Grimm 4x08

© (c) Scott Green/NBC
Der Fall der Episode Chupacabra ist schnell erklärt: Diego, Arzt und Coyotl, kehrt mit einer gefährlichen Krankheit von seiner Arbeit in der Dominikanischen Republik zurück nach Portland. Obwohl es sich dabei um eine Wesenkrankheit handelt, erkennt niemand die Symptome, was letztendlich zwei Menschen- und ein Hundeleben kostet. Wie so oft steht der Fall an dritter oder vierter Stelle innerhalb der Geschichte.
Spannung gibt es keine, aber eine emotionale Szene, in der der erkrankte Ehemann seiner Frau das letzte Heilmittel gibt und anschließend Suizid durch die Polizei begeht. Noch emotionaler könnte es sein, wenn die Grimm-Autoren sich ein bisschen mehr Mühe gegeben hätten, anstatt sich auf den doch recht billigen Oh-nein-nur-noch-eine-Portion-Heilmittel-Weg zu verlassen. Doch wahrscheinlich hatten sie zu viel mit den anderen Plots der Episode zu tun, denn die dürfen sich sehen lassen.
Doch nicht schwanger?
Die Episode Chupacabra hat etwas zu bieten, was man von der Serie Grimm wohl schon lange abgeschrieben hatte, einen echt überraschenden Plottwist. Bisher war das nicht die starke Seite der Serie. Richtige Spannung kam selten auf und auch im größeren Handlungsrahmen ist vieles oft vorhersehbar. Besonders galt das immer wenn Juliette involviert war und das konnte mitunter wirklich nervig sein. Doch jetzt haben die Grimm-Autoren uns kalt erwischt. Juliette (Bitsie Tulloch), bei der man sich so sicher sein konnte, dass hier Nachwuchs ins Haus steht, ist ein Hexenbiest! Wow, das ist ein Twist, der sich sehen lassen kann. Bisher wissen wir noch nicht mehr. Vermutlich steht die Sache mit dem Gegenzauber in Verbindung, den Elizabeth (Louise Lombard) kreiert hat, um Adalinds Zauber gegen Nick (David Giuntoli) rückgängig zu machen. Doch ist Juliette jetzt auf Dauer ein Hexenbiest und wenn ja, hat sie Adalind (Claire Coffee) damit deren Kräfte gestohlen? Zum ersten Mal seit langer Zeit kann man sich aufrichtig auf die nächste Episode freuen, ohne das Gefühl zu haben, dass man ohnehin schon in gewissem Rahmen weiß, was passieren wird.
Die Verwandlung zum Hexenbiest kann auch endlich Juliettes Untätigkeit beenden. Bisher hat Juliette zwei Steckenpferde, sie wird gerufen, wenn es um ein Tier geht oder wenn spanische Sprachkenntnisse notwendig sind. Das ist arg wenig. Darüber hinaus hat sie es in den dreieinhalb Staffeln nicht geschafft, eine Rolle im Team Grimm zu finden, die über die Bezeichnung als Freundin des Grimms hinausgeht. Als Hexenbiest würden sich ihr neue Wege eröffnen.
Zunächst muss sie lernen, was es bedeutet, ein Wesen zu sein, was ihr immerhin einen eigenen Plot und die Anwesenheit anderer, potentiell interessanter Ansprechpartner sichern sollte. Die beiden Hexenbiester, die im Moment zumindest mit einem Bein im Team Grimm stehen sind Renard (Sasha Roiz) und seine Mutter. Für beide darf man sich mehr Screentime wünschen und sie würden der Figur Juliette mit ihrer Anwesenheit gut tun. Sollte Juliette dauerhaft zum Hexenbiest werden, dann wäre sie für Nick zukünftig auch wertvolle Ansprechpartnerin in vielerlei Hinsicht. Bisher hat sie alles aus einem besonderen Blickwinkel gesehen, als Mensch, der mit einem Grimm zusammen und mit Wesen befreundet ist. Meistens hat das dazu geführt, dass sie eine anstrengende Meinung zu allem hatte, die immer wieder dahin deutete, dass sie das Ganze am liebsten hinter sich lassen würde. Als Hexenbiest muss sie einen neuen Standpunkt einnehmen und das kann eigentlich nur besser sein als das, was wir bisher von Juliette gesehen haben.
