Grimm 6x13

© ast der Serie „Grimm“ / (c) NBC
Grimm hat sich von uns verabschiedet. Die gute Nachricht ist: Cast und Crew haben alles gegeben, damit es ein schöner Abschied wird und mit ihrer Idee von einem Finaltwist liegen sie genau richtig.
Der Anfang vom Ende
Erst die Zusammenfassung der vergangenen Episode hat mich daran erinnert, was da eigentlich noch mal passiert ist: Hank (Russell Hornsby) und Wu (Reggie Lee) sind dem Zerstörer zum Opfer gefallen. Immer noch irritiert von den Ereignissen begleiten wir Nick durch eine kurze und heftige Trauerphase, bis Rosalee (Bree Turner) mal wieder einen Trick aus dem Ärmel zieht.
Das Blut eines Grimm, eines Blutbaden und eines Hexenbiests vermischt ergeben eine so starke Waffe, dass Monroe (Silas Weir Mitchell) sich nicht einmal vor Atomvergleichen zurückhält. Während ich mich noch frage, wieso sie diesen Trumpf nicht einmal vorher in lebensbedrohlichen Situationen eingesetzt haben, sagen wir, zum Beispiel das eine Mal, als Monroe von einer Naziwesenorganisation gekidnappt und fast getötet wurde. Aber na gut, gönnen wir dem Team Grimm diese eine Hoffnung auf Rettung, auch wenn sie schnell an der Realität zerschellt. Für den Zerstörer wird dieser mächtigste aller Tränke nämlich nur zu einer kleinen Hautreizung.
Dafür wird im Laufe der Episode immer deutlicher, dass hier noch ein Twist auf uns zukommt. Denn „Grimm“ ist nicht die Art von Serie, die der Reihe nach alle Hauptfiguren niedermetzelt und uns das als Abschluss präsentiert. Nein, es geht vielmehr darum, dass Nick (David Giuntoli) alles verliert, was er hat und sich mit einem Ultimatum auseinandersetzen muss, das sein ganzes weiteres Leben bestimmen wird. Was für eine Art Grimm, Polizist, ja, was für eine Art Mensch will er sein? Will er sein eigenes Glück gegen den Splitter eintauschen, auch wenn niemand weiß, was es bedeutet, wenn Zerstörer seinen Stab wieder komplett zusammen hat?
Doch dann nehmen andere Nick die Entscheidung ab: Seine Mutter Kelly (Mary Elizabeth Mastrantonio) und seine Tante Marie (Kate Burton) kommen aus dem Reich der Toten zurück, um ihn daran zu erinnern, was es bedeutet, ein Grimm zu sein. Unter anderem bedeutet es nämlich auch, mit all den anderen Grimms verbunden zu sein - und gemeinsam mit ihnen zu kämpfen. Zu viert, zusammen mit Trubel (Jacqueline Toboni), zwingen sie den Zerstörer in die Knie und retten vermutlich die Welt im Allgemeinen, aber auch die kleine Welt von Nick Burkhardt und seinem Team.
Das wahre Ende
Denn das echte Ende der Serie setzt erst ein, nachdem Nick samt rätselhaften Stabs durch das Tor der Finsternis springt, das sich aus der Asche des Zerstörers gebildet hat. Doch wer er genau war, was er eigentlich wollte, was Diana und Kelly damit zu tun haben und wieso er dann doch besiegt werden konnte, das alles spielt keine große Rolle mehr. Und verschwindet genauso im Dunkeln wie der Umstand, dass Nick der toten Adalind den Ring vom Finger zieht und sie ihn dann in der neuen Zeitlinie ebenfalls nicht mehr tragen muss.
Einerseits gut, denn damit bringen sie auch diese kleine Nebenstory zu einem Abschluss, andererseits würden mir zahlreiche Dinge einfallen, die eine Erwähnung im Finale mehr verdient haben als der Ring, an den ich gar nicht mehr gedacht hätte. Vor allem natürlich, weil Adalind (Claire Coffee) als Figur ohnehin keine große Rolle mehr eingenommen hatte in der Finalstaffel.
Doch das alles tritt in den Hintergrund, denn das wahre Ende entwickelt schnell einen bezaubernden Sog, der einen vieles vergessen lässt. Das liegt vor allem an der wunderbaren Chemie, die die Gang untereinander hat. Niemand spielt sich in den Vordergrund, hier haben Menschen zusammengefunden, die gemeinsam das Böse bekämpfen und zwischendurch jede Möglichkeit nutzen, ein ruhiges Abendessen zusammen zu verbringen. Das ist die Geschichte der Serie, die Legende davon, wie diese Menschen und Wesen zusammengefunden haben und wie jede Entscheidung, die sie getroffen haben, sie dahin geführt hat, eine kleine Clique aus Weltschützern zu werden.
Noch bestechender wird die Geschichte aus der größeren Perspektive, wenn wir Kelly und Diana erwachsen in einem Hightechtrailer sehen, wie sie zu ihrem nächsten Abenteuer aufbrechen. Zum Team gehören nicht nur die Eltern der beiden, sondern offenbar auch die Drillinge von Monroe und Rosalee. Die nächste Generation übernimmt und hat dabei mehr Luxus, als Nick ihn einst hatte. Sie werden in eine Welt hinein geboren, in der es zwar vor der Öffentlichkeit eine Menge Geheimnisse, im Inneren aber viele Mitverschwörer gibt.
Anders als Nick, der in die Grimm-Welt gestoßen wurde, als er bereits erwachsen war, und der nur sporadisch auf die Unterstützung seiner Familie bauen konnte. Er musste sich seine eigene Clique aufbauen, die Kinder bekommen diese mitgeliefert. Ebenfalls schön ist es zu hören, dass Eve (Elizabeth Tulloch) nach wie vor ein Hexenbiest ist. Vielleicht baut sie mit Trubel ja Hadrian's Wall wieder auf. Zwei fehlten im Finale: Bud und Meisner. Doch beide habe ich in so guter Erinnerung, dass ich damit leben kann, sie nicht noch einmal gesehen zu haben.
Fazit
Das Serienfinale ist genau so, wie „Grimm“ es die ganze Zeit war: unaufgeregt, manchmal unlogisch, nicht zu emotional, aber immer herzlich.
Verfasser: am Samstag, 1. April 2017Grimm 6x13 Trailer
(Grimm 6x13)
Schauspieler in der Episode Grimm 6x13
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