Homeland 6x12

© zenenfoto aus âAmerica Firstâ der Serie âHomelandâ / (c) Showtime
In dem ersten Teil des America First von Homeland werden uns spannungsreiche und actiongeladene Szenen geboten, die viele Wendungen mit sich bringen. Anfangs scheinen die verschiedenen HandlungsstrĂ€nge noch relativ weit auseinander zu liegen, doch bereits nach kurzer Zeit werden diese gekonnt miteinander verbunden. Zum einen hĂ€lt Dar Adal (F. Murray Abraham) den US Senator Coto (Alfredo Narciso) in einem KĂŒhlraum gefangen, um diesen ĂŒber Peter Quinn (Rupert Friend) auszufragen. Als dieser dann dahinter kommt, dass Quinn fĂŒr den bevorstehenden Anschlag auf die designierte US-PrĂ€sidentin Keane (Elizabeth Marvel) beschuldigt werden soll, scheint seine verquere Zuneigung zu ihm bei Adal zum Vorschein zu kommen. Aus diesem Grund warnt er Sekunden vor dem geplanten Attentat Carrie (Claire Danes) vor dem bevorstehenden Anschlag. Diese befindet sich in dem Moment bei Saul (Mandy Patinkin), Keane und ihren Secret Service-Agenten. Es dauert nicht lange, um Claire davon zu ĂŒberzeugen, dass ein weiterer Anschlag geplant ist, da sie das schon zuvor vermutet hatte und auch nicht glauben wollte, dass sich in dem gesicherten GebĂ€ude eine Bombe befinden soll und Keane nun auf die ungesicherte StraĂe gehen soll.
Aus diesem Grund fahren zuerst die beiden anderen Fahrzeuge vor und Sekunden bevor das dritte Auto, in dem sich die designierte PrĂ€sidentin befindet, auftaucht, explodiert drauĂen eine Bombe und die Wagen stehen in Flammen. Nun rettet sich Carrie zusammen mit Keane und Agent Thompson in das GebĂ€ude. Letzterer wird von dem ParamilitĂ€r ausgeschaltet.
TĂ€ter oder MĂ€rtyrer?
Carrie und Keane können sich zusammen durch den Aufzug wieder in die Tiefgarage retten und treffen dort auf Quinn. Zusammen steigen sie in den Wagen und Quinn entscheidet sich dazu, sich auf den Fahrersitz und somit auf den gefĂ€hrlichsten Sitz von allen, zu setzen. Diese wissen, dass sie von dem MilitĂ€r keine UnterstĂŒtzung erhalten werden, da sie vorher von Adal gewarnt wurden. Stattdessen sind sie darauf vorbereitet, dass das MilitĂ€r Quinn als TĂ€ter deklarieren wird und ihn auch so behandelt. Hinter alledem steckt General Jamie McClendon (Robert Knepper). Dieser hat den Plan, das Attentat Quinn anzuhĂ€ngen, dessen Ruf sowieso schon so gut wie zerstört ist. GegenĂŒber seinen Mitarbeitern erzĂ€hlt er, dass Quinn der mögliche TĂ€ter sei und sie alles tun mĂŒsse, um ihn zu stoppen. Dadurch kann er sowohl seine Tarngeschichte aufrecht erhalten, als auch den TĂ€ter mundtot machen, sodass sich dieser auch nicht mehr verteidigen kann bzw. das Gegenteil behaupten kann. WĂ€hrend Quinn nun die designierte PrĂ€sidentin und Carrie in Sicherheit vor den ScharfschĂŒtzen bringen will, die vor dem GebĂ€ude auf sie warten, rast er durch die Barrikaden und durch die Soldaten. Diese schieĂen - wie befohlen - auf den Fahrer Quinn. Nachdem dieser, mit mehreren Schusswunden im Brustbereich, noch ein paar Meter gefahren ist, kommt der Wagen letzten Endes zum Stehen und Peter Quinn ist tot. Somit kann er sich nun nicht mehr verteidigen und kann somit auch sehr gut als TĂ€ter hinhalten. AuĂerdem wird somit Quinns Geschichte beendet, die sich nach dieser Staffel doch irgendwie - im Nachhinein betrachtet - die ganze Zeit nur darauf hingearbeitet hat.

