Grey's Anatomy 17x17

© zenenfoto zu der Episode Someone Saved My Life Tonight der Serie Grey's Anatomy / (c) ABC
In dem Finale der 17. Staffel der Serie Grey's Anatomy, Someone Saved My Life Tonight fängt Amelia (Caterina Scorsone) an, an der Beziehung zu Link (Chris Carmack) zu zweifeln. Währenddessen entwickeln sich die Liebesbeziehungen zwischen Owen (Kevin McKidd) und Teddy (Kim Raver) sowie Maggie (Kelly McCreary) und Winston (Anthony Hill) in eine positive Richtung. In der Zwischenzeit findet sich Meredith (Ellen Pompeo) in ihrer neuen Position als Chief of Resident ein.
I am going to ask you in front of everyone to become my wife. Including your ex-wife.
Im Staffelfinale findet erneut ein Schnelldurchlauf statt. Dieses Mal beträgt die Zeitspanne jedoch keine wenigen Wochen mehr, sondern mehrere Monate. Dass dieser Erzählstil gleich zweimal hintereinander angewandt wird, erkläre ich mir so: Die Corona-Storyline musste so langsam zu einem Ende kommen. Dieses war jedoch bisher noch überhaupt nicht in Sicht, da sie sich noch mitten in der Pandemie befunden haben. In dieser Hinsicht ist der Schnelldurchlauf ein schlauer Schachzug, um die Corona-Pandemie zu beenden und vielleicht manch andere Storylines voranzutreiben.
Ich denke hier zum Beispiel an die Beziehung zwischen Owen und Teddy. Lange Zeit war das Paar nur als Teil von wechselnden Dreiecksbeziehungen bekannt. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, wurde dafür gesorgt, dass zum einen der dritte Part dieses Dreiecks, Tom (Greg Germann), verschwindet - nach Boston. Zum anderen wurde nun die Beziehung gestärkt, um zu zeigen, dass es den beiden wirklich ernst ist, indem Owen Teddy (erneut) einen Heiratsantrag macht, den sie annimmt.
Hierbei wirkt es übrigens auch beinahe so, als ob „Grey's Anatomy“ versuchen würde, Owen nach all den Jahren doch noch (mal) zu einem likeable character zu machen. Denn während er meist zu den Frauen in seinem Leben nicht allzu gut war, bemüht er sich doch sichtlich seit Teddys Zusammenbruch, sich besser um sie zu kümmern. Es ist auch deutlich erkennbar, dass er ihr immer wieder eine Freude bereiten möchte, indem er zum Beispiel extra für sie weiße Weihnachten ermöglicht.
Während es in dieser Beziehung immer besser läuft, wird eine andere Beziehung in dieser Episode zugrunde gerichtet: Amelia beginnt Zweifel zu bekommen, was ihre Beziehung zu Link angeht. Doch anstatt diese bei ihm anzusprechen, wendet sie sich damit an ihre Selbsthilfegruppe. Dadurch erfahren sie und wir genau die Gedanken, die eigentlich Link zuteilwerden sollten.
Rein erzählerisch finde ich es sehr spannend, ihre Gedanken und deren Entwicklung in dieser Monologform mitzuerleben, da man so einen doch persönlicheren und intimeren Einblick erhält als sonst. Jedoch ist dieser Schritt für die Storyline um ihre Beziehung mit Link nicht so klug. Denn während sie überlegt, diese zu beenden, nimmt er an, dass es immer besser laufen würde. Sie driften hier also auseinander, ohne es zu bemerken. Es hätte wohl geholfen zu kommunizieren, um zum Beispiel Folgendes zu verhindern: Link hält um Amelias Hand an und sie nimmt nicht an.
