Law & Order: Los Angeles 1x14

Die NBC-Serie Law & Order: Los Angeles unterhält auch diese Woche auf hohem Niveau. Denn in Runyon Canyon werden der Polizei- und der Staatsanwaltschaftsteil so eng wie bisher selten in der Staffel miteinander verstrickt. Und ziemlich jedem Charakter kommen Zweifel - nicht nur den Fall der Woche betreffend.
Um das gleich festzuhalten: Man könnte schnell sagen, dass dies die bisher schwächste Episode seit dem Neustart der Serie war. Aber dann würde man über einige feine Details zu schnell hinwegsehen. Zum Beispiel über die wieder großartigen Dialoge, siehe die Vernehmung der Verdächtigen, als Morales (Alfred Molina) und Jaruszalski (Corey Stoll) das „My partner thinks...“-Spiel mit abstrusen Theorien und somit mit neuem Leben füllen. Mittlerweile scheinen beide auf sehr persönlichem Niveau gut miteinander zu können. Und auch, dass Jaruszalski weiterhin den Mörder seines ehemaligen Partners sucht, wird hier zum ersten Mal eingestreut. Das ist sicher etwas, was uns in den nächsten Episoden noch unterhalten wird...
Man würde auch verpassen, dass es zum ersten Mal überhaupt Rachel Ticotins Arleen Gonzalez war, die den Fall in andere Bahnen lenkt. Angestachelt - typisch Law & Order - durch die Mutter der Angeklagten, die einfach nicht glauben kann, dass ihr früher so liebes Kind die Täterin ist. Aber natürlich noch mehr durch die Fakten, die so auch nicht wirklich zusammenpassen wollen.
Ebenfalls immer toll anzusehen: das Zusammenkommen der Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft. Hier ist es DDA Rubirosa (Alana de la Garza), die den „Jungs“ am Tisch klarmacht, dass der Fall mehr an den Fakten orientiert sein muss statt an den undurchsichtigen Geschichten der Verdächtigen. Somit streut sie in dem Mordfall einer Studentin nach experimentellen Sexspielen erste Zweifel - in New York wäre das mittlerweile natürlich eher ein Fall für das Team aus Law & Order: Special Victims Unit gewesen.
Und Zweifel bilden auch das Grundgerüst der Serie. Zunächst werden die Geschichten der verdächtigen Studenten Jesse (Luke Kleintank) und Roger (Scott Michael Foster) angezweifelt. Dennoch stimmen die Geschichten überein und werfen ein schlechtes Licht auf die kalt wirkende Medizinstudentin Sylvie (Rachel Dipillo). Aber: Ist ihre Kälte wirklich ein ausreichender Grund, ihr einen Mordfall anzuhängen, wenn ansonsten die Fakten fehlen?
DDA Dekker (Terrence Howard) ist sich (zunächst) sicher und will - auch wegen seines Versprechens an die Eltern der Toten - die mutmaßliche Täterin hinter Gittern bringen. Aber nach den erneuten Ermittlungen der Cops scheint plötzlich ein bisher unbekannter Verdächtiger im Fokus zu stehen. Dennoch macht Dekker, mittlerweile immer weniger von der Schuld überzeugt, weiter und verpasst dabei fast den Absprung.
Denn die tollen Szenen, die zwischen der Gerichtsverhandlung von Sylvie und der Vernehmung des neuen Verdächtigen hin- und herschwenken, bringen es auf den Punkt: Hier ist die falsche angeklagt. Was sich hier spannend anhört - und auch durchaus unterhaltsam war - ist allerdings auch der Schwachpunkt der Episode; zumindest, wenn mehr Logik angewendet wird. Denn zu schnell wird aufgrund schwarz-weißer Hundehaare ein Verdächtiger (und letztendlich Täter) gefunden, der Probleme mit halbwegs autoritären Frauen (eine Studentin?) hat und diese deswegen kaltblütig ermordet.
Fazit
Eine erneut sehr unterhaltsame Episode, die aber zum Schluss hin das an sich tolle und spannende Thema etwas zu schnell abhandelt. So wird der Gerechtigkeit in der Folge zwar Genüge getan - was der Zuschauer eigentlich meistens toll findet, und was auch die passende Darstellung für Howards Charakter, DDA Dekker, bleibt - aber solche, dermaßen offensichtlichen Ungereimtheiten tauchen in Law & Order-Serien ansonsten eher selten auf.
Dennoch: Runyon Canyon ist eine bis dahin blitzsaubere, spannende Episode, die vor allem durch prima, da frisch wirkende, Dialoge überzeugen kann.
Verfasser: Sebastian Detzler am Mittwoch, 11. Mai 2011(Law & Order: Los Angeles 1x14)
Schauspieler in der Episode Law & Order: Los Angeles 1x14
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