Zum einen wurde sein Dasein als PTSD-Soldat, der einen ruinierten Ruf hat, bestĂ€tigt. Zum anderen hat Quinn aber auch wieder die Chance bekommen, das Richtige zu tun und sein Heldendasein zu fristen, jedoch bekommt er leider nicht die Möglichkeit, dass die Ăffentlichkeit das auch so sieht. Diese kann nur den vermeintlichen Soldaten, der einen Attentat plant, zu Gesicht bekommen. Wenn man es so betrachtet, ist die Staffel auf genau dieses Szenario hinaus gelaufen und scheint auch irgendwie passend fĂŒr Peter Quinns Geschichte. Er wurde dazu gezwungen ein Doppelspiel zu spielen bzw. wurde er so zweigeteilt dargestellt - der Terrorist und der MĂ€rtyrer. Die Geschichte, die die Presse erzĂ€hlt und die die wahr ist.
Hiermit endet der erste Teil der Folge und wir kommen zu den Nachwirkungen, die diese Handlungen mit sich bringen. Dieses startet sechs Wochen nach dem Anschlag und wir erfahren, dass Elizabeth Keane nun seit 34 Tagen das Amt der PrĂ€sidentin der Vereinigten Staaten von Amerika begleitet. Der Talkshow-Moderator O'Keefe (Jake Weber) heizt weiterhin die GemĂŒter des Volkes an, indem er Misstrauen gegenĂŒber Keane schĂŒrt. HierfĂŒr nimmt er als Ansatzpunkt, dass Keane hinter verschlossenen TĂŒren als PrĂ€sidentin eingefĂŒhrt wurde und man nicht wisse, auf was sie alles geschworen habe. Auch wir wissen nicht, wie diese EinfĂŒhrung abgelaufen wurde und werden somit genauso im Dunkeln gelassen wie das Volk selbst.
There will be reforms.
WĂ€hrenddessen versucht Carrie die GemĂŒter der Mitarbeiter des WeiĂen Hauses zu beruhigen. Diese bangen um ihre Jobs bzw. befĂŒrchten, dass sie verhaftet werden könnten, da fĂŒr ihre gesamten Unterlagen durch den Patriot Act nach Einsicht verlangt wurde. Carrie versichert ihnen, dass alles gut werden wĂŒrde und dass sich diese keine Sorgen machen mĂŒssten. Hier erfahren wir auĂerdem, dass sich Carrie von Saul distanziert, seitdem Quinn tot ist und sie nicht will, dass er sich Sorgen um sie macht.
In der nĂ€chsten Szene scheint es zunĂ€chst so, als ob Keane und Carrie auf einer WellenlĂ€nge sind. Daniel Wellington, einer von Keanes Mitarbeitern, und Keane selber verdĂ€chtigen diese Mitarbeiter der MittĂ€terschaft an dem Attentat. Carrie versucht diese jedoch davon zu ĂŒberzeugen, dass sie diese schon seit Jahren kenne und diese auf gar keinen Fall daran beteiligt gewesen seien. FĂŒr wenige Momente scheint es so, dass die beiden ihr glauben und auch Carrie scheint beschwichtigt zu sein, dass sie ihre Arbeit hier erledigt hat. Als Wellington den Raum verlĂ€sst, macht Keane Carrie den Vorschlag, dass diese fĂŒr sie ab sofort hier in Washington als Senior Advisor arbeiten könne. Sie sagt, dass sie das zuerst noch mit der Frau vom Jugendamt abklĂ€ren mĂŒsse.

Saul besucht Dar Adal im GefĂ€ngnis, der bedauert, was alles passiert ist und es als „unforgiveable“ beschreibt. Es jedoch auch nicht falsch gewesen sei. Kurz bevor Saul das GefĂ€ngnis verlĂ€sst, bittet Adal ihn darum eine Frau aufzusuchen.
Kurz bevor Carrie den lang erwarteten Besuch der Frau vom Jugendamt bekommt, damit diese bestĂ€tigt, dass ihre Tochter wieder bei ihr wohnen kann, taucht ein betrunkener Max (Maury Sterling) auf. Dieser befindet sich noch in tiefer Trauer, um seinen Freund Quinn. Da sich Carrie gerade nicht um ihn kĂŒmmern kann, schickt sie diesen in den Keller, wo ihn die Frau nicht finden kann. WĂ€hrend des gesamten Besuches vom Jugendamt, wird die eigentliche PrĂ€misse um diesen Besuch von Max in den Schatten gestellt, da man die ganze Zeit nur darauf wartet, dass dieser durch irgendwelche GerĂ€usche auf sich aufmerksam macht und dem Besuch eine ĂŒberraschende Wendung geben wĂŒrde, die Carrie gegenĂŒber der Frau erst mal erklĂ€ren mĂŒsse, jedoch kommt es glĂŒcklicherweise nicht dazu. WĂ€hrend des Besuches lief alles gut fĂŒr Carrie. Die Frau bescheinigt ihr, dass das Zuhause kindersicher ist und dass nichts dagegen sprechen sollte, dass Franny wieder bei ihr einzieht. AuĂerdem wĂ€re es durchaus möglich, dass Carrie ihren Job in Washington annimmt.
