Landman 1x01

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Das passiert in der ersten Episode der Dramaserie âLandmanâ
Bei Tommys (Billy Bob Thornton; Goliath, Fargo) Job in Landman das Wort „mies“ zu verwenden, ist arg untertrieben. Seit Jahren holt er fĂŒr einen mĂ€chtigen Ălkonzern die Kohlen aus dem Feuer, wenn es brenzlig wird. Er sorgt dafĂŒr, dass Landbesitzer PachtvertrĂ€ge unterzeichnen, kehrt UnfĂ€lle und andere Schlampereien unter dem Teppich und sorgt dafĂŒr, dass das Ăl flieĂt.
Als seine Firma ein neues, riesiges Ălfeld auf dem Land eines Drogenbosses eröffnet, beginnen jedoch die Art von Komplikationen, die man nicht allein mit Geld verschwinden lassen kann. Zudem hat seine Exfrau ganz besondere PlĂ€ne: Sie schickt ihm seine siebzehnjĂ€hrige Tochter, um sie davon abzuhalten, eine groĂe Dummheit mit einem gutaussehenden Collegefootballstar zu begehen. Langsam aber sicher gerĂ€t Tommys Leben aus den gewohnten Bahnen, zumal seine Bosse ihre Gier nicht unter Kontrolle halten können...
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Ein bisschen âDallasâ...
Ăl, Macht, Geld, Gier, Intrigen. Wer den 80er-Jahre-Quoten-Hit Dallas (2012) gesehen hat oder auch sonst ein Faible fĂŒr Seifenopern hat, dĂŒrfte mit dieser Themenauswahl bestens vertraut sein. Im Grunde genommen tut auch „Landman“ nichts anderes, als den alten Brei gut durchzurĂŒhren und neu aufzuwĂ€rmen. Ausgehend von der Pilotfolge gelingt das allerdings einigermaĂen gut, zumal man sich die Serienerfinder Taylor Sheridan (Yellowstone; Tulsa King, Mayor of Kingstown) fĂŒr ihr DebĂŒt einen netten Kniff einfallen lassen haben.
Die Geschichte beginnt mit einem in einer in der WĂŒste gelegenen, abgehalfterten Halle, in der ein uns unbekannter Mann mit einem Sack ĂŒber den Kopf an einen Stuhl gefesselt sitzt und gerade PrĂŒgel einsteckt. Die Frage, was hier los ist, beantwortet sich schnell, als mehrere Typen, denen das Wort „Drogenboss“ und „Bodyguard“ geradezu auf der Stirn geschrieben scheinen, das Feld betreten. Der Beginn mag klischeehaft sein, verfehlt aber seine Wirkung nicht, denn auf diese Art weist uns das Autoren-Team darauf hin, dass wir es eben nicht nur mit einer schlichten Seifenoper zu tun haben (sollten).
Im weiteren Verlauf des Teasers lernen wir endlich auch die Hauptfigur Tommy Norris kennen, dessen Job sich vielleicht am besten als Problemlöser umschreiben lĂ€sst. Schnell wird klar, dass es um Ăl und viel Geld geht. NatĂŒrlich setzt sich der Konzern durch und so befindet sich auf dem Land des Kartells ein halbes Jahr spĂ€ter eine aus dem Boden gestampfte, riesige Ălförderanlage mitsamt UnterkĂŒnften, Kneipen und allem, was dazugehört.
... oder auch ein bisschen mehr...
Der starke und relativ actionreiche Beginn in „Landman“ relativiert sich allerdings bereits nach dem Intro insoweit, als dass wir von nun an Tommy mehr oder weniger auf Schritt und Tritt folgen. Das bedeutet indes, dass wir seine Exfrau und seine pubertĂ€re Tochter kennenlernen, die bald darauf auf GeheiĂ ihrer Mutter mit ihrem Freund vor der TĂŒr steht.
Dieser Part ist klar dazu gedacht, Billys Hintergrund auszubauen und die Figur menschlicher und wĂ€rmer erscheinen zu lassen, als sie im Teaser erscheint. Das gelingt auf dramaturgischer Ebene recht gut, nimmt aber auch Tempo aus der ErzĂ€hlung und sorgt fĂŒr den oben erwĂ€hnten Telenovelatouch, den es so vielleicht nicht unbedingt gebraucht hĂ€tte.