Mit dieser plötzlichen Entwicklung und Wendung hätte wohl niemand vor diesem Finale gerechnet. Denn es ergibt an sich am allerwenigsten Sinn, dass ausgerechnet diese Beziehung in die Brüche geht, da beide bisher ein so unglaublich aufeinander eingespieltes Team abgaben. Doch, wenn man Amelias Vergangenheit betrachtet, ist es schon wieder gar nicht so abwegig, dass sie sich von Link distanzieren und sich nicht an ihn binden möchte. Oder wie seht Ihr das?
Zu Beginn der Staffel hätte man wohl auch nicht damit gerechnet, dass Jo (Camilla Luddington) im Staffelfinale einen neuen Beruf ausübt und auf einmal Mutter ist. Diese Entwicklung ist auch eine Art heilender Neustart für sie, welcher ebenso eine Selbstfindung bedeutet. Das ist besonders schön anzusehen, da sie gerade in den letzten ein, zwei Staffeln etwas verloren und kaputt schien. Doch jetzt scheint sie endgültig ihr Glück und den richtigen Weg für sich gefunden zu haben. Eine sehr verdiente und schöne Abrundung ihrer Selbstfindung in dieser Staffel!
You are allowed to want what you want even if it is not what he wants
Neben zwei Heiratsanträgen, kam es auch zu zwei Hochzeiten: Zuerst hatten Maggie und Winston geplant, im kleinen Kreis zu heiraten. Doch nachdem sich Winstons Eltern über die Art der Zeremonie beschweren, verschiebt das Paar die Hochzeit ein paar Monate nach hinten, um so ihre Liebe gebührend feiern zu können, wenn die Pandemie vorüber ist.

So gut und schön diese Entscheidung auch ist, muss ich leider anmerken, wie unfassbar unpassend ich die Inszenierung fand: Für mich hatte die Szene fast schon Slapstick-Comedy-Charakter. An sich finde ich so was gar nicht so schlecht, doch für mich hat dieser Stil nichts in dem Drama zu suchen. So wurde für mich auch die Heirat der beiden in dem Moment ins Lächerliche gezogen und hatte etwas Amateurhaftes. Die (erste) Hochzeit wurde also beinahe nebensächlich abgearbeitet. Dafür wurde dann aber bei der zweiten Hochzeit alles richtig gemacht. So konnte „Grey's Anatomy“ zumindest das wiedergutmachen.
In dieser Episode, die eindeutig im Zeichen der Liebe stand, sollte man nicht eine sich anbahnende Liebesbeziehung außer Acht lassen: Meredith und Cormac (Richard Flood) tauschten sich auf Maggies Hochzeit verheißungsvolle Blicke aus. Außerdem waren sie im Krankenhaus heftig am Flirten und ein Date steht auch noch zwischen ihnen aus.
Für mich wirkt dieses Duo mittlerweile leider jedoch eher lauwarm als wirklich heiß. Denn zwischen ihnen knistert es die ganze Zeit schon (auf Sparflamme), aber so ein richtiges Feuer wird nicht entzündet. Und wenn das Feuer nicht zu Beginn der folgenden Staffel endlich aufflammen sollte, braucht man es dann auch gar nicht mehr zu machen.
Wie seht Ihr das? Geht Euch die Entwicklung der Liebesbeziehung auch zu langsam oder findet Ihr das Tempo genau richtig?
Fazit
Im Gegensatz zu sonstigen Staffelfinalen wartet dieses nicht mit großem Tamtam in Form von viel Drama und Action auf. Stattdessen konzentriert sich die Episode darauf, Liebesbeziehungen voranzutreiben und die 17. Staffel zu einem vernünftigen Ende zu bringen. Dabei sind sowohl positive als auch negative überraschende Wendungen dabei. Doch manche erhalten immerhin auch ihr verdientes Happy End. Insgesamt also kein wirklich besonderes, aber auch keineswegs ein schlechtes Finale.
Verfasser: Maike Karr am Montag, 7. Juni 2021Grey's Anatomy 17x17 Trailer
(Grey's Anatomy 17x17)
Schauspieler in der Episode Grey's Anatomy 17x17
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