Law & Order: Los Angeles 1x11

Law & Order: Los Angeles 1x11

Die aktuelle Episode von Law & Order: LA bestätigt eine Vermutung von letzter Woche: Die Serie ist persönlicher geworden - und das ist eine gute Sache. Vor allem wenn der Fall der Woche ein zutiefst menschliches Thema auf die Tagesordnung setzt.

So schnell findet man sich im Zeugenstand wieder: Det. Morales (Alfred Molina) in der US-Serie „Law & Order: LA“ / (c) 2011 NBC
So schnell findet man sich im Zeugenstand wieder: Det. Morales (Alfred Molina) in der US-Serie „Law & Order: LA“ / (c) 2011 NBC

Nach dem, zumindest qualitativ gesehen, gelungenen Neustart von Law & Order: Los Angeles mit den beiden Episoden von letzter Woche, konnte man gespannt sein, was die Macher sich für die nachfolgende Episode haben einfallen lassen. Das Ergebnis fegt letzte Zweifel - zumindest zunächst - beiseite.

Wie in den Reviews zu Zuma Canyon und Silver Lake bereits festgestellt, kann auch East Pasadena attestiert werden, dass sich mit den personellen Änderungen auch das gesamte Bild der Serie gewandelt hat. Wirkten die Episoden vorher zu statisch, schemahaft und mit wenigen Höhepunkten gespickt, schafft LOLA es mittlerweile endlich, wieder wirkliches Law & Order-Feeling aufkommen zu lassen.

So auch bei dem Todesfall einer ehemaligen Angehörigen der Marines. An sich eine sehr verstrickte Idee, von dem Tod einer Ex-Marine zu korrupten politischen Machenschaften im Stadtrat zu gelangen - aber dennoch landeten alle Wege am passenden Ziel: Spannung beim Zuschauer zu erzeugen. Denn an dieser Geschichte war wenig vorhersehbar. Zwar etwas vorhersehbarer, aber durch die Art und Weise nicht weniger spannend, war der persönliche Grundton der Episode.

Dieser Grundton kann vor allem an einer Person ausgemacht werden: Det. Morales (Alfred Molina). Allein durch die Geschichten, die Molinas Charakter durchmacht, wird der Polizeiteil dem Zuschauer nun viel unvermittelter und wärmer entgegengebracht. Morales spricht seinen Partner Jaruszalski (Corey Stoll) dauernd mit seinem abgekürzten Vornamen, T.J., an. So etwas passierte bei der Paarung Winters (Skeet Ulrich)/Jaruszalski fast nie.

Und die plötzliche Wendung im Polizeiteil, als die Schüsse bei einer Geiselnahme während einer Sitzung des Stadtrats fallen und Morales den Geiselnehmer (eigentlich ein Opfer korrupter Stadtratsmitglieder) erschießen muss, um Menschenleben zu retten, machte viel Raum für tiefgehende Gespräche zwischen den Charakteren.

So konnten Morales und Jaruszalski über das psychologische Wohlergehen von letzterem reden, weil dieser bei der Geiselnahme zögerte, in den Tatraum einzutreten. Der Schrecken über den Verlust seines Partners Winters saß noch zu tief. Dadurch, dass das Zögern aber Morales als einzigen Zeugen zurückließ, war dies natürlich auch ein Fressen für die Anwälte...

Denn durch die Schießerei wurde Morales auch von dem Polizeipsychologen vernommen - die Verteidigung (hervorragende Gastrolle von John Pankow; bekannt aus Mad About You und zuletzt Episodes) setzte ihm zu, das psychologische Gutachten für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Weg, den Morales wegen der Aussagen über seinen Kollegen Jaruszalski darin nicht gehen wollte, bis dieser ebenfalls zur Veröffentlichung zustimmte. Morales' ehemaliger Kollege DDA Dekker (Terrence Howard) und dessen neue Kollegin DDA Rubirosa (Alana de la Garza) zeigten sich anhand solcher Tatsachen verständnisvoll.

Klasse war hierbei auch die Vernehmung von Morales vor Gericht. Wie feinfühlig die Serie hierbei die Elemente Mord, Korruption und Mord, um Leben zu retten miteinander ausspielt und plötzlich das universelle Thema Menschlichkeit in den Vordergrund rückt, war schon sehr toll. Morales' Gutachten legte nämlich nahe, dass auch ein durch das Gesetz legitimierter Mord - egal, wie viele Menschenleben dabei gerettet werden - niemals einem schlechten Gewissen eines Menschen vorbeugen kann. Und Dekker brachte die Sache in seinem Plädoyer auf den Punkt: Die Anklage kann einem Detective kein schlechtes Gewissen vorwerfen, wenn die angeklagten korrupten Bürgerdiener überhaupt gar kein Gewissen an den Tag legen.

Fazit

Wieder eine sehr gute Folge, die von Anfang bis Ende spannend war und trotz ihrer weiträumigen, oft wechselnden Themen wundervoll fließend dargestellt wurde. So hätte die Serie wohl von Beginn an sein müssen - denn momentan sieht es wegen der schlechten Einschaltquoten nicht wirklich gut für eine Verlängerung aus. Und das wäre mittlerweile, vor allem dank der wirklich hervorragenden Schauspielleistungen aller Darsteller (bis in die Gastrollen hinein), einfach sehr schade...

Verfasser: Sebastian Detzler am Mittwoch, 20. April 2011
Episode
Staffel 1, Episode 11
(Law & Order: Los Angeles 1x11)
Deutscher Titel der Episode
Provokation der Prinzipien
Titel der Episode im Original
East Pasadena
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 18. April 2011 (NBC)
Regisseur
Christopher Misiano

Schauspieler in der Episode Law & Order: Los Angeles 1x11

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