Law & Order: Los Angeles 1x15

Law & Order: Los Angeles 1x15

In der Woche seiner Absetzung zeigte sich Law & Order: LA von seiner besten Seite. Ein weiteres Beispiel dafĂŒr, dass die Serie genau so im letzten Herbst hĂ€tte starten sollen und dass sie durchaus toll unterhalten kann.

Det. Jaruszalski (Corey Stoll) auf eigener (irrer?) Mission... / (c) 2011 NBC
Det. Jaruszalski (Corey Stoll) auf eigener (irrer?) Mission... / (c) 2011 NBC

Kaum Luft zum Beruhigen bekam man diesmal als Zuschauer von Law & Order: Los Angeles. Und nein - ich habe meine Meinung nicht geÀndert. Die Episoden seit dem Neustart waren fast allesamt toll. Aber die Serie bietet ansonsten ja (z.B. bei den Gerichtszenen) eher intelligent-subtile Unterhaltung anstatt dass in jeder Sekunde zig Ereignisse auf einmal passieren. Letzteres war diesmal der Fall.

Der Fall der Woche

Bei einer Kundgebung der Senatorin Celeste Kelman (Jennifer Riker) werden, inklusive ihr selbst, sieben Menschen getötet. Solch ein Massenmord ist, so zynisch das klingen mag, immer ein guter AufhĂ€nger fĂŒr eine Episode aus dem Law & Order-Franchise. Und auch der Fall um den schizophrenen TĂ€ter Larry Sheppard (Shawn Hatosy in einer ungewohnten, aber tollen Rolle) bestĂ€tigt diese ungeschriebene Regel.

Der Ermittlungsteil bei der Polizei war bereits interessant: So benutzte der TĂ€ter eine zweite IdentitĂ€t und hatte eine bzw. doch keine vermisste Tochter. Zwei Fakten, die ein Verfolgen nicht allzu einfach, dafĂŒr aber spannend machten. Doch emotional ging es dann beim Staatsanwaltschaftsteil her.

Hier wurde die spannende Frage aufgeworfen, ob der TĂ€ter nun verrĂŒckt ist und entsprechende Hilfe in einer staatlichen Institution benötigt oder ob er dazu noch zu gefĂ€hrlich ist, als dass man ihn jemals wieder auf die Menschheit loslassen könnte und dann auch dementsprechend menschenunwĂŒrdig in fĂŒr psychisch Kranke eingerichteten Quasi-KĂ€figen „halten“ kann. DDA Rubirosa (Alana de la Garza) vertrat klar die erste Möglichkeit, wĂ€hrend DDA Dekker (Terrence Howard - hier etwas außerhalb seines sonst so menschlichen Charakters) eher fĂŒr Möglichkeit Nummer zwei war. Und letztlich auch (leider etwas unspektakulĂ€r) Recht von Rubirosa zugesprochen bekam und Sheppard - nach emotionalen AusbrĂŒchen - lebenslanger Haft ohne BewĂ€hrung zustimmte.

Toll war auch der Gastauftritt von Currie Graham (House, Boston Legal) als nach Aufmerksamkeit haschender Rechtsanwalt von Sheppard.

Der Fall der nÀchsten Woche(n)?

Bereits letzte Woche war klargeworden, dass Det. Jaruszalski (Corey Stoll) ohne Wissen seines Partners Det. Morales (Alfred Molina) und seiner Vorgesetzten Lt. Gonzalez (Rachel Ticotin) weiter auf der Suche nach dem Mörder seines Ex-Partners ist. Dieses Mal wurde daraus eine Nebengeschichte - und die ließ, in alter Law & Order-Manier, den Zuschauer wieder richtig mitfiebern.

Wenn ich das schreibe, muss ich dabei eine Lanze fĂŒr die Charakterentwicklung in den Law & Order-Serien brechen. Denn, wenn eine solche mal eintritt, wird es fast immer interessant. Vielleicht manchmal etwas cheesy, manchmal etwas radikal, aber dennoch meistens realistisch und dabei dennoch emotional packend. Gerade wenn sie bei so grundsympathischen Charakteren wie Jaruszalski eintritt. Dann ist man als Zuschauer direkt mittendrin - und fiebert mit, wenn er die Grenze nach Mexiko, nur mit Smartphone, Waffe und einer gehörigen Portion Selbstjustiz (egal, wie man eigentlich dazu steht) im GepĂ€ck, ĂŒberqueren will.

Die Mexiko-Reise, die die ganze Zeit neben dem Fall vor Gericht ablief, war zunĂ€chst recht ereignislos. Lediglich ein Treffen mit einem anderen Kollateralschaden-Opfer von Winters' „Mörder“ Vargas (Jose Pablo Cantillo) fand statt - immerhin mit dem bedeutungsschwangeren GesprĂ€chsabschluss: „When you are ready, call me.“ Das wird uns also noch die nĂ€chsten Wochen beschĂ€ftigen. Darauf deuten auch Jaruszalskis Mitbringsel von der Fahrt, zwei Typen, die ihn kidnappen wollten, hin. Jaruszalski kann sich jedoch (ĂŒbrigens auch hier realistisch dargestellt) hier wehren und erledigt beide. Doch viel wichtiger die Erkenntnis bzw. sein Bangen in diesen Szenen: Mutet er sich damit nicht zu viel zu? Mutet er den Hinterbliebenen von Winters (seine Ehefrau, Casey (Teri Polo) und die Familie), die, nach dem Ärger von Jaruszalski vor Ort in Mexiko, nun vor Vargas flĂŒchten mĂŒssen, nicht zu viel zu?

Passend auch die Abschlussszene der Episode: Morales, der vorher schon ahnte, was Jaruszalski vor hat, ruft seinen Kollegen an und man als Zuschauer erkennt, dass dessen alleingelassenes Smartphone sich erneut in dem mexikanischen Hotelzimmer befindet.

Fazit

Eine Episode mit zwei Geschichten, die erneut unterstreichen, dass die Serie eine Absetzung in dieser Form nicht verdient hatte. NatĂŒrlich hĂ€tte man auch beiden Storys jeweils eine eigene Folge schnitzen können, aber gerade das rasante ErzĂ€hlen machte einen Großteil des Spaßes der Episode aus. Man darf natĂŒrlich unken: WĂ€re die Serie genau mit solch tollem Material gestartet, hĂ€tte sie dann das gleiche Schicksal ereilt?

Verfasser: Sebastian Detzler am Donnerstag, 19. Mai 2011
Episode
Staffel 1, Episode 15
(Law & Order: Los Angeles 1x15)
Deutscher Titel der Episode
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Titel der Episode im Original
Hayden Tract
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 16. Mai 2011 (NBC)
Regisseur
Rene Balcer

Schauspieler in der Episode Law & Order: Los Angeles 1x15

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?