Darauf begibt sich Carrie in den Keller, um nach Max zu sehen, der gerade seinen Rausch ausschlĂ€ft und sie entscheidet sich dazu das ehemalige Zimmer von Quinn von seinen Sachen zu entledigen. Dabei entdeckt sie Fotos von Quinns Sohn in einem Umschlag. John Junior, der nach Quinn benannt ist, der frĂŒher selber John hieĂ. AuĂerdem befindet sich in dem Umschlag auch ein Foto von ihr selber und Carries Trauer bricht aus, da ihr hiermit wieder bewusst wird, dass sie Quinn etwas bedeutet hat und er unter anderem fĂŒr sie gestorben ist. Hier lĂ€sst sie nun endlich ihrer Trauer freien Lauf und Max setzt sich zu ihr.
Bis dahin wirkt der gesamte zweite Teil still, zu still. Man fragt sich, was noch kommen könnte und in der nĂ€chsten Szene wird diese Stille nun aufgelöst und die ganze Stille von vorher wirkt nun nur noch wie die Ruhe vor dem Sturm. Die Sorgen der Mitarbeiter, dass sie verhaftet werden, sind RealitĂ€t geworden. Carrie muss ĂŒber ihr Handy mitansehen wie Saul von einem aggressiven Agenten verhaftet wird. Dabei zĂŒckt der Agent auch eine Waffe, obwohl sich Saul in keiner weise zur Wehr gesetzt hat. Sichtlich aufgebracht taucht sie bei Wellington auf und will ihn mit seiner Entscheidung konfrontieren, die so gar nicht dem entsprochen hat, was er ihr vorher verraten hat. In diesem Moment ist sie noch der Meinung, dass dieser ohne Erlaubnis der PrĂ€sidentin gehandelt habe und das alles aufgeklĂ€rt werden könne. Diese wendet ihr jedoch die kalte Schulter zu und es wird offenbart, dass sie durchaus davon wusste und das alles wahrscheinlich die ganze Zeit geplant hatte. Hiermit endet die Staffel.
Fazit
Das Staffelfinale teilt sich in zwei Teile in. Dabei scheint der erste Teil nur die Vorbereitung fĂŒr die viel gröĂerer Wendung zu sein. Keane ist nun PrĂ€sidentin und scheint keinerlei Interesse daran zu haben, sich von Carrie kontrollieren geschweige denn beraten zu lassen. Seit wann sie dieses Spiel schon geplant hatte, ist unklar und was das alles nun fĂŒr die Zukunft bedeutet, wohl auch. Im Moment scheint es jedoch so, dass Keane ihre Machtstellung etabliert hat und Carrie die einzige Person ist, die dagegen etwas machen kann, aber alle, die ihr dabei helfen könnten, wurden verhaftet oder sind tot. Es fĂ€llt auĂerdem auf, dass der zweite Teil viel ruhiger ist als der erste. Diese ruhige Aufmachung des zweiten Teils mit einem riesigen Knall am Ende,fĂŒhrt dazu, dass dieser Knall und der zweite Teil noch viel mehr Macht verliehen bekommt als der erste Teil. Zudem wird der Handlungsstrang von Quinn auf dramatische Art und Weise beendet. Im Nachhinein scheint dieses Ende unausweichlich gewesen zu sein und erscheint passend fĂŒr Quinn. Insbesondere da fĂŒr seinen Handlungsstrang nicht wirklich viel Freiraum geblieben ist. Insgesamt wird uns hier ein actiongeladenes, spannunsgreiches Staffelfinale prĂ€sentiert, das viele Wendungen vorzuzeigen hat und man auf die nĂ€chste Staffel gespannt sein darf. Die Episode lĂ€sst jedoch auch leider Fragen offen. Was ist mit den Untersuchungen gegen O'Keefe passiert und was ist dem General passiert, der die Hetzjagd gegen Quinn angefĂŒhrt hat? Und warum wehrt sich Carrie nicht dagegen, wie sonst auch immer?
Verfasser: Maike Karr am Montag, 10. April 2017Homeland 6x12 Trailer
(Homeland 6x12)
Schauspieler in der Episode Homeland 6x12
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?