Law & Order: Los Angeles 1x13

Law & Order: Los Angeles 1x13

In dieser Woche drehte sich bei Law & Order: LA vieles um Politik. Obwohl das schon in vielen Formen in der Mutterserie behandelt wurde, war die aktuelle Episode vor allem eins: schlichtweg großartig.

Kämpft diesmal an unterschiedlichen Fronten - sogar im Büro: DDA Dekker (Terrence Howard). / (c)2011 NBC
Kämpft diesmal an unterschiedlichen Fronten - sogar im Büro: DDA Dekker (Terrence Howard). / (c)2011 NBC

Als Law & Order-Fan kann einen der neue Ableger, Law & Order: Los Angeles, momentan nur mit gemischten Gefühlen zurücklassen. Da plätschert die Serie Monate lang vor sich hin und langweilt auf nicht allzu hohem Niveau, dann kommen noch skeptisch gesehene Castwechsel dazu - und doch bringen diese das Unvorhersehbare: Die Serie wird richtig toll. Nur die Quoten sind es nicht mehr - trotz weiterem knappen Aufwärtstrend.

Die aktuelle Episode Reseda belegt die eben geschilderte Entwicklung eindrucksvoll. Und weder die Polizei-Seite noch die Staatsanwaltschafts-Seite der Serie kommt dabei zu kurz. Dabei liegt wieder ein verworrener Fall vor: Ein Banküberfall mit vermeintlichen Entführungsopfern führt die Ermittler zu einem Sprengstoff bauenden Gegner von Banken und die Staatsanwaltschaft wegen dessen Vorgeschichte zu Streitigkeiten.

Im Gegensatz zu letzter Woche, wird hier gezeigt, wie man Polizeiermittlungen unterhaltsam und spannend zugleich darstellen kann. Für ersteres sorgen lockere Sprüche von Det. Morales (Alfred Molina) und Det. Jaruszalski (Corey Stoll) - wer hätte erwartet, dass Jaruszalski mit seiner früheren Band mal für The Offspring eröffnet hatte? Spannung wird vor allem durch die wahrscheinlich Sprengstoff-verseuchte Wohnung des Verdächtigen erzeugt. Minutenlang darf sich Jaruszalski kein Stück bewegen (tolles Schauspiel von Stoll und Molina!) - und dabei ist noch nicht mal klar, ob sie in der Wohnung Beweise für das Verbrechen entdecken würden.

Die gibt es im Endeffekt nicht, weil das Sprengstoffkommando nicht herausfinden kann, welche Fallen in dem Haus in Reseda auf sie warten. Es wird vorsichtshalber abgebrannt und somit auch mögliche Beweise. Dies macht es für die Staatsanwälte DDA Dekker (Terrence Howard) und DDA Rubirosa (Alana de la Garza) schwieriger, Beweise für den Banküberfall zu finden.

Doch die Sache liegt noch komplizierter: DA Hardin (Peter Coyote) will den Verdächtigen lebenslänglich hinter Gitter bringen - aber nach der „Three-strike-Regel“ geht das eben erst nach drei nachgewiesenen Verbrechen. Da Hardin - auf Anraten Dekkers - den Täter damals nach dem zweiten Verbrechen frühzeitig aus der Haft entlassen ließ, ist er nun um das Ansehen seines Büros besorgt und will eine lebenslange Haftstrafe bewirken.

Dekker und Rubirosa (die, wie wir diesmal erfuhren, wegen ihrer nach einem Schlaganfall angeschlagenen Mutter in L.A. ist) kommen tatsächlich auf ein drittes Verbrechen: Das Stehlen eines Fahrrads kann dem Verdächtigen mithilfe von Videoaufzeichnungen nachgewiesen werden. Als dessen Freundin Emily Watson (Michele Nordin) daraufhin vor Gericht gegen ihn aussagt, wird sie jedoch selbst festgenommen. An ihr soll die „Three-strike-Regel“ in San Bernadino selbst angewandt werden. Alle Beschwichtigungsversuche Dekkers und Rubirosas beim dortigen Staatsanwalt helfen nicht weiter.

Weil Emily jedoch bisher voll mit der Staatsanwaltschaft kooperiert hatte und Dekkers Wort bekam, will dieser die lebenslange Haftstrafe für den Verdächtigen fallen lassen, damit Emily in San Bernadino nichts zu befürchten hat. Hardin hingegen will dies nicht zulassen und Dekker bewegt sich mit seiner Argumentation (er gibt Morales Recht, aus dem politisch-verseuchten Büro ausgestiegen zu sein) am Rande einer Kündigung. Letztendlich ruft er Hardin bei der ersten Anhörung in den Zeugenstand und kann ihn dabei überzeugen, mehr für die Gerechtigkeit als für die Politik zu kämpfen. Somit hat San Bernadino zu Dekkers und Rubirosas vollster Zufriedenheit keinen Fall mehr gegen Emily...

Fazit

Gerade diese Szenen vor Gericht, als Hardin klar wird, dass er tatsächlich politischer handelte als er selbst es von sich erwartet hatte, waren von Coyote (der typische Staatsanwaltschaftschef) und Howard (der Staatsanwalt, der Gerechtigkeit und nicht nur Recht will) grandios geschauspielert. Ebenso aber auch zuvor die Streitszenen im Büro.

Generell strotzte die Episode - auch wie bereits erwähnt im Polizeiteil - aber nur so vor tollem Schauspiel und intelligent inszeniertem Drama. Auch die wieder nach und nach eingestreuten Informationen über die Hauptpersonen - Jaruszalskis Liebe zur Musik oder Rubirosas kranker Mutter - hätten nicht Law & Order-typischer gewählt sein können.

So macht die Serie Spaß und so kann man nur hoffen, dass sie verlängert wird...

Verfasser: Sebastian Detzler am Mittwoch, 4. Mai 2011
Episode
Staffel 1, Episode 13
(Law & Order: Los Angeles 1x13)
Deutscher Titel der Episode
Feuersturm
Titel der Episode im Original
Reseda
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 2. Mai 2011 (NBC)
Regisseur
Alex Chapple

Schauspieler in der Episode Law & Order: Los Angeles 1x13

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