Grimm 4x17

Immer wieder treffen die Polizeiermittler Nick (David Giuntoli) und Hank (Russell Hornsby) auf Wesen als Mörder. Auch wenn man sich manchmal fragen kann, wie die beiden eigentlich vor Nicks Grimm-Offenbarung überhaupt irgendein Verbrechen aufgeklärt haben, ergibt es natürlich Sinn, dass die beiden keine herkömmlichen Fälle lösen. Doch die Möglichkeiten an Motiven wiederholen sich langsam immer offensichtlicher.
Wärme durch Zusammenhalt
Anders als seine Vorfahren begreift Nick die Wesen nicht als generelle Feinde. Er unterscheidet anhand ihrer Taten, aber auch anhand ihrer Motive und Möglichkeiten. Immer wieder passiert es, dass er Wesen laufen lässt, weil sie keine Wahl hatten, als zu töten oder andere zu verletzen.
Die Möglichkeiten, wegen denen Wesen zu Mörder werden, sind überschaubar. Wenn es keine Notwehr oder Ausweglosigkeit ist, dann ist es Bösartigkeit aus Tradition oder Egoismus. Im Grunde erweitert die Möglichkeit einer geheimen Welt die Auswahl an Mordmotiven, doch die Verbundenheit mit dem Wesenmerkmal schränkt diese auch wieder ein. Vor allem die Herangehensweise in der Serie Grimm wiederholt sich immer engmaschiger. Ein gewöhnlicher Fall beginnt damit, dass Monroe (Silas Weit Mitchell) und Rosalee (Bree Turner) sich an eine seltene, ungewöhnliche Art von Wesen erinnern, die sie noch nie oder nur selten gesehen haben oder gar annehmen, dass sie ins Reich der Legenden gehört.
In der Episode Hibernaculum begleiten wir die Ermittler auf den Spuren der Varme Tyv, eines Kaltblüter-Wesens, das sich im Winter nur durch die Körperwärme anderer oder eine spezielle Art von Winterschlaf schützen kann.
Der Fall an sich gibt nicht viel mehr her als eine absolut durchschnittliche Grimm-Story, die wir schon dutzendfach gesehen haben: Die neue Wesenart wird im Wohnwagen erforscht, aufgespürt und schließlich entscheidet sich Nick als machthabender Grimm und Polizist in Personalunion dazu, der Natur ihren Lauf zu lassen, statt rechtliche Schritte einzuleiten.
Das Einzige, was diese Episode ein bisschen von anderen unterscheidet, ist der Umstand, dass es nicht einmal eine halbherzige Lösung für den Fall gibt. Sie schrecken eine schlafende Masse auf, kämpfen mit ihnen und retten sie schließlich, indem sie sie wieder zurückbringen. Rosalee zaubert keine Lösung aus dem Kräutertopf, Nick zieht sich als Grimm und als Polizist einfach komplett aus der Sache zurück.
Auf sich alleine gestellt
Doch er hat ja auch anderes auf dem Schirm: Seine Freundin, die nun langsam, aber sicher als Ex tituliert werden darf, ist auf dem Rachefeldzug unterwegs und durchläuft eine Art Hexenbiest-Gehirnwäsche. Aus der netten, manchmal zickigen Juliette (Bitsie Tulloch) ist eine eiskalte Frau geworden. Verständnis ist der Wut gewichen, nicht nur Adalind (Claire Coffee), auch ihren Freunden gegenüber. Doch die Szene mit Rosalee und Monroe zeigt eigentlich nur, wie verwirrt sie ist. Zu Beginn der Episode Hibernaculum sehen wir, wie sie mit Renard (Sasha Roiz) ins Bett steigt, auf eine Art, die ihr nicht ähnlich sieht und ohne größere Erklärung, wieso sie das tut.
Die Macher wollen in erster Linie darauf hinweisen, dass sie einfach ruchlos geworden ist. An die Stelle des Verantwortungsbewusstseins ist Kälte getreten. Kurz schwankt sie, als sie Rosalee und Monroe sieht, zeigt sich unsicher und bittet um Hilfe. Doch dann gewinnt ihre neue Seite wieder die Oberhand. Sie braucht keine Hilfe, sie ist die stärkste von allen dort. Und ihre Wut macht sie noch gefährlicher.
Gemeinsam haben sie den Plan gefasst, wie sie Nick helfen können. Doch sie ist die Einzige, die Nachteile dadurch bekommen hat. Ob es Verbitterung oder ihre neuen Hexenbiest-Charakterzüge sind, wissen wir noch nicht, aber in jedem Fall hat sie das Band der Clique durchschnitten. Wie die Varme Tyv hat das Team Grimm sich für gewöhnlich zusammen gefunden, um sich gegenseitig zu wärmen und Hilfestellung zu leisten. Doch Juliette findet den Weg dahin nicht mehr. Ähnlich wie die drei Brüder aus dem Mordfall der Episode ist sie nun gezwungen, alleine ums Überleben zu kämpfen, um jeden Preis.
Fazit
In der Episode Hibernaculum erfahren Rosalee und Monroe endlich von dem großen Geheimnis um Juliette, doch es zeigt sich, dass es bereits zu spät ist. Die Fronten zwischen Nick und ihr sind so verhärtet, dass auch die beiden besten Helfer der Welt nichts mehr tun können. Sie ist aus der Gruppe gefallen und zieht jetzt alleine auf einen Rachefeldzug. Das dürfte spannend werden, vor allem wenn Figuren wie Renard sich endlich entscheiden müssen, auf wessen Seite sie im Kampf Juliette gegen Adalind eigentlich stehen. Wenn doch nur nicht immer so viel Sendezeit für weniger interessante Kriminalfälle draufgehen würde…
Promo zur Episode „Mishipeshu“ (4x18) der US-Serie „Grimm“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 13. April 2015(Grimm 4x17)
Schauspieler in der Episode Grimm 4x17
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?