Der zweite Hauptstrang dreht sich um Tommys Sohn Cooper (Jacob Lofland, Justified), dem er gerade eine Lektion erteilt. Norris lĂ€sst seinen Sohn unter der FĂŒhrung eines seiner mexikanischen Teams zum Ălarbeiter ausbilden, was dem Jungen erstaunlich gut gelingt. Am Ende der Folge kommt es allerdings zu einem folgenschweren Ereignis, das wir aus Spoiler-GrĂŒnden an dieser Stelle nicht weiter ausfĂŒhren wollen. Es sei jedoch verraten, dass sich die Serienmacher hier einen gemeinen Hingucker einfallen lieĂen...
Um das Publikum zusĂ€tzlich darĂŒber in Kenntnis zu setzen, wie die MĂ€chtigen agieren, wirft die Serie in kleinen, nett inszenierten Sequenzen einen Blick in ihre Reihen. Da wird geschoben und gemauschelt, was das Zeug hĂ€lt. Allerdings fehlt in den entsprechenden Szenen das Identifikationspotential, so dass diese Minuten mehr oder weniger belanglos an uns vorbeirauschen.
TonalitÀt und Technik
Die oben genannten Kritikpunkte machen „Landman“ nun keineswegs langweilig oder gar schlecht. Allerdings hinterlĂ€sst das Format eben auch nicht gerade den Eindruck, es unbedingt auf dem Schirm haben zu mĂŒssen. Die TonalitĂ€t orientiert sich ebenso wie der Look an typischen Neo-Western, Countrymusik und lange, einsame, staubige StraĂen inklusive. Rein technisch gesehen geht die Serie ebenfalls in Ordnung, ohne jedoch in irgendeiner Form herauszustechen.
Der Schnitt ist nicht zu hastig, man arbeitet relativ oft mit Ăberblenden und weiten Winkeln. Die Dialoge sind routiniert, aber nicht innovativ inszeniert und die helle Farbgebung passt sich der Thematik an. Wie gesagt gibt es daran absolut nichts auszusetzen, einen bleibenden Eindruck hinterlĂ€sst das Ganze aber bislang nicht.
Die Darstellenden

Als groĂer Anker und Hingucker erweist sich indes Billy Bob Thornton als Tommy Norris. Die Figur strahlt HĂ€rte und MĂ€nnlichkeit aus, obwohl Tommy offensichtlich auch eine andere Seite hat, wenn es um seine unauffĂ€llig von Michelle Randolph (1923) gespielte Tochter Ainsley geht. TatsĂ€chlich macht es bis jetzt ĂŒbrigens keinen Sinn, sich irgendwelche anderen Namen zu merken, da alle Figuren stark an der Belanglosigkeit kratzen und daher entsprechend uninteressant sind. Von der groĂ angekĂŒndigten Schauspielikone Demi Moore ist zudem in der Pilotfolge nichts zu sehen, so dass sich auch ĂŒber ihren Auftritt nichts Konkretes sagen lĂ€sst.
Fazit
Das DebĂŒt der Serie „Landman“ ist nicht schlecht gelungen, bleibt aber höchstwahrscheinlich nicht allen im GedĂ€chtnis hĂ€ngen. Die Geschichte fĂŒhlt sich in fast allen Belangen wie eine von vielen an, wobei sich noch nichts ĂŒber die Entwicklung des Haupthandlungsstrangs sagen lĂ€sst. Da die Staffel insgesamt zehn Episoden umfasst, kann in dieser Richtung also noch sehr viel passieren.
Mir persönlich hat der Start von Territory besser gefallen, das ist aber natĂŒrlich reine Geschmackssache. Das bedeutet auĂerdem nicht, dass ich nicht meinen SpaĂ gehabt hĂ€tte. Ich schaue mir auf jeden Fall Teil zwei an, bevor ich entscheide, wie es fĂŒr mich weitergeht...
Bisher sind aber mit einer Tendenz nach oben immerhin dreieinhalb von fĂŒnf Ălfeldern drin.
Verfasser: Reinhard Prahl am Montag, 18. November 2024Landman 1x01 Trailer
(Landman 1x01)
Schauspieler in der Episode Landman 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?