Die Suche nach dem Baby
In dem kleinsten Plot der Episode Chupacabra geht die Suche nach dem Baby weiter. Adalind vertraut sich mit allen Informationen den royalen Familien an. Dass sie mit Viktor (Alexis Denisof) schon fast darüber scherzt, dass auch er ihr das Baby weggenommen hätte, wenn er die Gelegenheit bekommen hätte, ist seltsam und deutet vielleicht darauf hin, dass Adalind vor allem aus Verzweiflung eine Allianz mit ihm eingegangen ist. Nach wie vor ist jeder ihrer Auftritte leicht nervig. Jedes Mal fragt man sich, wie Nick und Konsorten nur so dumm sein können, einer Mutter ihr Baby wegzunehmen und sie anschließend aus den Augen zu verlieren obwohl sie wertvolle Informationen besitzt.
Doch auch in den USA geht die Suche nach dem Baby weiter. Elizabeth hat bereits vor einigen Episoden angekündigt, dass sie ihre Enkeltochter sehen will, nun kommt die Resistance auf Renard zu. Renard ist ehrlich zu seinen alten Verbündeten, doch er macht auch deutlich, dass sie es waren, die das Kind in erster Linie in Gefahr gebracht haben. Wird er sich seinen alten Weggefährten wieder zuwenden und wenn ja, wird er Nick einweihen?

Interessanter wäre die ganze Sache zumindest für uns, wenn wir erfahren würden, worin genau der Vorteil für die einzelnen Parteien besteht, wenn sie das Kind in ihrer Gewalt haben. Geht es in erster Linie um Thronansprüche oder wirklich um das vielbesprochene Blut an sich?
Die Wesenrein
Vielleicht liegt es einfach daran, dass die beiden Sympathieträger Rosalee (Bree Turner) und Monroe (Silas Weir Mitchell) im Zentrum stehen, aber der Plot um die Wesenrein-Rassisten wird immer interessanter. In der Episode Chupacabra erfahren wir, dass auch die Polizei von ihnen durchsetzt ist. Interessant daran ist, dass wir bisher noch nie ein Wesen im Polizeidienst gesehen haben. Dabei sollte doch Nick oder immerhin Renard Bescheid wissen, wenn es noch andere geben sollte. Und dass es solche gibt, ist ja eigentlich klar. Wir haben über die Staffeln Wesen in allen Berufen und Gesellschaftsschichten gesehen, da sollte es auch das eine oder andere Wesen in die Polizei geschafft haben.
Monroe befindet sich in Gefahr, der Angriff in dieser Episode sollte zu einem Showdown zwischen den Wesenrein und „Monrosalees“ Unterstützern führen. Mit ihrer Grimm-Verbindung, ihrer Nähe zum Wesenrat und zu Renard sollten die beiden gut aufgestellt sein.
Wahnsinn
Zum Showdown sollte es langsam auch mal in Hinsicht auf Wu (Reggie Lee) kommen, der Arme gleitet immer weiter in den Wahnsinn ab und seine Kollegen lassen es zu. Am Anfang war es noch verständlich, dass Nick den Kreis der Eingeweihten so klein wie möglich halten wollte. Doch mittlerweile wiederholen sie einen Fehler, den sie schon bei Adalind gemacht haben. Sie bauen sich ihre neuen Feinde selbst auf indem sie sie nicht in ihren Kreis holen. Adalind haben wir als Nicks Gegnerin schon in der Pilotepisode kennengelernt, aber gerade Wu war immer ein loyaler Freund für Nick und Hank (Russell Hornsby). Was sie im Moment mit ihm machen, ist einfach nur noch unfair.
Fazit
Die Episode Chupacabra schneidet jeden der interessanten Plots im Moment an und bringt zumindest bei zwei von ihnen einen spannenden Cliffhanger hervor. Juliette ist ein Hexenbiest und Monroe in der Gewalt der Wesenrein. Die Pause bis zur nächsten Episode wird sich lang anfühlen. Auch die anderen Geschichten haben etwas zu bieten. In Sachen Babysuche kommt es nun vor allem auf Renards nächsten Schritt an, während Nick und Hank sich beeilen sollten, Wu einzuweihen und das auf eine Art, mit der er gut klarkommen kann, bevor sich der Verwirrte auf der Suche nach Antworten mit den falschen Leuten einlässt. Gerade die Wesenrein sind ja nicht weit weg, wie wir jetzt wissen. Doch Nick und Hank haben sich in eine schwierige Situation gebracht, sie haben Wu mehrfach ins Gesicht gelogen, auch zu einer Zeit, in der es mehr als wichtig für ihn gewesen wäre, die Wahrheit zu erfahren.
Grimm: Promo zur Episode 4x09: Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 16. Dezember 2014Grimm 4x08 Trailer
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