Amüsant ist, dass Friend selbst erzählte, seine Hochzeit sei so klein gewesen, dass buchstäblich nur er, seine Frau und zwei weitere Personen anwesend waren. Ein weiterer interessanter Fakt ist, dass er trotz seiner zahlreichen Rollen als abgeklärter Geheimagent oder Adliger in Wirklichkeit die sanfte Erzählstimme einer Kinderserie über einen kleinen Hasen ist, was viele Fans überrascht.
Rupert Friend wuchs im englischen Oxfordshire in einer kleinen Gemeinde namens Stonesfield auf und war das ältere von zwei Kindern der Familie. Sein Vater arbeitete als Kunsthistoriker, wodurch der junge Rupert früh mit Kunst und Kultur in Berührung kam und ein Gespür für Ästhetik entwickelte. Erst nach seiner Schulzeit entdeckte er sein Interesse an der Schauspielerei, was ihn deutlich später als viele seiner Kollegen zu diesem Berufsweg führte
Friend entschied sich, seine schauspielerische Ausbildung an einer renommierten Londoner Schule zu absolvieren, wo er das Handwerk von Grund auf erlernte. Schon während seiner Studienzeit zeigte sich sein Talent für unterschiedlichste Charaktere zwischen historischen Figuren und modernen Rollen
Seinen ersten nennenswerten Auftritt hatte Friend im Historiendrama „The Libertine“ (2004) an der Seite von Johnny Depp, was ihm erste Aufmerksamkeit in der Branche einbrachte. Für seine Rolle in „Mrs Palfrey at the Claremont“ (2005) wurde er mit Preisen für den besten Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet, was seinen Aufstieg beschleunigte. Große Bekanntheit erlangte er als George Wickham in der Literaturverfilmung „Pride and Prejudice“ (2005), in der er einen charmanten, aber zwielichtigen Verehrer verkörperte
In „The Boy in the Striped Pyjamas“ (2008) spielte er den moralisch zwiespältigen SS-Offizier Kurt Kotler und zeigte damit seine Fähigkeit, auch abstoßende Figuren glaubwürdig darzustellen. Als Prinz Albert in „The Young Victoria“ (2009) betrieb er umfangreiche historische Recherche und lernte sogar Reiten, Klavierspielen und die Schreibweise seiner Figur, um die Rolle authentisch auszufüllen
Im Jahr 2012 wurde Rupert Friend einem breiteren amerikanischen Publikum bekannt, als er in der zweiten Staffel der Serie Homeland (2011-2017) die Rolle des CIA-Agenten Peter Quinn übernahm. Zunächst als Nebenfigur eingeführt, gewann sein Charakter mit der dritten Staffel zunehmend an Bedeutung und wurde zu einer der zentralen Figuren neben Claire Danes und Damian Lewis. Peter Quinn wurde als hochqualifizierter, aber innerlich zerrissener Attentäter dargestellt, der zunehmend an den moralischen Konsequenzen seiner Arbeit zu zerbrechen drohte. In der finalen Staffel erholte sich die Figur von einem Schlaganfall und kämpfte zusätzlich mit einer posttraumatischen Belastungsstörung, wofür Friend Gespräche mit Veteranen und medizinischen Experten führte. Insgesamt trat er in 55 Episoden der Serie auf und erhielt für seine Darstellung eine Nominierung für den Primetime Emmy Award als bester Gastdarsteller in einer Dramaserie
Nach seinem Erfolg bei Homeland übernahm Friend die Rolle des Psychologen Oliver Baumer im Gefängnisdrama „Starred Up“ (2013), in dem er einen Therapeuten spielte, der mit gewaltbereiten Insassen arbeitete. In der satirischen Komödie „The Death of Stalin“ (2017) verkörperte er Wassili Stalin, den unberechenbaren und alkoholkranken Sohn des sowjetischen Diktators
Als Theo van Gogh in „At Eternitys Gate“ (2018) spielte er den Bruder des Malers Vincent van Gogh und näherte sich damit einer weiteren historischen Figur an. Von 2018 bis 2019 übernahm er die Hauptrolle des Ernest Donovan in der Serie Strange Angel (2018-2019), die von einem Raketenwissenschaftler mit okkulten Interessen im Amerika der 1930er Jahre erzählte. In der Netflix-Miniserie Anatomy of a Scandal (2022) spielte er den britischen Politiker James Whitehouse, der sich in sechs Episoden einem Gerichtsverfahren wegen einer Vergewaltigungsanklage stellen musste, an der Seite von Sienna Miller und Michelle Dockery
Friend übernahm auch Rollen in größeren internationalen Produktionen, darunter den Antagonisten in „Hitman Agent 47“ (2015), einer Verfilmung der bekannten Videospielreihe. Im Horrorfilm „Separation“ (2021) spielte er einen alleinerziehenden Vater, dessen Familie von übernatürlichen Ereignissen heimgesucht wird. Nach dem Rückzug von Daniel Craig aus der Rolle des James Bond wurde Friend in den Medien wiederholt als möglicher Nachfolger gehandelt, ohne dass sich diese Spekulationen bestätigten
Mit Regisseur Wes Anderson arbeitete er am Film „Asteroid City“ (2023) zusammen, der eine für Anderson typische stilisierte Ästhetik aufwies. Zuletzt übernahm er eine Rolle in der Fortsetzung „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ (2025), einem der größten Blockbuster-Franchises Hollywoods
Rupert Friend betätigte sich im Laufe seiner Karriere auch hinter der Kamera und übernahm bei mehreren Projekten die Regie sowie produzierende Aufgaben. Diese Tätigkeiten ermöglichten ihm einen tieferen Einblick in die kreativen Prozesse der Filmproduktion jenseits der reinen Darstellung von Figuren. Sein Interesse an der Regie entwickelte sich parallel zu seiner wachsenden Erfahrung als Schauspieler und seinem Verständnis für Erzählstrukturen
Von 2005 bis 2010 war Friend mit der Schauspielerin Keira Knightley liiert, die er am Set des Films „Pride and Prejudice“ kennengelernt hatte. Im Jahr 2013 begann er eine Beziehung mit der amerikanischen Athletin und Schauspielerin Aimee Mullins, die er nach seinem Umzug in die Vereinigten Staaten für die Arbeit an Homeland kennenlernte. Das Paar verlobte sich im Dezember 2014 und heiratete schließlich am 1. Mai 2016 in einer sehr privaten Zeremonie, an der nur vier Personen teilnahmen. Im Jahr 2025 wurde die gemeinsame Tochter geboren, während Friend gerade in London für die Dreharbeiten zu „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ (2025) verpflichtet war und die Geburt daher nur per Videotelefonat miterleben konnte.