Grimm 5x10

Die Episode Map of the Seven Knights beginnt mit einem Zitat aus dem Roman „Ulysses“ des irischen Schriftstellers James Joyce, einem richtungsweisenden Werk für die moderne Literatur. Wie so oft wirft das Zitat eine Menge Licht auf verschiedene Ebenen der Grimm-Episode. Unter anderem kann man es amüsanterweise als Ausruf der Autoren verstehen, die von ihrer eigenen Vergangenheit verfolgt werden, von der Zeit, als sie Nick (David Giuntoli) zu Beginn der Serie das Rätsel um die Schlüssel untergejubelt und dieses dann völlig vergessen haben. Nun müssen sie einen zufriedenstellenden Abschluss für eine Storyline finden, von der sie laut Serienschöpfer David Greenwalt zur letzten San Diego Comic Con selbst noch nicht wussten, was es mit ihr auf sich hat.
Hexenbiest-History
Die Gang besucht Nick und Adalind (Claire Coffee) in ihrem Loft. Das ist der Punkt, an dem das ehemalige Hexenbiest endgültig in die Gruppe aufgenommen wird. Selbst ihr Exdate und Beinaheopfer Hank (Russell Hornsby) scheint es nicht weiter seltsam zu finden, dass sein bester Freund nun mit Adalind zusammenlebt. Das Gespräch zwischen Monroe (Silas Weir Mitchell) und Nick kann die ganze Absurdität der Situation kaum auffangen, auch wenn der Blutbader sich gewohnheitsgemäß in fast jedem Gespräch sehr gut macht.
Er legt den Finger auf die besonders seltsamen Stellen der ganzen Entwicklung, zum Beispiel die, an der Nick mit Adalind in Juliettes Körper ein Baby gezeugt hat. Und sie sprechen darüber, wie sehr Menschen sich ändern können. Adalind kommt mit ihrer neuen kumpelhaften, haushütenden Art gut weg und kann selbst Monroe beeindrucken. Die Grimm-Clique ist also nicht nachtragend, gut zu wissen. Schön wäre es, wenn auch Juliette, pardon, ab jetzt endgültig Eve (Bitsie Tulloch), in den Genuss dieser Wesensart kommt.
Doch auch die Clique versucht mit ihrer Reaktion nur der Vergangenheit zu entkommen. Sie vergessen, was Adalind ihnen angetan hat und praktischerweise auch, was Juliette durch sie angetan wurde. Sie sehnen sich nach einem Neuanfang und für den Moment dürfen sie den auch genießen. Doch von Dauer wird das hoffentlich nicht sein, dafür könnte Trubel (Jacqueline Toboni) sorgen. Ihr kleines Gespräch mit Eve zu Beginn der Episode zeigt, dass sie sich an die Trennung der beiden Figuren nicht gewöhnen will. Sie versucht, mit ihrer neuen Mitkämpferin über ihre alte Gastgeberin zu sprechen, doch prallt auf eine Wand der Ignoranz und Hartherzigkeit. Diese Wand jedoch gibt es erst seit Eve. Und die muss sich so abschotten, um nicht wieder zu dem verwirrten und emotional orientierungslosen Wesen zu werden, zu dem das Hexenbiest-Sein Juliette gemacht hat.
Die Episode Map of the Seven Knights zeigt aber, dass auch Eve die Vergangenheit vergessen machen will. So kühl und unnahbar sie auch wirkt, sie lässt kaum eine Gelegenheit aus, zu betonen, dass Juliette fort ist und sie nichts damit zu tun habe. Sie will sich als eigene Person etablieren, die mit der liebenswürdigen Tierärztin nichts zu tun hat. Und das, obwohl sie sich an alles erinnert, was passiert ist.
Grimm-History
Nun bietet die Episode Map of the Seven Knights noch weitere Perspektiven auf die Vergangenheit. Und zwar die von Monroes Familie genauso wie die der Grimm allgemein. Die Spur führt zurück in den Schwarzwald und damit in die Anfangstage der Serie Grimm. Ganz am Anfang war die deutsche Idylle der Ausgangspunkt für alles Wesenbezogene. Doch mit den Staffeln und der Zeit wanderte der Fokus unter anderem nach Frankreich und dank der royalen Familie schließlich nach Wien. Nicht nur örtlich kehren wir zurück zu den Anfängen. Auch, um die Bedeutung der Schlüssel zu verstehen, muss man sich an die ersten Episoden zurückerinnern.
Fast die gesamte Debütstaffel wurde damit verbracht, den Schlüssel von Nicks Tante sicher zu bewahren (Nick und seine Verbündeten) beziehungsweise ihn in die Finger zu bekommen (Renard und alle anderen, die so am Wegrand auftauchten).
Und dann verschwanden die Schlüssel in der Versenkung. Plötzlich ging es um Adalinds halbroyales Baby und Nicks Faketod. Nun sind die Schlüssel zurück und sie sind begehrter als jemals zuvor. Schön, dass die Autoren den einst getroffenen Aussagen über die Schlüssel treu bleiben. Kurz zuvor haben sie sich des Wesenrats entledigt, die royale Familien spielen bisher keine aktive Rolle in dem Krieg der Wesen und wir kehren an der Seite von ebenfalls altbekannten Figuren zurück zu den ersten Konflikten der Serie.
Denn jede Figur, die auf der Seite von Hadrian's Wall kämpft, hat eine Vergangenheit innerhalb der Story. Meisner (Damien Puckler), Trubel und Eve sind auf die eine oder andere Weise seit mehreren Staffeln dabei, nur eben in anderer Funtkion. Für Meisner ging es von der Resistance zu der neuen Organisation, Trubel hat einen Umweg über Nicks Gang gemacht und Eve, nun ja, das wurde ja bereits oft und lang besprochen.
Fazit
Das Schönste an der Episode Map of the Seven Knights ist, dass Nick am Ende etwas ankündigt, worauf viele Fans schon lange warten: Sein Team und er fahren endlich ins „alte Land“, in den Schwarzwald. Sie begeben sich auf die Spuren ihrer aller Vergangenheit und das kann ja eigentlich nur übertrieben interessant für uns werden, ganz zu schweigen von vielen, vermutlich urkomischen Szenen, in denen Monroe übersetzen muss.
Trailer zur nächsten Episode, „Key Move“ (5x11), der US-Serie „Grimm“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 22. Februar 2016Grimm 5x10 Trailer
(Grimm 5x10)
Schauspieler in der Episode Grimm 5x10
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