave sorgt, während Steel ein neues Kostüm trägt. Auch das Alien-CGI ist, zumindest wenn nur ein Geschöpf zu sehen ist, detailliert und gelungener. Das gilt aber eben nur in genau dem Fall. Bei Massenszenen und größeren Kampfszenen schlagen der Uncanny-Valley-Effekt und die Budgetgrenzen gnadenlos zu.

Cisco ist wegen des Geständnisses der Handlungen von Barry weiterhin schlecht auf ihn zu sprechen. Denn er glaubt, dass Barry fahrlässig gehandelt und er dadurch seinen Bruder verloren hat. Caitlin tendiert indes in Richtung Killer Frost, während Barry seine glücklichen Erinnerungen bleiben. Tatsächlich dient das Ganze aber nur als Mini-Konflikt für das Crossover, der am Ende der Episode aus der Welt geschafft wird, weil Cisco selbst einen folgenschweren Fehler zu verantworten hat.

Oliver is the worst sometimes

Kara auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Invasion%26ldquo; © The CW
Kara auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Invasion%26ldquo; © The CW

Wie schon bei Wild Dog im Arrow-Part entscheiden sich die Kreativen für eine merkwürdig anmutende Nebenstory rund um Oliver. Ganz der Skeptiker mit viel Paranoia will er Kara (Melissa Benoist) nämlich auf Distanz halten, weil er nicht begreifen kann, was sie zu tun vermag. Dabei scheint er aus unerfindlichen Gründen seine wertvollste Waffe gegen übermächtige Aliens aus der Hand geben zu wollen, nur, weil sein Verstand begrenzt ist. Das Ganze geht so gegen fast zehn Jahre Lernerfahrung, die er seit seinem Inselaufenthalt schon sammeln konnte und ist schlichtweg dumm und ignorant. Und genau wie bei Wild Dog bedarf es nur einer Rettung vor dem sicheren Tod, die beweist, warum Supergirl super ist und schon bereut er seine Worte. Das hätte man weniger plump lösen können. Aber die Tatsache, dass Oliver einfach auf sie zugeht und sie auf die Ersatzbank verfrachten will, ist ärgerlich. Supergirl ist ohnehin die große Sympathieträgerin des Crossovers, die für alle Helden als strahlendes Vorbild dient. Genau so muss ihre Figur und auch die ihres Cousins präsentiert werden. Kampfbereit, immer mit vollem Einsatz, motiviert, opferbereit, heldenhaft und umsichtig.

Plötzlich Papa

Supergirl und Professor Stein auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Invasion%26ldquo; © The CW
Supergirl und Professor Stein auf einem Szenenfoto aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Invasion%26ldquo; © The CW

Stein hat bereits in der Flash-Episode Bekanntschaft mit seiner Tochter Lily (Christina Brucato) gemacht, die wie aus dem Nichts auftauchte. Sie ist das Resultat der Lernresistenz der Zeitreisenden, die aber ausnahmsweise auch positve Nebeneffekte haben kann. Denn nachdem Stein auf sein jüngeres Ich getroffen ist, führt das dazu, dass er und seine Frau sich deutlich näher kommen und dieses Kind entsteht, das sehr nach seinem - wie uns zumindest gesagt wird - superschlauen Vater kommt. Ich habe früher schon öfter einmal geschrieben, dass Stein für seinen Intellekt oft viel zu dumm handeln muss. Doch ohne Dummheit kein Seriendrama, weswegen das wohl hinzunehmen ist.

Stein will eine Waffe gegen die Dominators schaffen und denkt dabei an den Löwen mit dem Dorn in der Tatze.

