Grimm 6x10

Grimm 6x10

Und noch ein Grimm-Kriminalfall mehr auf der Zielgeraden, wo eigentlich übergeordnete Story sein müsste. Doch die Ermittlungen in Blood Magic haben es in sich und können zu Tränen rühren.

„Grimm“ / (c) NBC
„Grimm“ / (c) NBC
© ??Grimm“ / (c) NBC

Liebe Grimm-Autoren, wir haben doch nicht mehr viel Zeit in Portland! Statt den Ermittlungen Wesen-bezogener Kriminalfälle beizuwohnen, würden viele sich wohl lieber auf die Storys der Figuren konzentrieren. Das dachte ich zumindest in der ersten Hälfte der Episode Blood Magic, als deutlich wurde, dass dieses Mal wieder nicht viel über die mysteriösen Schriftzeichen offenbart werden würde. Doch dann kam Mrs. Stanton (Nancy Linehan Charles) in den Kräuterladen und wir sahen, wie schlimm es sein kann, wenn geliebte Menschen krank werden.

Alzheimer-Drama

Eine echte Überraschung ist die Auflösung der Todesfälle nicht. Was dann doch überrascht, ist die Tatsache, dass Wesen in ihrer Wesenform offenbar auch im hohen Alter über eine Wendigkeit und Energie verfügen, die sie in menschlicher Form lange nicht mehr haben. In der Episode erleben wir, was mit Wesen passiert, die Alzheimer bekommen und damit zur Gefahr für die ganze geheime Gemeinschaft werden. Ungewollte Aufwallungen, verwirrte Angriffe auf Unbeteiligte und Familie - ein Wesen, das die Kontrolle verliert, ist schwer zu handhaben. Wie Rosalee (Bree Turner) und Monroe (Silas Weir Mitchell) uns und den überraschten Ermittlern stockend erklären, hat die Wesen-Gemeinschaft dafür schon seit Langem eine Lösung gefunden: den Godfather of Death, eine Person, an die Angehörige und Fürsorger sich wenden können, um das Leiden, die Gefahr der Entdeckung und damit auch das Leben der Kranken zu beenden.

Bei den beiden Toten der Episode haben sich die Angehörigen zu viel Zeit gelassen, den Paten des Todes zu kontaktieren und als Folge davon ist sofort die Polizei involviert. Dass es sich dabei um Nick (David Giuntoli) und sein Team handelt, entschärft natürlich die Gefahr der Aufdeckung, doch das Problem liegt trotzdem auf der Hand.

Mrs. Cutler (Josephine Delellis) greift einen Pfleger an, der dann unter Mordverdacht gerät, Mr. Stanton (Frank Birney) verschuldet den Tod zweier Menschen, weil er seiner Frau entwischt und die Kontrolle verliert. Wesen mit Alzheimer können also Opfer in vielerlei Hinsicht nach sich ziehen. Zur Realität der Wesen gehört daher auch, dass sie ihren Angehörigen eine sehr aktive Art Sterbehilfe leisten müssen, wenn diese krank werden.

Niemand kann das besser rüberbringen als Monrosalee, unser Traumpaar, das gerade dabei ist, eine Familie zu gründen. Schon die Erwähnung, dass sie sich gegenseitig das Versprechen abgenommen haben, füreinander den Godfather of Death anzurufen, ist rührend. Doch bei dem Herzstück der Episode, als Doktor Landeaux (Rob Brownstein) den kranken Mr. Stanton zur Ruhe bettet, da kann es einem schon das Herz brechen.

Blutige Magie

Der übergeordnete Handlungsstrang wird in dieser Episode nur bruchstückhaft weitergestrickt. Renard (Sasha Roiz) verlangt, den Tunnel zu sehen und offenbart dabei, dass er auch Informationen eingeholt hat. Unterdessen will Eve (Elizabeth Tulloch) mit Adalind (Claire Coffee) zusammen daran arbeiten, das Monster aus dem Spiegel zu verstehen und möglicherweise zu besiegen. Dass Adalind erst halbwegs bereit ist, mitzumachen, als Nick und ihre Tochter ins Visier geraten, macht das Hexenbiest nicht unbedingt sympathischer, schließlich haben alle anderen immer wieder bewiesen, dass sie nicht nur füreinander, sondern auch für andere und manchmal sogar für die allgemeine Gerechtigkeit Risiken eingehen.

Die beiden Frauen zusammenarbeiten zu sehen, ist kurz unterhaltsam, aber richtig in Fahrt kommt die Sache nicht, denn der Fall der Woche nimmt wieder viel Platz ein. Doch wie es sich bei Grimm mittlerweile eingebürgert hat, bringen die letzten Minuten eine extreme Wendung, in diesem Fall eine ziemlich unwiderrufliche: Eve hat sich alleine aufgemacht - in die Welt hinter den Spiegeln. Und erst da erinnert man sich wider daran, dass wir ja nur noch ein paar Episoden vor uns haben. Also, liebe Grimm-Autoren, die Episode Blood Magic war rührend und unterhaltsam, aber langsam könnte es ein bisschen mehr um die Figuren gehen, die wir so lange schon begleiten und die hoffentlich einen zufriedenstellenden Abschied von uns nehmen dürfen.

Trailer der „Grimm“-Episode „Where the Wild Things Were“ (6x11):

Verfasser: am Montag, 13. März 2017

Grimm 6x10 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 10
(Grimm 6x10)
Deutscher Titel der Episode
Gevatter Tod
Titel der Episode im Original
Blood Magic
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 10. März 2017 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 1. Juni 2018
Regisseur
Janice Cooke

Schauspieler in der Episode Grimm 6x10

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