Law & Order: Los Angeles 1x12

Benedict Canyon dabei „schwächer“ zu nennen, ist eigentlich schon etwas hart ausgedrückt. Es war einfach - nachdem dies in den letzten Wochen sinnvollerweise das Hauptaugenmerk der Serie war - die erste Episode, die die Umbesetzungen nicht mehr direkt thematisierte. Dadurch standen die Personen wieder eher im Hintergrund - so mussten diesmal die Schicksale der Gastdarsteller den Zuschauer mitreißen. Und das gelang nur selten.
Der Tod der Hollywood-Stylistin Lily Walker (Jaime Taite) und die zu routinemäßigen Ermittlungen erweckten in den ersten 15 Minuten Erinnerungen an die Law & Order: LA-Zeit vor der Überarbeitung. Zwar waren Morales' (Alfred Molina) und Jaruszalskis (Corey Stoll) Sprüche und Interaktion weiterhin lebhafter als die vor dem Reboot, aber der Fall selbst gab etwas zu wenig her.
Denn zu lange wurde im Umfeld der Stylistin gestochert und dabei immer wieder das gleiche Motiv (Eifersucht) an unterschiedlichen Verdächtigen ausprobiert. Dass die Cops damit von Beginn an auf der richtigen Spur waren, lässt die Episode langatmiger erscheinen als sie wirklich war.
Nachdem diese sich auf eine Verdächtige, Jill Jennings (Paula Malcomson), geeinigt hatten, wurde ihre jüngere und länger zurückliegende Vergangenheit gründlich beleuchtet. Dabei war auch wieder kurz Platz für Morales' Vergangenheit. Seine Bekanntschaft mit dem ehemaligen Polizisten Terry Briggs (Jeff Fahey) - der den Mord aus Liebe zu seiner Auftraggeberin begang - hätte den Fall für DDA Dekker (Terrence Howard) immerhin fast ruiniert. Natürlich war letzterer davon alles andere als begeistert, wodurch tolle geschauspielerte Momente zwischen Morales und Dekker folgten.
Durch diese erste Abweisung des Falls kam allerdings wiederum DDA Rubirosa (Alana de la Garza) mehr ins Spiel. Ihre Ermittlungen gemeinsam mit Dekker nahmen mehr Platz ein als in den Episoden zuvor und zeigten dabei, dass die beiden Schauspieler ebenfalls schon prima zusammen harmonieren. Typische, aber gern gesehene Law & Order-wir-essen-Fast-Food-im-Büro-Szenen inbegriffen.
Neben den Essensgewohnheiten erfuhren wir aber auch, dass Rubirosas Stiefvater ihr ein üppiges Auto überlassen hat und dass Morales mit korrupten Ex-Kollegen kein Mitgefühl hat. So will er seinem ehemaligen Kollegen Briggs keine Hilfe im Gefängnis zukommen lassen - eine Entscheidung, die er bereut, nachdem somit der einzige Zeuge (da Täter) stirbt; was übrigens sehr vorhersehbar war, da die Richterin die Vernehmung des Zeugen durch die Verteidigung um einen Tag verschoben hatte.
Dies führt zu der nächsten Möglichkeit zum Glänzen für Rubirosa und Dekker. Durch die seltenen Rückenprobleme, die neben der Ermordeten nur die Verdächtige Jill Jennings aufweist, können die Staatsanwälte mittlerweile gut verwischte Spuren ihrer Vergangenheit aufdecken: Jill - eigentlich Gwen - ist Lilys Schwester. Dekker und Rubirosa setzen die Verdächtige nun direkt ihrer Mutter (JoBeth Williams), die Gwen nach einem Drogenentzug im Gegensatz zu Lily nicht wieder zu sich nahm, gegenüber. So kann Gwen den Mordauftrag und ihre lang gehegte Eifersucht auf ihre Schwester nicht länger verbergen.
Aber nach der Auflösung des Falles ist es wieder Morales, der den Schlusspunkt der Episode setzt: Er lässt Dekker bei dessen Entschuldigung vor Jaruszalski zunächst schön auflaufen. Und das nur, um ihm im nächsten Moment dreckig, aber kollegial ins Gesicht zu lachen. Auch wenn das hier nicht so klingen mag - aber in dieser Schlussszene und im Schauspiel Molinas, Stolls und Howards liegt mittlerweile die Stärke der Serie: Sie ist trotz aller dargebotener Fall-Fakten so schön menschlich geworden.
Fazit
Eine Episode, die nach gemächlichem Start (und sehr unspektakulärem Cameo von Khloé Kardashian, die sich natürlich selbst spielte ###news0###) erst zum Ende hin an Fahrt aufnehmen konnte. Das Problem ist hier, dass vor allem die Schicksale der Angeklagten und des Ex-Cops beleuchtet werden. Durch ihren Mordauftrag bzw. den Mord will sich bei dem Zuschauer aber kein wirkliches Mitgefühl einstellen. Und das ist eben der Unterschied zu den Episoden der letzten beiden Wochen - dort konnte man mit den grundsympathischen, „gerechten“ Hauptcharakteren mitfiebern. Wäre hier also der Fokus mehr auf die unschuldigen Mitleidenden, wie Lilys Mutter und/oder ihren Ehemann (Jonathan Scarfe) und ihre Tochter gelegt worden, hätte das für mehr Spannung sorgen können.
Hier noch ein Trailer mit einigen Szenen aus der Episode: Verfasser: Sebastian Detzler am Mittwoch, 27. April 2011(Law & Order: Los Angeles 1x12)
Schauspieler in der Episode Law & Order: Los Angeles 1x12
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?