Dabei kommt heraus, dass seine Tochter einen Doktortitel in Nano-Technologie hat und sechs Jahre am MIT war. Die Serie kriegt also einen weiteren Supernerd, diesmal eben einen weiblichen. Stein kommt ins Grübeln und denkt darüber nach, die Zeitlinie zu ändern und dabei auch sie zu opfern. Doch wie schon angedeutet, kann so etwas auch einmal einen positiven Lauf nehmen und so kommt es, dass er zwar sehr kalt und distanziert wirkt, weil er keine von Lilys Geschichten und Erinnerungen erwidert (schließlich hat er sie so nicht direkt erlebt), sie ihm aber dennoch den entscheidenen Hinweis zum Erfolg gibt und damit seine Meinung ändert.

Mehr Profil für die Dominators

Die Zeitreise in die 50er wird durch das Auftauchen des Regierungsbeamten Mr. Smith verkompliziert, denn er betäubt die Helden und nimmt auch das Alien mit, welches die Legends befragen wollten. Dadurch werden auch die Kräfte von Vixen und Steel zeitweise geblockt. Das gibt Gelegenheit zum Gespräch, aus dem hervorgeht, dass die Aliens im Prinzip in Frieden leben wollen, aus Angst vor Zerstörung aber Welten beobachten, die zur Bedrohung werden könnten. Ein solcher Planet könnte auch die Erde sein, besonders durch das Auftauchen von Meta-Humans und anderen Superhelden.

Die Helden schaffen es zu entkommen, indem Felicity und Cisco aushelfen. Auf Ciscos Anraten helfen sie auch dem gefangenen Außerirdischen, den Heimweg anzutreten, um zu zeigen, dass in den Menschen doch Güte steckt und sie nicht nur auf Experimente und Folter aus sind. Nebenbei klaut er einen Transponder, der in der Gegenwart sehr wertvoll sein dürfte.

Diese Geste merkt sich das Alien und will Cisco und Co. bei der Kontaktaufnahme verschonen. Doch es ist Barry, dem die Schuld für die Invasion zugeschoben wird. Durch seine Flashpoint-Reise hat er nämlich einen sechzigjährigen Waffenstillstand zwischen Menschen und Aliens gebrochen, wie Oliver und Co. erfahren, als sie auf ein Treffen mit dem neuen Präsidenten warten und stattdessen nur der alte Smith vorbeischaut.

Flashpoint-Crisis

Barry ist schuld und soll sich den Aliens stellen, dann wird der Angriff mit einer Bombe abgeblasen, die alle Metas zerstören und nebenbei auch zwei Millionen Menschenopfer fordern könnte.

Green Arrow und Co lassen sich natürlich nicht von dem geheimnisvollen Mann bedrohen. Nachfolgend sehen wir Barry in Action, der wie Quicksilver aus X-Men ein paar Änderungen vornimmt, damit das Team nicht zu Schaden kommt. Barry ist zwar bereit, sich zum Wohle der Menschheit zu opfern, dennoch bringen sich die Alienschiffe weltweit in Stellung und besagte Bombe wird scharf gemacht. Als Cisco zum geretteten Alien vibet, steckt er plötzlich in Barrys Schuhen, denn wie es scheint, erfolgt dieser Angriff nur wegen seiner Entscheidung, das Alien zu verschonen.

Natürlich muss sich Barry nicht opfern; nicht nur, weil das gesamte Team hinter ihm steht und den Plan der Aliens vereiteln will, sondern auch, weil Stein rechtzeitig seine Waffe fertig stellt, die den Aliens große Schmerzen zufügt. Fehlt nur noch, dass alle damit ihr Berührung kommen, wofür Barry und Kara mit Rückendeckung der Anderen sorgen.

See you later, Dominator

Eine wunderbarer Herogruppenshot entführt uns dan in den Kampf der Heroes vs. Aliens (wie auch eines der Hashtags lautet), der von der Inszenierung dem Flughafenkampf aus „The First Avenger: Civil War“ ähnelt - wobei man hier wieder die Budgetgräben zwischen beiden filmischen Erzeugnissen sieht. Trotzdem sind das die Momente, für die solche Crossovers konzipiert werden. Während Cisco und Sara in der Luft zu tun haben, soll Firestorm (Franz Drameh) die Meta-Bombe in einen harmlosen Stoff umwandeln, was ihm erst gelingt, als Stein realisiert, dass seine Tochter doch wichtig für ihn ist. Und siehe da, als das Gadget von Felicity aktiviert und die Bombe neutralisiert wird, verziehen sich die Aliens auch wieder.

