Grimm 3x11

© aben auch schon mal intelligenter gewirkt: Nick (David Giuntoli) und Hank (Russell Hornsby) sind ahnungslos in der Serie âGrimmâ. / (c) NBC
Das Thema ist ernst und aktuell: Die Episode The Good Soldier dreht sich um Soldaten und Angestellte privater Sicherheitsfirmen, die bei AuslandseinsĂ€tzen eine Art ImmunitĂ€t genieĂen. Der Fall, den die Grimm-Autoren sich dabei ausgesucht haben, die Gruppenvergewaltigung einer amerikanischen Soldatin, lĂ€sst dabei nur wenig Raum fĂŒr Nick (David Giuntoli) und die anderen, sich zu prĂ€sentieren.
Verfolgung der Vergangenheit
Eine Soldatin wurde vor vier Jahren von einer Gruppe, bestehend aus US-Soldaten und Angestellten privater Sicherheitsfirmen im Irak vergewaltigt, doch das Verbrechen wurde vertuscht. Nun macht sie sich auf die Suche nach ihren Peinigern, um sie zur Rede zu stellen, unter anderem in Portland. Die damaligen TĂ€ter werden der Reihe nach umgebracht, ein Opfer auf dem Rachefeldzug, wie es scheint. Doch es ist der ehemalige Vorgesetzte des Opfers, der sich, mittlerweile unheilbar an Krebs erkrankt, auf den Weg gemacht hat, um das Verbrechen auf Manticore-Art zu sĂŒhnen.
Die Grimm-Autoren beweisen einmal mehr, dass sie sich auch an die groĂen Themen wagen. Doch einiges lĂ€uft nicht ganz rund in der Episode The Good Soldier. Das Verbrechen, das Leid des Opfers und das Nachspiel auf beiden Seiten nimmt nur wenig Platz ein. Vieles wird zu schnell abgehandelt, die Reue eines TĂ€ters, die Bedrohung durch die anderen, die Konfrontationsversuche des Opfers, vielleicht ist das Thema einfach ein bisschen zu groĂ und zu komplex fĂŒr eine Grimm-Episode. Vieles bleibt oberflĂ€chlich und zu vorhersehbar, die Autoren bringen keinen eigenen Blickwinkel in die Geschichte ein.
Wie schon mehrfach in den Kommentaren erwĂ€hnt, stöĂt es einigen Fans langsam sauer auf, dass jeder Fall, an dem Nick und Hank (Russell Hornsby) arbeiten, frĂŒher oder spĂ€ter einen Wesen-Bezug aufweist. Das ewig gleiche Spiel ist in der Episode The Good Soldier besonders Ă€rgerlich. Einmal ist es seltsam, dass die Idee, es könnte sich um ein Wesen handeln, den beiden erst so spĂ€t kommt, obwohl sie doch langsam auch mal ein Muster entdecken könnten. Andererseits ergibt die Wesen-Beteiligung in dieser Episode nur wenig Sinn. Denn die Geschichte hĂ€tte sich, mit anderen Waffen natĂŒrlich, aber von der Struktur her exakt gleich abspielen können, wenn nur Menschen beteiligt gewesen wĂ€ren.
Auch die Auflösung des Falles bleibt ein bisschen zu glatt um interessant zu werden: Der RĂ€cher opfert sein Leben, damit der letzte TĂ€ter zu Rechenschaft gezogen werden kann. Dabei bleibt unklar, wieso er den Mann ĂŒberhaupt vor den Augen der Polizei umbringt, sollte er sich doch der Konsequenzen im Klaren sein. Dass der Sterbende den Plan dann auch noch fĂŒr die ganz Dummen erklĂ€ren muss, lĂ€sst einen ernsthaft daran zweifeln, fĂŒr wie intelligent die Grimm-Autoren ihre Zuschauer eigentlich halten.
Ăberraschung
Auch Rosalee (Bree Turner) wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, doch in diesem Teil der Geschichte sind glĂŒcklicherweise durchaus Ăberraschungen zu bestaunen. In der letzten Episode haben wir von ihrer Gangvergangenheit erfahren, nun offenbart sie uns auch noch, dass sie im GefĂ€ngnis war. Rosalee hat ihr Leben ganz schön herumgerissen, haben wir sie doch als freundliche, verantwortungsbewusste, eher schon biedere als wilde KrĂ€uterladenbesitzerin kennengelernt. Auch wenn die Blicke in ihre Vergangenheit durchaus interessant sind, erscheint es doch seltsam, dass sie damals die einzige war, die nach dem Mord an ihrem Bruder nach Portland gekommen ist, um sich um alles zu kĂŒmmern und das alles jetzt keine Rolle mehr spielt.
War ihre Familie damals gespalten, wieso waren die anderen nicht auf der Beerdigung des Bruders, wieso redet nun niemand mehr davon? Das alles fĂŒhlt sich sehr hingebogen an, welchen Zweck verfolgen die Grimm-Autoren damit? Es sollte ein guter sein nachdem sich einiges in der Geschichte von Rosalee nun seltsam anhört und niemand sich besonders bemĂŒht, die verschiedenen Teile zusammenzufĂŒgen.
Fazit
Die Episode The Good Soldier greift ein groĂes und schwieriges Thema auf und es zeigt sich, dass das Format der Serie Grimm nicht das Geeignetste dafĂŒr zu sein scheint. Es geht selten um den Fall, es geht um das Drumherum, die Hauptcharaktere und die Wesen-Seite. Doch wenn das, wie in dieser Episode, arg vernachlĂ€ssigt wird, sollte der Fall wesentlich spannender und origineller sein als er es dieses Mal geworden ist.
Verfasser: am Montag, 20. Januar 2014Grimm 3x11 Trailer
(Grimm 3x11)
Schauspieler in der Episode Grimm 3x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?