Grimm 4x18

Grimm 4x18

Die Grimm-Autoren fischen in der Episode Mishipeshu in den Sagen der amerikanischen Ureinwohner. Doch wichtiger ist eine Frage, die Wu Renard stellt: Wie viele Verbrechen in Portland haben eigentlich einen Wesenbezug?

Nick (David Giuntoli) ermittelt unter ungewöhnlichen UmstĂ€nden in der Serie „Grimm“ / (c) NBC
Nick (David Giuntoli) ermittelt unter ungewöhnlichen UmstĂ€nden in der Serie „Grimm“ / (c) NBC

Das unzertrennliche Duo Nick (David Giuntoli) und Hank (Russell Hornsby) gerĂ€t ĂŒber die aktuellen Ermittlungen in einen Kampf miteinander. So richtig spannend wird das nicht, doch ohnehin scheint der Fall der Episode Mishipeshu ein einziger offensichtlicher Kommentar zur Juliette-Situation zu sein.

Besessene Mörder

Es wird am Lagerfeuer gehockt und gesungen, mythische Kreaturen ergreifen Besitz von Seelen - in der Episode Mishipeshu fischen die Grimm-Autoren in den Sagen der amerikanischen Ureinwohner. Das geht nicht ohne Klischees vonstatten.

Doch das Unbefriedigendste an dieser Episode ist die Tatsache, dass weder die Polizei von Portland noch die Grimm-Autoren auf viele der WesenkriminalfĂ€lle eine echte Lösung haben. Und das sind - wie wir wissen, seit Wu (Reggie Lee) endlich mal Renard (Sasha Roiz) fragt - so gut wie alle Verbrechen, denen wir uns gegenĂŒber sehen.

Ein Junge zieht in den Wald, um sich mit seinen Ahnen zu verbinden und sein Seelentier zu finden. Sein Mentor zeigt Nick, Hank und Janelle Farris (Toni Trucks) den Weg zum VerdĂ€chtigen. Irgendwo zwischen zahlreichen Klischees und vorhersehbaren Wendungen ergreift die mythische Gestalt erst von Hank und schließlich von Janelle Besitz, was letztendlich in einem weiteren Mord endet, der jedoch fĂŒrs Erste ungesĂŒhnt bleibt.

Die Frage, die sich in der Episode Mishipeshu stellt, ist, ob jemand fĂŒr die Taten verantwortlich ist, die er unter einer Besessenheit verĂŒbt. Die Grimm-Autoren weigern sich, eine Antwort zu geben. Sie können den Mörder des Vaters nicht vor Gericht bringen, weil die Aussichten schlecht sind und weil sie damit Simon in Gefahr bringen wĂŒrden, fĂŒr die Morde angeklagt zu werden, die er unter Besessenheit verĂŒbt hat. Also tun sie gar nichts.

Wie ĂŒblich setzen die Grimm-Macher auf eine ausgleichende Gerechtigkeit, die nur wir als Zuschauer kennen. Weder Nick noch Simon weiß, dass Janelle den letzten Mörder aus dem Weg schafft. Alles in allem ist das ein inkonsequenter Schluss fĂŒr einen Fall, der ohnehin schon ziemlich langweilig daherkommt.

Lange Leitung

Das Einzige, was den Fall rechtfertigt, ist die Parallele zu Juliettes Situation. Wenig subtil, aber auch nicht direkt thematisiert, spiegelt der Fall des besessenen Jungen die Situation von Nicks Exfreundin. Juliette ist nicht sie selbst, das beweist sie in der Episode Mishipeshu gleich mehrfach.

Die Idee, dass Juliette (Bitsie Tulloch) durch das neue Hexenbiest-Gen in eine IdentitĂ€tskrise stĂŒrzt, ist durchaus vielversprechend. Doch mittlerweile zeigt sie sich vor allem als durchgehend ruchlos. Ohne Plan und System verhĂ€lt sie sich verantwortungslos, verbaut sich selbst viele Möglichkeiten und bringt sich in Gefahr. Mit Renard zu schlafen ist eine Sache. Aber sich selbst ins GefĂ€ngnis zu bringen und möglicherweise den Wesenrat gegen sich aufzubringen, das ergibt einfach keinen Sinn. Juliette ist in erster Linie verwirrt, sie verabscheut ihr neues Ich, sie hasst die Tatsache, dass ihr Leben ĂŒber ihren Kopf hinweg radikal verĂ€ndert worden ist, doch sie lĂ€sst sich auch in den Zauber der Macht ziehen.

Trotzdem wĂ€re es langsam an der Zeit, diesem Plot endlich mehr Platz in der Story einzurĂ€umen. Einerseits ist Juliette auf der Jagd nach Adalind (Claire Coffee), andererseits lĂ€sst sie sich ziemlich schnell ablenken und geht dann doch lieber in eine Bar, statt ihren diabolischen Plan zu verfolgen. Rosalee (Bree Turner) und Monroe (Silas Weir Mitchell) brauchen einige Zeit, bis sie sich dazu entscheiden, Juliette auch gehen ihren Willen zu helfen. Vieles im ĂŒbergeordneten Plot scheint in Zeitlupe abzulaufen, und das ist mittlerweile immer nervenzerrender. Besonders wenn der Fall der Episode so wenig Spannung einbringt wie dieses Mal.

Fazit

Wir haben es verstanden, Juliette ist verwirrt und weiß nicht so recht, was sie von ihrer neuen Situation halten soll. Die Mittel der Polizei und des Rechtssystems sind in vielen wesenbezogenen KriminalfĂ€llen nicht ausreichend, weswegen Nick und Hank Mörder manchmal davonkommen lassen mĂŒssen.

Die Episode Mishipeshu wiederholt Dinge, die wir schon wissen, weil wir sie schon oft gesehen haben, und vergisst dabei, uns mit einem interessanten Blick in die Wesenwelt abzulenken. Ein altbekanntes Problem, das in letzter Zeit leider wieder gehÀuft auftritt. Hoffentlich Àndert sich das bald.

Promo zur Episode „Iron Hans“ (4x19) der US-Serie „Grimm“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 20. April 2015

Grimm 4x18 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 18
(Grimm 4x18)
Titel der Episode im Original
Mishipeshu
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 17. April 2015 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 31. August 2015
Regisseur
Omar Madha

Schauspieler in der Episode Grimm 4x18

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