Das Ganze wird mit der neuen Präsidentin, einer schwarzen Frau (die auch noch heiß ist, wie Rory und Sara anmerken) und ein paar Drinks gefeiert, wobei ich fest mit Lynda Carter aus Supergirl als Überraschungs-POTUS gerechnet hätte. Man kann halt nicht alles haben.

Dabei wird in diesem Crossover-Teil nicht mit schönen Anspielungen gespart. Ray aka Brandon Routh darf mit einem Augenzwinkern auf seine Vergangenheit als Superman in „Superman Returns“ hinweisen, als er anmerkt, dass Kara aussieht wie seine Cousine. Nebenbei wird der Slogan der Avengers, Earths mightiest Heroes, in Bezug auf Green Arrow und Flash von Supergirl gebracht. Die Etablierung der DEO schlägt Superman außerdem auf dieser Welt ebenso vor wie eine Versetzung von Mr. Smith in die Arktis. Supergirl erhält ganz offiziell den Dimensionsschlüssel, der zukünftige Crossovers zum Kinderspiel macht; wobei das natürlich auch wieder Tür und Tor öffnet für Fragen der Marke: „Warum rufen sie nicht einfach Supergirl?“, wie es auch bei Flash - bisweilen völlig zurecht - passiert.

Fazit: Normal went out the window, when this one arrived

Die Arrowverse-Helden auf Szenenfoto aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Invasion%26ldquo; © The CW
Die Arrowverse-Helden auf Szenenfoto aus der %26bdquo;Legends of Tomorrow%26ldquo;-Episode %26bdquo;Invasion%26ldquo; © The CW

Ein versöhnliches Ende: Die Dominators haben ihren Zweck erfüllt und noch eine annehmbare, wenn auch nicht überragende Motivation erhalten.

Das Crossover ist auf keinen Fall perfekt, aber doch über den Großteil der Laufzeit recht unterhaltsam und zeigt, dass nun die Weichen für Abenteuer, die größer als je zuvor sein können, gestellt sind. Was mit einer recht bodenständigen Serie wie Arrow angefangen hat, wurde durch The Flash und Legends of Tomorrow um Superkräfte, Zeitreisen und Meta-Humans erweitert und mit Supergirl noch in den Kosmos geschickt.

Wenn es die Zeit und das Budget zulassen, sind fortan ambitionierte Team-Ups möglich, die aber hoffentlich weiterhin sparsam (ein bis zwei Mal pro Jahr für große Treffen) eingesetzt werden. Wobei eben nie auch die emotionale und humane Komponente aus den Augen verloren werden darf - eine Gruppenumarmung oder ein gemeinsames Bier reichen da schon - oder aber der Enthusiasmus, der manche Figuren wie Supergirl oder auch Flash auszeichnet und für die Stunde Geek-Glück pro Folge sorgt. Diesmal geschieht das zwar in meinen Augen nicht ganz so stark wie in den Vorjahren, aber dafür muss man den gewaltigen logistischen Herausforderungen, die blendend gemeistert wurden, und den unglaublichen Ambitionen der Beteiligen Respekt zollen.

Serientrailer zur Episode The Chicago Way der Serie Legends of Tomorrow (2x08):

Verfasser: Adam Arndt am Freitag, 2. Dezember 2016

Legends of Tomorrow 2x07 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 7
(Legends of Tomorrow 2x07)
Titel der Episode im Original
Invasion!
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 1. Dezember 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 10. Mai 2017
Regisseur
Gregory Smith

Schauspieler in der Episode Legends of Tomorrow 2x07

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