Grimm 3x08

Grimm 3x08

Die Serie Grimm entlässt uns mit einer interessanten, bisweilen auch emotionalen Reihe an Stories in die Weihnachtspause. Doch viel zu viel läuft in der Episode Twelve Days of Krampus einfach nebeneinander her, anstatt zusammenzulaufen.

Krampus hat ein dunkles Geheimnis in der Serie „Grimm“. / (c) NBC
Krampus hat ein dunkles Geheimnis in der Serie „Grimm“. / (c) NBC

In der Weihnachtsepisode Twelve Days of Krampus greifen die Grimm-Macher eine Sage auf, die man hierzulande durchaus kennen könnte: Krampus, die Begleitung des Heiligen Nikolaus. Oder in Monroes Worten: „Santas evil twin“. Aus dieser Idee können die Grimm-Autoren einige Stärken ziehen, doch der Rest der Geschichte läuft meist unmotiviert nebenher.

Der böse Mann

Für diejenigen, die mit der Krampus-Figur vertraut sind, ist die Umsetzung der Grimm-Autoren eine amüsante Sache: Krampus als Wesen wider Willen. Nick (David Giuntoli) und Hank (Russell Hornsby) arbeiten mit Monroe (Silas Weir Mitchell) und Bud (Danny Bruno) zusammen, ein Polizist, der auch ein Grimm ist, ein weiterer Polizist, der ein Mensch ist sowie zwei unterschiedliche Wesen. Mithilfe von Nicks unglaublichem Gehör finden sie die Kinder, bevor jemand getötet wird. Doch das wirklich Spannende an dem Fall kommt erst nach der Aufklärung. Was tun nun mit diesem Mann, der sich an seine Taten nicht erinnern kann? Nick trifft eine nicht unbedingt überraschende, aber richtungsweisende Entscheidung: Er übergibt den Täter an den Wesen-Rat und beginnt damit eine Zusammenarbeit, die in Zukunft noch richtig interessant werden könnte.

Der Fotograf kann sich nicht erinnern, wie er nach Portland gekommen ist. Steckt dahinter jemand, der genau diese Zusammenarbeit provozieren wollte? Vielleicht ist das eine Andeutung, dass bald die Handlungsstränge von Nick und den anderen Organisationen - also dem Rat, den Royals und dem Widerstand - wieder zusammenlaufen.

Doch bis dahin müssen wir in der Episode Twelve Days of Krampus mit einem Fall vorlieb nehmen, der nicht durch Außergewöhnlichkeit hervorsticht. Teile des üblichen Teams jagen den Bösen und strecken ihn mithilfe von Nicks neuen Fähigkeiten nieder. Dass ausgerechnet Nick und Hank im Laufe der Ermittlungen zu Darstellern in einem Video von möglicher Polizeigewalt werden, ist eine seltsame Idee, besonders für eine Weihnachtsepisode. Doch dank Wus Spruch („Don't worry, I´m not gonna give you crap about arresting Santa Clause infront of a bunch of children, but I wouldn't expect anything under the tree this year“) dreht sich das Ganze in eine amüsante Richtung und bleibt dann auch nicht weiter von Bedeutung.

Getrennte Welten

Einerseits arbeiten die Grimm-Autoren seit einiger Zeit daran, das ganze Team zusammenzubringen, schreiben jedem besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten zu und zeigen uns immer wieder amüsante Gruppentreffen, geprägt von gutem Essen dank Monroe und seltsamen Lesestoff dank Nick. Doch auf der anderen Seite schneiden sie auch immer wieder ganze Handlungsstränge komplett ab, wie im Moment alles, was in Wien passiert. In der Episode Twelve Days of Krampus geht es um einen Mann, der nicht weiß, was er tut. Und diese Trennung scheint sich auf die gesamte Geschichte auszuweiten.

Statt miteinander über das Weihnachtsproblem zu reden, halten Rosalee (Bree Turner) und Monroe getrennt voneinander Monologe über die Situation, um sich dann anschließend wortlos zu einer Lösung zusammenzufinden. Die Schlussszene ist einerseits schön, doch was erwartet man auch anderes von einem so idyllischen Paar wie Monrosalee zu den Feiertagen?

Noch gravierender wird das Problem mit der fehlenden Interaktion unterdessen in Wien, wo Renard (Sasha Roiz) und Adalind (Claire Coffee) sich eine weitere Episode lang nicht treffen und Viktor gar ganz aus dem Bild fällt. Dennoch ist die Episode Twleve Days of Krampus im Vergleich zu den vorangegangenen Episoden ein echter Fortschritt für die Wien-Story. Renard trifft sich mit dem Widerstand, was uns einen Einblick gibt. Sie sind offenbar einzelne Kämpfer, die sich nicht ganz einigen können, doch mittlerweile getrieben sind von dem Wunsch, die Kräfte zu vereinen, um das große Ziel zu erreichen. Sie wollen die royalen Familien hindern, ein weiteres Mal die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Interessanter ist jedoch Renards Besuch in Adalinds Hotelzimmer. Die Grimm-Macher lassen uns zappeln, ein Treffen findet in der Episode Twelve Days of Krampus nicht statt, aber der Brief und Adalinds Reaktion sind ja schon mal etwas.

Renard erkennt die Kameras. Das bedeutet: Victor weiß, dass Renard in Wien ist, und der wiederrum weiß, dass sein Cousin es weiß. Renard nimmt Kontakt zu seiner ehemaligen Geliebten auf, und die spielt sein Spiel zur Verwirrung von Victor zunächst mit. Es ist nur eine Einleitung, der in anderen Serien endlich Ereignisse gefolgt wären, aber die Grimm-Autoren bleiben ihrem nervenzerrenden Tempo treu.

Fazit

Am Fall der Episode Twelve Days of Krampus gibt es nicht viel zu bemängeln, aber leider auch nicht viel als positiv hervorzuheben. Die Grimm-Autoren bringen uns eine Feiertagsepisode, die sich nicht in den Kitsch ergibt, sogar einen zusammengeschlagenen, festgenommenen Weihnachtsmann mit sich bringt, aber am Ende doch mit glitzernder Idylle im Monrosalee-Haushalt schließt.

Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 16. Dezember 2013
Episode
Staffel 3, Episode 8
(Grimm 3x08)
Deutscher Titel der Episode
Knecht Ruprecht
Titel der Episode im Original
Twelve Days of Krampus (2)
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 13. Dezember 2013 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 26. Mai 2014
Regisseur
Tawnia McKiernan

Schauspieler in der Episode Grimm 3x08

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